Beiträge von Arcosh

    Die Gruppensieger
    Mit dem THW Kiel, dem FC Barcelona, MKB Veszprem und KS Kielce haben sich durchweg die Favoriten durchgesetzt und zwar so deutlich, dass alle Gruppensieger bereits vor den abschließenden Spieltagen feststanden. Daher würde es mich nicht überraschen wenn genau diese vier Teams Ende Mai in Köln auflaufen.


    Gruppe A
    Der THW Kiel hat Paris St. Germain zweimal souverän besiegt und der Startruppe ihre Grenzen aufgezeigt. Bei den Franzosen war nach dem verpassten Gruppensieg die Luft raus und bei den abschließenden Auswärtsspielen in Zagreb und Logrono waren sie zwar anwesend, aber nicht bereit an ihre Grenzen zu gehen. Ich vermisse da einfach den absoluten Siegeswillen in jedem Spiel und den Willen enge Spiele durch Kampfeswillen für sich zu entscheiden. Diese Mentalität lässt sich nicht plötzlich in den K.O.-Runden einschalten und dann gibt es wieder ein böses Erwachen. Das mussten in den letzten Jahren schon so manche Topclubs erfahren.

    Nach zwei fünften Plätzen in den letzten beiden Spielzeten schafft Zagreb wieder den Sprung ins Achtelfinale. Die möglichen Gegner in der ersten K.O.-Runde sollten gewarnt sein, denn die Kroaten haben alle fünf Heimspiele gewonnen - inklusive dem Überraschungssieg zum Auftakt gegen den THW Kiel.

    Logromno als Gruppenvierter profitierte vom wirtschaftlichen Zusammenbruch HC Metalurgs. Bei der erst zweiten Teilnahme in der Könisklasse ist das Erreichen des Achtelfinales als Erfolg zu werten, aber dort werden sie kein Problem für die Gruppensieger sein.


    Gruppe B:
    Der FC Barcelona beendet die Gruppenphase zum vierten Mal in Folge als Gruppensieger und wie üblich nicht mit weißer Weste, sondern ein bis zwei Durchhängern die die führende Position aber nie in Gefahr gerieten ließen.

    Dahinter gab es den Dreikampf zwischen KIF Kolding, Wisla Plock und dem Titelverteidiger SG Flensburg-Handewitt. Da Flensburg gegen Barcelona nicht punkten konnte und ebensowenig in den Spielen in Plock und Kolding blieb am Ende nur Platz 4. Das Abschneden ist u.a. mit der Verletztenliste der SG zu begründen, wird aber letztendlich den Ansprüchen an einen Titelverteidiger nicht gerecht. Ich traue der SG zwar durchaus zu gegen die potentiellen Gegner Kiel, Kielce und Veszprem mithalten zu können, aber ich denke in der Addition beider Spiele werden sie mit -5 Toren ausscheiden.

    KIF Kolding ist für mich weiterhin einer der aussichtsreichen Außenseiter die auf dem Weg nach Köln einen Gruppensieger (z.B. Kielce) zum Straucheln bringen könnten.


    Gruppe C:
    Veszprem spielt eine fast makellose Saison. Nach 15 Siegen aus 15 Spielen in der SEHA Liga und 9 Siegen aus 10 Spielen in der Königsklasse kann das Saisonziel nur der Titelgewinn in allen Wettbewerben sein.

    Die Leistungen der Rhein-Neckar Löwen waren eher schwankend. Dem eindrucksvollen 32:25-Sieg gegen Veszprem stehen die Niederlage in Cleje und zwei verlorene Spiele gegen Vardar Skopje gegenüber, wodurch der Weg zur erneuten Final4-Teilnahme schwer wird. Die Rhein-Neckar Löwen sind das Team dem bei der morgigen Auslosung jeder Gruppenzweite aus dem Weg gehen will, aber für die Titelambitionen der Mannheimer wäre es meiner Meinung nach zielführend sich auf die Titelchancen in der Bundesliga und im DHB-Pokal zu konzentrieren.


    Gruppe D:
    Die schwächste Gruppe im diesjährigen Wettbewerb wurde von Kielce dominiert. Aber angesichts der Gegner vom Format Szeged, Dunkerque und Aalborg fehlt bislang der direkte Vergleich mit einem europäischen Topverein. Dunkerque erreicht zum ersten Mal das Achtelfinale, Aalborg wiederholt diesen Erfolg aus dem Vorjahr und EHF-Pokalsieger Pick Szeged hofft nach elf Jahrn wieder in die Top 8 Europas vorzustoßen - je nach Auslosung am Dienstag ein durchaus realistisches Ziel.

    KIF Kolding - Alingsas HK 34:33 (16:15)
    Ein großartiger Fight der Schweden wurde leider nicht belohnt. Obwohl es für sie sportlich nichts mehr zu erreichen gab haben sie auswärts 60 Minuten lang den Favoriten an seine Grenzen gefordert. :respekt: Im zweiten Durchgang haben sie sich zu viele Zeitstrafen eingefangen, so dass schlussendlich doch Kolding das Spiel gewonnen und den zweiten Platz in Gruppe B erreicht hat.

    Die jeweils ersten 15 Minuten hat der VfL Gummersbach ordenlich gespielt und sich ein kleines Torepolster gegen im Angriff schwache Erlanger erspielt. Leider wurde danach von Seiten der Blau-Weißen das Handball"spielen" jeweils eingestellt, so dass Matthias Puhle den Sieg festhalten musste. Ich hoffe bis zum Pokalspiel in 10 Tagen werden die angeschlagenen Spieler wieder fit sein.

    P.S.: Ich denke niemand "erwartet" die Rückkehr in den Europapokal, aber man wird doch darüber reden dürfen, wenn der Rückstand auf Platz 5 nur zwei Zähler beträgt und aufgrund schwächelnder Konkurrenz für Platz 5 so wenig Punkte zu reichen scheinen wie seit Jahren nicht mehr.


    @Marc
    Eine Zeitstrafe wegen Meckers habe ich bei Christoph Schindler nicht gesehen.

    @Brummsel:
    Woher kommt der Eindruck in den nordamerikanischen Profiligen seien die Allstar Games wettkampforientiert? Auf dem Papier existiert zwar die Ost-West-Rivalität, aber auf dem Feld sind das reine Show-Veranstaltungen zur Freude der Zuschauer und Fans. Das 163:158 im NBA Allstar Game oder das 17:12 beim NHL Allstar Game sprechen eine deutliche Sprache.

    HC Motor Zaporozhye - KS Kielce 27:28 (19:10)
    Motor Zaporozhye verspielt zuhause eine hohe Halbzeitführung, ein 25:20 nach 50 Minuten und ein 27:26 bei eigenem Ballbesitz um am Ende noch 27:28 zu verlieren. In der letzten Spielminute gab es statt dem Siegtreffer zum wahrscheinlichen Einzug ins Achtelfinale den tödlichen Ballverlust plus Gegentor zur ersten Führung Kielces in der zweiten Halbzeit. Jetzt müssen die Ukrainer Dunkerque und Szeged die Daumen drücken um über den gewonnenen Dreier-Vergleich mit Alborg und Schaffhausen doch noch den vierten Platz in Grppe D zu erreichen.

    Bin ein großer Serienfan weil sie mehr Spielraum zur Charakterentwicklung bieten als Spielfilme. Die Geschmäcker gehen dabei natürlich stark auseinander. Ich persönlich mag neuartige, mutige Ansätze anstatt dem "Einheitsbrei" ala "CSI irgendwo". Bei Crime Serien geht meiner Meinung nach derzeit nichts über "Sherlock" und von den neuen Serien hat es mir "True Detective" angetan. Schon etwas älter sind "Life on Mars" und die Nachfolgeserie "Ashes to Ashes".

    Für zwischendurch empfehle ich die britischen Miniserien "Black mirror" und "Hit & miss".

    SG Flensburg-Handewitt - SC Magdeburg
    TSV Hannover-Burgdorf - Füchse Berlin
    TBV Lemgo - HBW Balingen-Weilstetten
    HSG Wetzlar - MT Melsungen
    Frisch Auf Göppingen - Rhein-Neckar Löwen
    HSV Hamburg - TuS N-Lübbecke
    VfL Gummersbach - HC Erlangen
    TBV Lemgo - TSG Friesenheim
    GWD Minden - Bergischer HC 06
    THW Kiel - SG BBM Bietigheim

    An der Tabellespitze sollte Flensburg zuhause Magdeburg auf Distanz halten können und die Rhein-Neckar Löwen in Göppingen nichts anbrennen lassen. Minden und Lemgo brauchen dringend die Heimsiege, aber ich erwarte drei ganz enge und umkämpfte Spiele. Szilagyi wirft dann das Siegtor ;)


    Sollten die Hamburger mit Hens verlängern könnten sie allerdings lieber einen höheren Betrag nach Frankreich überweisen. Aber das hätte ja was mit Vernunft zu tun.... ;)


    Nicht immer lässt sich alles mit Geld regeln. Wieso sollte St. Raphael ein solches Juwel hergeben, das sie für sich entdeckt hatten lange bevor der Rest Europas aufmerksam wurde. St. Raphael hat frühzeitig und perspektivisch mit ihm geplant und Simicu hat sich seinerseits gar nicht gegen einen Wechsel bzw. für den Verbleib in Hamburg ausgesprochen.

    Bietigheim verpflichtet Darko Stanic, der TBV Lemgo schnappt sich Dan Beutler und HBW Balingen-Weilstetten jetzt Nandor Fazekas. Wettrüsten im eng umkämpften Tabellenkeller? ... und hoffentlich alles wirtschaftlich solide durchgerechnet.

    Positiv ausgedrückt könnte man sagen die EHF bleibt durch die zahlreichen Wild cards flexibler um auf die wiederkehrenden Vereinsniedergänge zu reagieren. Das Nationenranking ist trotz der 3-Jahres-Wertung anfällig für Ausreißer. Die Final-Four-Teilnahme von Chekhovskie Medvedi (mit einer guten Portion Losglück in den K.O.-Runden) hatte dem russischen Verband drei Jahre lang einen zweiten Startplatz in der Gruppenphase eingebracht, aber das Niveau des Ligazweiten HC Petersburg fiel deutlich hinter Medvedi ab und dann kam noch der finanzielle Kollaps von Medvedi. Mit nur einem festen Startplatz für die Nationen hinter Spanien und Deutschland lässt sich das besser steuern. So wäre beispielsweise auch Mazedonien auf dem Sprung in die Top6 des Nationenrankings falls Vardar Skopje sich für die Endrunde in Köln qualifizieren sollte. Aber wenn sich der Niedergang von Metalurg bestätigen sollte, dann wäre auch in der mazedonischen Liga nicht die Qualität eines Ligazweiten für die Champions-League vorhanden.

    Entscheidend wird aus meiner Sicht ob die Kriterien für die Wild cards von der EHF transparent angewendet und publik gemacht werden. In der Vergangenheit gab es immer wieder Unmut welche Vereine zu den Wild card Turnieren eingeladen wurden und welche nicht. Sollte es hier in Zukunft ein klar nachvollziehbares Punkteschema geben, so wäre dies ein Schritt nach vorne.

    @Paul Jonas
    Der Modus isz sicherlich nicht allein auf dem Mist des Verbandes gewachsen. Sportlich klingt das Modell zwar unübersichtlich aber durchaus interessant. Da der Tabellenerste direkt fürs Viertelfinale qualifiziert sein wird, wird den Topsspielen in der Gruppe mehr Bedeutng zukommen. Problematisch sehe ich, dass die zwei Achtergruppen für die europäische "Elite" Jahr für Jahr zu den immer gleichen Duellen führen dürften. Daraus können sich im positiven Fall sportliche Rivalitäten entwickeln ... oder aber eine gewisse Langeweile und Abnutzung, wenn der THW Kiel zu 70% wieder auf dieselben Gegner trifft wie schon in den zwei Jahren zuvor.

    Die Wildcards dienen natürlich dazu, dass man unter sich bleibt. Paris wird bloß Vizemeister in Frankreich? Kielce stolpert im polnischen Meisterschaftsfinale? Der THW Kiel kämpft mit Verletzungssorgen und rutscht auf Platz 3 der Bundesliga ab? Alles kein problem. Deshalb sollen sie doch nicht auf die eingeplanten Champions-League-Prämien verzichten müssen, ihre nationalen Vormachtsstellungen riskieren oder die Stars nicht im EHF-Pokal versauern müssen.

    Kadetten Schaffhausen - Pick Szeged 32:29 (19:15)
    Überraschender, aber verdienter Sieg der Schweizer. In Gruppe D läuft es auf ein richtig spannendes Finale hinaus. Kielce hat den Gruppenieg in der Tache und Szeged Platz 2. Aber dahinter ist alles offen und es könnte mitentscheidend werden wie motiviert die Polen und Ungarn ihre für sie bedeutungslosen letzten Gruppenspiele angehen. :/: