Beiträge von Arcosh

    @BigRick
    Weil für die meisten Handballvereine die Zuschauereinnahmen eine der wichtigsten Säulen im Etat sind. Das heißt ein kostenpflichtiger Livestream lohnt sich wirtschaftlich erst, wenn viele überregionale Zuschauer interessiert werden können (die aufgrund weiter Anfahrt nicht regelmäßig in der Halle sein können) und/oder wenn eine hohe Zuschauerauslastung in der Halle besteht, da 10-45€ eines zahlenden Zuschauers in der Halle wesentlich mehr bringen als wenn sie von zuhause einen Livestream für 1€ verfolgen. Für die Vermarktung und Sponsoren wird die Verbreitung via Livestream erst relevant, wenn damit große WebTV-Zuschauerzahlen erreicht werden.

    Beim THW Kiel könnten die Voraussetzungen dafür sogar gegeben sein, aber bei den Rhein-Neckar Löwen sehe ich dies derzeit nicht.

    Die 10.000€ pro Saison hat Thorsten Vogt, Mediendirektor der Brose Baskets, vergangenes Jahr auf dem SPONSORs Sports Business Summit genannt. Dies enthält sicherlich nicht die Entwicklungskosten, sondern wahrscheinlich lediglich die Miete für das Keemotion-Kamerasystem und die Servernutzung. Es ist auch kein Geheimnis, dass die ersten Basketball-Übertragungen ein wenig holprig waren und (entgegen der ursprünglichen Ankündigung) die Spiele in der Regel mit nur einer Führungskamera übertragen werden konnten. Aber das System wurde laufend verbessert und der Algorithmus verfeinert.

    Es ging mir primär darum zu zeigen, dass heutzutage auch ohne Kameramänner, Techniker und Produzenten eine kostengünstige und zugleich hochwertige Liveübertragung realisiert werden kann. Sicherlich kein vollwertiger Ersatz zu einer aufwändigen TV-Produktion mit Rahmenberichterstatung, Zeitlupen, etc., aber eine Ergänzung um die Präsenz der Vereine auszubauen.

    In der BBL wurde Keemotion eingesetzt, ein automatisiertes System, das Kameramänner und Regie ersetzt macht und mit dem nach Angaben der Brose Baskets Bamberg das Livestreaming aller Heimspiele lediglich 10.000€ für die gesamte Saison gekostet hat.

    Nach je einjährigen Gastspielen bei Wisla Plock und Besiktas Istanbul kehrt Vedran Zrnic nun in seine kroatische Heimat zurück. Er hat einen Zweijahresvertrag bei RK Nexe unterschrieben, die sowohl in der SEHA-Liga wie auch im EHF-Pokal antreten.

    Quelle: RK Nexe

    Was bewegt eigentlich Barcelona, Jicha solch einen Vertrag und Kiel inzwischen 750000 Euro anzubieten? Nur weil man es gerade hat? Und warum haben andere, z. B. Ilic dankend abgelehnt?


    Ich schätze Filip Jichas körperliche Verfassung so ein, dass er unter den deutlich geringeren Belastungen der Liga Asobal zu altbekannter Stärke zurückkehren und in der Champions-League Spiele fast im Alleingang gewinnen kann, wie er es mehrfach in Kiel gezeigt hat. Daher ist er derzeit sportlich für den FC Barcelona mehr Wert als für den THW Kiel.


    Wir reden hier aber doch über Veränderungen im DHB, oder? Das Lizenzierungsverfahren und die Hallenstandards der HBL haben damit nichts zu tun, die Jugendinternate der HBL-Vereine schon eher, aber die sind älter als die Ära Bauer/Hanning an der DHB-Spitze.

    Die Perspektive 2020 und das geplante DHB-Leistungszentrum in Naumburg tragen die Handschrift des neuen Präsidiums, aber im Gegensatz zu Nebenschauplätzen wie der WM-Ausrichtung als kleiner Partner für Dänemark oder Kretzschmar als Frauennationaltrainer wurden solch wegweisende Konzepte in keinster Weise einer größeren Öffentlichkeit publik gemacht oder über den aktuellen Stand der Umsetzung informiert. Das sind die wirklich entscheidenden Konzepte für die Zukunft des DHB und die Förderung des Spitzenhandballs in Deutschland ... und nicht Auftritte im ZDF-Sportstudio um die Lorbeeren einer guten WM-Gruppenphase einzuheimsen.

    Welche substanziellen Reformen und strukturellen Veränderungen hat es denn seit der Wahl von Bernhard Bauer und Bob Hanning ins DHB-Präsidium vor fast zwei Jahren (!) gegeben? Klar, die Herren-Nationalmannschaft und Hannings Plan-B-Bundestrainer werden erst am Ziel Rio 2016 gemessen werden können. Aber was gibt es sonst zu berichten vom prophezeitem frischen Wind im DHB? Bei den Strukturen innerhalb des Verbandes und den Aktivitäten des Präsidums kann ich bislang keine nennenswerten Unterschiede zur Ära Strombach erkennen - weder zum Gutem noch zum Schlechten. Aber die Außendarstellung ist seit der Wahl im September 2013 desaströs gewesen, weil zahlreiche Präsidiumsentscheidung im Alleingang durchgeboxt wurden und zu öffentlichem Gegenwind geführt haben.

    Ich frage mich dabei nur, auf welche Laufzeit er die Rückzahlung geplant hat. Es muss ihm ja klar gewesen sein, dass mit Leistungssport irgendwann Schluss ist. Und realistisch gesehen konnte er nicht davon ausgehen, länger als bis 35 ein Topgehalt zu bekommen. Und mit dem Angebot von Barcelona konnte er ach nicht rechnen. Also muss die Restschuld dann so hoch sein, dass er sie mit einem "normalen" Gehalt abtragen kann. Und wenn er dafür 60% seines Gehaltes zahlen müsste, wären die 40% sicherlich noch mehr als ein Großteil der Bevölkerung bekommt.


    Das klassische Modell dieser Immobiliendeals ist, dass Gutverdiener, hier Spitzensportler, in Eigentumswohnungen investieren, die mit Krediten finanziert und anschließend vermietet werden. Die Kreditraten werden über die Mieteinkünfte finanziert und gleichzeitig kann der Spitzensportler die Verluste in den Anfangsjahren dieses Geschäftsmodells als Werbungskosten geltend machen und so sein zu versteuerndes Einkommen reduzieren. Gegen Ende der sportlichen Karriere sind dann (so der Plan) die Eigentumswohnungen mehr oder weniger abbezahlt und der Spieler kann von den Mieteinkünften gut leben. Das hohe Einkommen in der Zeit der aktiven Profikarriere wird quasi auf einen längeren Zeitraum umverteilt und die Besteuerung dadurch verringert.

    Die Blase platzt aber falls der tatsächliche Wert der gekauften Immobilien nicht den gezahlten Preisen entspricht oder es zu längerfristigem Leerstand und somit Ausbleiben der Mieteinkünfte kommt. Dann müssen die Bankkredite plötzlich aus dem eigenen Einkommen als Handballer getilgt werden.

    warum erst eine findungskommission......
    wenn dann solch unsägliche sachen wie der antrag der besagten verbände das normalste der
    welt sein soll....?


    Bevor die Findungskommission im April ihre Arbeit aufnahm haben die Landesverbandsvertreter in einer gemeinsamen Sitzung die (nichtbindende) Vorgabe beschlossen, dass der zukünftige Verbandspräsident nicht aus dem Kreis der amtierenden Vizepräsidenten kommen soll. Zehn Wochen später präsentiert die Findungskommission [Landesverbandspräsidenten Lutz Rohmer (Mittelrhein), Peter Rauch (Mecklenburg-Vorpommern) und Thomas Ludewig (Berlin), Uwe Schwenker (Präsident der DKB Handball-Bundesliga), Berndt Dugall (Vorsitzender der Handball Bundesliga Frauen) sowie als Vertreter des DHB-Präsidiums Rolf Reincke (Vizepräsident Organisation)] als einzigen Kandidaten ausgerechnet einen der amtierenden DHB-Vizepräsidenten. Da ist Widerspruch seitens mindestens vier Landesverbänden - es ist schließlich kein Alleingang des HV Württemberg - wohl zulässig.

    Nur ob der Antrag zur Abwahl aller Vizepräsidenten der richtige Weg ist ... ?

    Da wird das ganze Ausmaß der Immobilienanlagefalle um Björn-Heiko Scholz und Fynn Holpert offenbar. Wenn selbst gut verdienende Spieler wie Dan Beutler oder Filip Jicha Vereinswechsel aus rein finanziellen Gründen und existenziellen Sogen um die Zukunft ihrer Familie angehen müssen, dann wird klar wie es Spielern geben muss, die nicht in Jichas Einkommensklasse vorgedrungen sind und denen keine gut bezahlten Angebote aus Barcelona oder dem nahen Osten in den Briefkasten flattern. Haben die 2010 eingeleiteten Gerichtsverfahren eigentlich irgendetwa ergeben oder war alles (wie zu erwarten ist) juristisch einwandfrei?

    Wenn es als "Wild Card" deklariert ist, frage ich mich, wem man damit denn einen Platz weggenommen hat. Es waren doch schon immer acht Teilnehmer und das ganz ohne WC.


    Seit der Aufstockung auf acht Teilnehmer im Jahr 2011 war neben dem Gastgeber Al-Sadd stets noch ein zweite katarische Mannschaft per Wild card eingeladen worden. Da katarische Vereine zuletzt dreimal in Folge die Asian Club League Handball Championship gewonnen haben (2013 und 2014 sogar in rein katarischen Endspielen) hat dies dazu geführt, dass 2013 und 2014 drei Vereine aus dem Gastgeberland teilnahmen. Nun wandert die Wild card für Katar nach Berlin.

    Selbst zwischen den beiden Spielen des THSV Eisenach und des TVB 1898 Stuttgart stehen für beide Vereine je sechs weitere Bundesligaspiele sowie zwei mögliche Pokalrunden an ehe sich die Mannschaften wiedersehen. Bei einem Abstand von zwei Monaten und acht Pflichtspielen sehe ich die "aktuelle Form" nicht mehr als relevante Größe - auch wenn Verletzungen in diesem Zeitraum durchaus eine Rolle spielen können.

    Beuger:
    Deine logische Schlussfolgerung ist falsch ... Aus zwei weit auseinanderliegenden Spielpaarungen folgt in keinster Weise zwangsläufig, dass zwei andere Spiele einer Paarung eng beeinander liegen. Zumal zwischen Hin- und Rückrunde nicht einfach die Reihenfolge der Spieltage verändert worden ist, sondern auch die Spielpaarungen innerhalb der Spieltage. Es sind quasi zwei völlig unabhängige Spielpläne, die lediglich durch die Berücksichtigung von Heim- und Auswärtsspielen in den jeweiligen Spielpaarungen miteinander verknüpft sind.

    P.S.: Aufgrud der WM-Pause sind eigentlich nur 3 Spieltage und somit 18 Spiele relevant, die du dir hättest ansehen müssen um deine Behauptung mit Fakten zu untermauern oder wieder fallen zu lassen.


    Edit: @Baden68:
    Fleißige Auflistung! Wobei die zeitliche Nähe der beiden Spiele zwischen Göppingen und Leipzig nicht direkt aus dem Spielplanmuster resultiert sondern daraus, dass das Hinspiel vom 10. Spieltag um einen Monat nach hinten verlegt wurde.

    Gibt es denn konkrete Beispiele für Spielepaarungen deren Termine in der Hin- und Rückrunde zu nah beieinander liegen? Relevant dafür wären in meinen Augen ohnehin nur der 18. bis 20. Spieltag, da danach die siebenwöchige WM-Pause zu einer merklichen Entkopplung zwischen Hin- und Rückrunde führt.

    Ich sehe nicht, wieso eine abweichende Spieltagsreihenfolge für Hin- und Rückrunde den Wettbewerb merklich verzerren sollte. Gleichzeitig ermöglicht dies eine bessere Berücksichtigung von Hallenverfügbarkeiten für die Vereine.

    Nachdem die deutschen Vereine sich in der Champions-League nicht für den IHF Super Globe qualifizieren konnten, hat die IHF einen Weg gefunden doch noch eine HBL-Mannschaft nach Katar einzuladen. Die Füchse Berlin erhalten eine Wild card als amtierender EHF-Pokal-Sieger. (Quelle: EHF)

    Teilnehmer:
    FC Barcelona
    MKB Veszprem
    Füchse Berlin
    Al-Sadd (Katar, Gastgeber)
    Lekhwiya SC (Katar)
    Club Africain (Tunesien)
    Sydney University HC (Australien)
    Esporte Clube Taubate (Braslien)

    Gespielt wird vom 07.-10. September 2015. Diesmal ohne Gruppenphase, sondern direkt im K.O.-Modus beginnend mit dem Viertelfinale. Für die Füchse Berlin verspricht die Reise in die Wüste eine ansehnliche Prämie. Aber ob mit dem dünnen Kader und zwischen den Spielen am 05.09. gegen Leipzig und am 12.09. in Eisenach der Wettbewerb sportlich sinnvoll ist würde ich bezweifeln.