Dein Gedankengang ist falsch. Als Vierter spielt man auf jeden Fall gegen einen Gruppenersten. Wenn man als Dritter gegen einen Zweiten gewinnt, dann gibt es eine kleine Chance, dass man im Viertelfinale gegen einen Vierten spielt. Und damit die Wahrscheinlichkeit ins Final4 einzuziehen höher ist. Damit ist sowohl die Wahrscheinlichkeit im Achtelfinale zu gewinnen und im Viertelfinale jeweils höher wenn man dritter nach der Gruppenphase ist als wenn mn vierter nach der Gruppenphase ist.
Also ist unter der Prämisse, dass die Mannschaften abhängig von ihrer Platzierung gleichstark nach der Gruppenphase sind, ist der dritte Platz dem vierten Platz vorzuziehen.
Ich glaube allerdings nicht, dass die Prämisse die Realität wiederspiegelt.
Danke Handballer2105, genau so ist es.
Ein fiktives und sehr stark vereinfachtes Rechenbeispiel:
Ich ordne allen Gruppensiegern die Spielstärke 4 zu, allen Gruppenzweiten die Spielstärke 3, den Drittplatzierten den Wert 2 und den Gruppenvierten die Spielstärke 1. Heimvorteil im Rückspiel oder ähnliches wird vernachlässigt. Daraus ergibt sich dann, dass der Gruppenvierte im Duell mit einem Gruppensieger eine Siegchance von 1 zu 4, sprich 20% hätte. die Gruppendritten hätten eine Chance von 2 zu 3, also 40% das Viertelfinale zu erreichen. Die Gesamtwahrscheinlichket das Final4 zu erreichen wäre bei diesem Modell 5,67% für einen Gruppenvierten und 16,0% für einen Gruppendritten.
Dieses Modell ist sicherlich viel zu stark vereinfacht. Die Gruppeneinteilung ist nicht so homogen, dass gleiche Spielstärke aller Gruppenzweiten z.B. in der Realität gegeben wäre und wir wissen alle, dass im Sport mehr zählt als bloß die theoretiche Spielstärke einer Mannschaft. Aber im Modus mit Hin-und Rückspiel reduziert sich der Einfluss von guter Tagesform oder Momentum in einem Spiel und meist setzt sich eben doch die bessere Mannschaft durch. Jedenfalls passt mein rudimentäres Modell recht gut zu den Ergebnissen der letzten Jahre. Das Modell sagt für die bislang 20 Teilnehmer am Final Four 10 Gruppensieger, 6 Zweit-, 3 Dritt- und einen Viertpatzierten nach der Gruppenphase vorraus. Die Tatsächliche Verteilung war 11,6,2,1.