Ich fand das Spiel ganz schön nickelig.
Klar gibt es Reibungspunkte, wenn zwei starke Abwehrreihen aufeinandertreffen, aber auffällig waren diverse Scharmützel abseits des Ballgeschehens. In der Halle hatte ich den Eindruck bei zwei oder drei Aktionen hätten die Schiedsrichter ruhig den Videobeweis zur Hilfe nehmen können. Hat sich bei der MT Melsungen ein wenig Frust aufgestaut?
Der Schlüssel zum Erfolg war heute einmal mehr die Abwehrleistung inklusive eines seit Wochen herausragend haltenden Dominik Kuzmanovic. Erik Balenciaga kam kaum zur Entfaltung - wohl möglich ist er auch noch nicht wieder zu 100% fit - und ohne seine Dynamik ist der Angriff der MT Melsungen zu statisch. Wenn Balenciaga keine Lücken öffnet, dann reiben Olle Forsell Schefvert und vor allem Dainis Kristopans sich zu sehr an der Abwehr auf und damit haben sie wenig Chancen gegen den VfL Gummersbach. Die sechs torlosen Minuten nach der Halbzeit hatten die MT Melsungen zurück ins Spiel gebracht, aber zum Glück hatte der VfL Gummersbach danach die passende Antwort parat und konnte schnell wieder auf vier Tore enteilen. Bei der MT Melsungen fehlte ab ca. der 45. Spielminute der Glaube (und evtl. auch der Wille) dieses Spiel noch zu drehen. Für die wirklich zahlreichen VfL-Fans in der Halle war es ein weiteres fantastisches Erlebnis in 2026.
Bei den Gesprächen in der Halle gab es seitens der MT-Fans wenig Verständnis für das her geschenkte Spiel gegen Vardar Skopje. Angesichts des heutigen Auftretens sowie hinsichtlich der folgenden Aufgaben [THW Kiel (H), Fredericia (A), Lemgo (A), Fredericia (H)] stehen der MT schwierige Wochen bevor.
Der VfL Gummersbach hingegen sollte bei sechs Punkten Vorsprung auf die Rhein-Neckar Löwen und sieben Punkten Vorsprung auf die MT Melsungen (bei jeweils einem Spiel weniger) - bei allem Respekt vor der Konkurrenz - Platz 6 gesichert haben und damit kann in den verbleibenden zehn Saisonspielen die "Kür" folgen.