Jeder ist frei sich selbst dazu zu äußern, steht doch außer Frage. Es geht nur darum, dass ich nicht damit hausieren gehen werde. Es sind ja nun auch schon so ausreichend Informationen an die Öffentlichkeit gedrungen, u.a. durch diesen Artikel. Der ist mir aber wieder nur in eine Richtung geschrieben. Wie auch immer, vor allem der DHB wird in diesem Zusammenhang ja kritisiert. Dementsprechend sollte der gute Autor vielleicht in Dortmund mal auf den Zahn fühlen. Ich finde übrigens dieses "ich habe von Kollegen aus Doha dies und jenes gehört" deutlich schwieriger, als eingeladen zu werden. Soll er die Namen doch mal nennen... So viel zum Thema Transperenz. Ich habe aber generell den Eindruck, dass diese Thematik im Prinzip nur in Deutschland so richtig hochgekocht wird, vielleicht noch in ein, zwei Ländern in Skandinavien. Das war es dann aber auch.
Meiner Meinung nach sind (im Vorfeld) nicht genug Informationen nach außen gedrungen. Erst durch Jens Weinreichs Artikel ist die Problematik überhaupt offen angesprochen worden und auch hier wurde es bzgl. Kreis ab erst durch die direkten Nachfragen offenbart. Meinetwegen soll jeder Journalist für sich selber entscheiden ob er meint dieses Angebot annehmen zu wollen/müssen und du brauchst deshalb kein schlechtes Gewissen zu haben, aber dann sollte man bitte auch dazu stehen und das im Rahmen seiner Berichterstattung publik machen, damit ich als der Leser/Zuhörer das einordnen kann.
Du schreibst, dass du schon seit den 90ern als Handball-Journalist tätig bist und willst dann ernsthaft behaupten "Ich dachte nicht, dass es wirklich von Relevanz war bzw. ich hätte das nie vermutet"? Die Unabhängigkeit der Berichterstauttung ist eines der Grundprinzipien des Journalismus. Dass dies in der Praxis nicht immer so leicht umsetzbar ist, steht außer Frage, aber tue doch bitte nicht so als ob dich der Unmut darüber wundert. Wozu sonst hätte es die stille Übereinkunft von Euch Journalisten vor Ort gegeben "nicht alles öffentlich machen zu wollen"?
Aber: Viel zu kritisieren gab es eben auch nicht. Nur zwei Punkte sind massiv zu kritisieren, mögliche (und mehr weiß man eben nicht!!!) Bestechung, also fällt der Punkt weg, und die Sache mit den ungültigen Tickets. Das ist eine Sauerei. Das wurde auch thematisiert. Sonst habe ich vor Ort keine Pannen erlebt. Oder soll man den Organisatoren nun noch vorwerfen, dass zur Rush Hour in Doha eben viel Verkehr herrscht?
Ein stark diskutiertes sportliches Thema war beispielsweise die Zusammenstellung der katarischen Mannschaft, Einbürgerungen und die IHF-Regeln zum Nationalitätswechsel. Du selbst vertrittst hier in der Handballecke eine sehr starke Meinung dazu. Das hat dich aber offensichtlich nicht veranlasst dieses (für die Ausrichter eher unangenehme) Thema mit deinen Gesprächspartnern zu diskutieren. Dabei wäre es sicherlich für die Zuhörer interessant was die Spieler selber davon halten oder beispielsweise Bernhard Bauer und Bob Hanning, die du mehrfach am Mikro hattest und die diejnigen wären die in der IHF Regeländerungen in Gang bringen könnten - sofern sie daran interessiert sind.
Edit:
Selbst als Patrick Groetzki das Thema zaghaft anspricht (in Folge 22, "Ich finde einfach, dass Frankreich ein würdigerer Weltmeister wär' ") beendest du es direkt mit einem kurzen "Lassen wir das mal so stehen". Keine Nachfragen.
@Beuger
Es ist also okay, dass sich Journalisten nach Doha einladen lassen. Aber wenn spanische Handballfans - Privatleute, die sich den Trip zur WM nicht leisten können - ein vergleichbares Angebot der Ausrichter annehmen, dann bezeichnest du sie als Jubelperser und verurteilst diese Praxis. Das kann ich nicht nachvollziehen ...