Beiträge von Arcosh

    Stranovsky hat immerhin bei Ciudad gespielt, er ist der beste Mittelmann aller Vereine im unteren Tabellendrittel.

    1. Martin Stranovsky hat nie bei Ciudad Real gespielt, sondern zwei Jahre beim FC Barcelona und vorher lange bei Ademar Leon. (P.S.: Barna Putics hat auch beim FC Barcelona gespielt ;) )
    2. Er hat dort nicht als Mittelmann gespielt, sondern fast ausschließlich auf Linksaußen.
    3. Auf Linksaußen halte ich Stranovski zwar nicht für Weltklasse, aber auf jeden Fall für gehobenes internationales Niveau. Dennoch ist er als Mittelmann in der HBL gleich im doppelten Sinne eine Rookie. Er muss die Position erlernen und gleichzeitig das Spielniveau der deutschen Bundesliga. Das dauert selbst bei erfahrenen Spielern in der Regel ein halbes Jahr bis ein Jahr ehe sie sich an die Spielweise und Leistungsdichte gewöhnt haben. Wenn so jemand eine neu zusammengestellte Mannschaft unter dem Druck des Abstiegskampfes führen soll, ist das in meinen Augen ein (zu) hohes Risiko.
    4. Die Konkurrenz im unteren Tabellendrittel ist mit Viktor Szilagyi (Bergischer HC), Dalibor Doder (GWD Minden) oder Martin Strobel (HBW Balingen-Weilstetten) auf RM gut aufgestellt - in meinen Augen besser als der HC Erlangen.


    Davon abgesehen hatte der HCE ein Hammerauftaktprogramm mit SCM, FAG und RNL auswärts.

    Das Auswärtsprogramm ist zweitrangig, weil die Abstiegskandidaten in der Regel den Großteil der Punkte in eigener Halle erkämpfen. Das Unentschieden gegen den BHC war bereits ein echter Punktverlust im Abstiegskampf und Lübbecke ist durchaus eine der Mannschaften gegen die man in eigener Halle punkten kann bzw. sollte um am Saisonende auf 20+ Zähler zu kommen.

    Der Kader des HC Erlangen ist in der ersten Sieben namhaft besetzt, aber zugleich neu zusammengewürfelt mit einigen Fragezeichen (Stranovsky als RM-Rookie in der HBL, Katsigiannis' x-ter Comeback-Versuch, ...) Viel entscheidender ist aber, dass der Bergische HC, GWD Minden und insbesondere HBW Balingen-Weilstetten ihnen die Erfahrung im Abstiegskampf voraus haben. Eine Spielzeit mit nur acht bis zehn Siegen und auswärts fast nur Niederlagen ist für Balingen seit Jahren Alltag und verursacht bei Vereinsführung und Zuschauern keinen Unmut oder gar Panik. Die Aufsteiger hingegen haben in der Regel zuvor einige Jahre im oberen Drittel der 2. Bundesliga verbracht mit positivem Punktverhältnis. Bei den Fans (und teilweise auch der Vereinsführung) der Aufsteiger erlebt man immer wieder, dass sie mit zu hohen Erwartungen an ihre Mannschaft in die Saison gehen und die anfängliche Euphorie bereits nach wenigen Wochen umschlägt. Spieler und Trainer werden kritisiert und in Frage gestellt, obwohl sie objektiv betrachtet dieselben Leistungen bringen wie in der Aufstiegssaison - nur dass dies eine Liga höher nicht mehr für regelmäßige Siege ausreicht. Dadurch kann sich schnell eine Eigendynamik entwickeln, die die Aufsteiger erst Recht herunterzieht.

    Von den drei Aufsteigern traue ich am ehesten dem HC Erlangen den Klassenerhalt zu, aber Prognosen ala "x wird sicher aufsteigen" oder "y wird am Saisonende definitiv vor z stehen" sind zum jetzigen Zeitpunkt verfrüht.

    Die Quote für eine Sportart hängt im Großen und Ganzen vom Sender und von der Uhrzeit ab.


    Das ist in meinen Augen eine zu simplifizierte Darstellung der Verhältnisse. Ja, eine Handball-Übertragung in der ARD wird immer mehr Zuschauer haben als wenn dasselbe Spiel zur selben Uhrzeit auf Sport1 oder Eurosport übertragen werden würde. Aber dennoch spielt die Sendung/Sportart selber auch eine gewichtige Rolle. Oder wie erklärst du sonst, dass an einem Winterwochenende 6 Millionen Zuschauer in der ARD Biathlon schauen, aber beim unmittelbar im Anschluss übertragenen Spiel der DHB-Auswahl nur noch drei bis vier Millionen Zuschauer gemessen werden?

    @Steinar:
    Die Problematik der Quotenmesseung ist mir wohlbekannt und ich schmunzle wenn Medienportale Quotenschwankungen in der Größenordnung einiger 10k für signifikant halten oder daraus eine Trend ableiten wollen. Aber in der 100k-Größenordnung sind die Zahlen der GfK zumindest ein guter Indikator für das tatsächliche Zuschauerinteresse. Insbesondere wenn durchscnittliche Zuschauerzahlen über eine komplette Saison betrachtet werden.


    Für mich bleibt die Frage inwieweit es Sky schafft, die Leute die ohnehin Sky haben, dazu zu bewegen, jetzt auch Handball zu schauen. Ich sehe da durchaus Potenzial, dass am Ende mehr Zuschauer auf Sky schauen als auf Eurosport.


    Ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, weil belastbare Zuschauerzahlen rar sind. Bekannt ist, dass das diesjährige CL-Finale zwischen der SG Flensburg-Handewitt und dem THW Kiel von gut 600.000 Zuschauern live gesehen wurde. Die Zuschauerzahlen bei den zahlreichen Gruppenspielen dürften wesentlich geringer gewesen sein - ich schätze im niedrigen sechsstelligen Bereich.

    Sky hatte im Quartal 02/2014 3,8 Millionen Abonnenten. Die Verteilung der Abonnenten auf die einzelnen Senderpakete ist leider ein großes Geheimnis. Wie man gerüchteweise hört hat das Filmpaket die meisten Kunden, gefolgt von dem Fußball-Bundesligapaket und dem Sportpaket. Der durchschnittliche Umsatz pro Kunde bei Sky beträgt laut Quartalsbericht knapp 35€ - das entspricht dem regulären Preis für Sky Welt + einem Premiumpaket (Film/Sport/BuLi) oder dem reduzierten Lockpreis + HD-Option für dieselbe Kombination. Wie gesagt ist einiges Spekulation, aber aus den bekannten Zahlen wage ich abzuleiten, dass die Zahl der Abonnenten mit Sportpaket wohl unter 2 Millionen (eher nahe bei 1 Mio.) liegt. Das wäre also das maximale Zuschauerpotential für die Handball-Champions-League auf Sky und die Frage ist wieviele der Formel1, Tennis, Golf oder US-Sport-Zuschauer beim Handball einschalten werden.


    Zum Vergleich:

    • Die Fußball-Bundeliga-Spiele des Branchenprimus FC Bayern München erreichen in der Einzeloption auf Sky durchschnittlich 710.000 Zuschauer, Hoffenheim oder Mainz gar nur 250.000 Zuschauer. (Quelle)
    • Die Formel1 wird auf Sky diese Saison von durchschnittlich 320.000 Zuschauern pro Rennen gesehen. (Quelle)
    • Als die DEL noch bei Sky übertragen wurde schalteten 10-20.000 Zuschauer im Schnitt pro Vorrundenspiel und 40.000 im Schnitt pro Playoff-Spiel ein. (Quelle)


    Aufgrund des umfassenden Senderangebotes im Free-TV bleibt Pay-TV in Deutschland ein reines Nischenangebot!

    Rhein-Neckar Löwen - Frisch Auf Göppingen (wer hätte gedacht, dass dies am sechsten Spieltag das Duell um die Tabellenspitze ist)
    SC Magdeburg - SG Flensburg-Handewitt
    SG BBM Bietigheim - THW Kiel
    MT Melsungen - HSG Wetzlar
    Bergischer HC 06 - GWD Minden
    TuS N-Lübbecke - HSV Hamburg
    HC Erlangen - VfL Gummersbach
    Füchse Berlin - TSV Hannover-Burgdorf
    TSG Friesenheim - TBV Lemgo

    Nunja, wenn das die einzige Sorge ist. Wer Kritikpunkte sucht, wird auch immer etwas finden. Frank Flatten ist keineswegs erst "jetzt" bei Facebook und er war sogar einige Zeit in der Handballecke aktiv, obwohl er nach eigenen Angaben hier nur noch selten bis gar nicht mitliest. Einen Manager der seine eigene Meinung via facebook kommuniziert und das Gespräch sucht finde ich allemal besser als Manager anderer Vereine die regelmäßig die PMs ihrer Vereine unter Volk zu bringen versuchen.

    Ein sehr souveräner Start-Ziel-Sieg der Hausherren (35:29 Roter Teufel), der bei konzentrierterem Torabschluss ein wenig höher hätte ausfallen können. Julius Kühn und Magnus Persson haben ihren Einsatz in der Startformation gerechtfertigt und am Ende haben alle ihre Spielanteile bekommen.

    Bei Bietigheim hat mir das schnelle Umschalten von Abwehr auf Angriff gut gefallen. Dadurch sind die Gäste zu vielen einfachen Torerfolgen gekommen, weil die VfL-Abwehr sich noch nicht richtig sortiert hatte. :respekt:

    Leider gab es kaum (keine?) Alternativen im FreeTV. Für Sport1 ist die Champions-League uninteressant, da sie am Wochenende oft parallel zur Handball-Bundesliga läuft bzw. der Handball-Anteil im Programm bereits groß genug ist. Bei Servus-TV fehlt der Bezug von Red Bull zum Handball. Das Matteschitz-Imperium beinhaltet keine Handballmannschaft und das etwas biedere Turnhallen-Image und die Altersstruktur der Zuschauer passen nicht so recht in die Zielgruppe und die "Lifestyle & Trendsport"-Marketingstrategie des Konzerns. Für die privaten Nicht-Sportsender sind die Einschlatquoten schlicht zu gering (siehe BBL auf Kabel1). Im Prinzip blieb im deutschen Free-TV bloß Eurosport.

    Im Vergleich zum durchschnittlichen Martanteil waren die Einschaltquoten bei Eurosport in Ordnung. Aber als paneuropäischer Sender rechnen sich für Eurosport vorallem Sportrechte, die für das ganze Sendegebiet gelten und dort vermarktbar sind. Allein für Eurosport Deutschland sind der Produktionsaufwand und die Sendekosten relativ hoch im Vergleich zu z.B. Snooker.


    Ich bin zuversichtlich, dass sich mit dem Einstieg von Sky die Qualität der Übertragungen steigern wird. Für sportinteressierte Fernsehzuschauer ist das Angebot von Sky inzwischen breit gefächert und der monatliche Preis in Ordnung. (Einfach mal in Relation zu den Kosten für den Besuch einer einzelne Sportveranstaltung oder Kino zu zweit am Wochenende setzen). Dass ich persönlich Sky bislang nicht nutze und auch für die Handball-CL nicht abonnieren werde, liegt schlicht daran, dass ich am Wochenende zu oft selber beim Sport unterwegs bin. mich Fußball nicht sonderlich interessiert und der für mich interessante US-Sport mit meinem Schlafrhythmus kollidiert. ;)

    Nun ist es halt Pay-TV, schade für die, die es nicht haben, super für alle, die die miese Übertragungsqualität (Bild, Ton, Inhalt) bei Eurosport leid gewesen sind.


    Das Bildsignal wird aber sicherlich weiterhin von den lokalen Broadcastern produziert oder glaubt jemand, dass Sky für Handball-Übertragungen zwei oder drei komplette Produktionsteams quer durch Europa reisen lässt um die Übertragungen selber zu produzieren? Positiv klingt, dass die Sendungen jeweils bereits 30 Minuten vor Anwurf beginnen sollen. Da bin ich auf die Vorberichte gespannt. Gibt es lediglich Zusammenfassungen der anderen Spiele oder einen echten Mehrwert wie einst bei Eurosport mit "Frankie goes to ..."

    Erstmals verpasst eine europäische Mannschaft den Finaleinzug beim IHF Super Globe und für die SG-Vereinskasse dürfte die Prämie für den Wüstentrip somit niedriger ausfallen als gehofft. Al-Sadd steht hingegen zum dritten Mal im Endspel und trifft auf den Titelverteidiger FC Barcelona.