Was für ein wahnsinniger Handballnachmittag voller Emotionen!

Zum VfL Gummersbach
Der VfL Gummersbach verliert zwar mit fünf Tore gegen die mit Abstand beste Mannschaft der Rückrunde, aber in Anbetracht der Ausgangslage vor dem Spiel und der mit 35 Toren besten Offensivleistung der Saison war es definitiv ein Erfolg und der gefühlte Sieg wurde entsprechend bis spät in die Nacht gefeiert. Christoph Schindler hat es nach dem Spiel auf den Punkt gebracht: Obwohl die Schützenhilfe der Kieler letzte Saison in Großwallstadt ein Ansporn war, ging es in erster Linie darum den Spielern die den VfL verlassen werden einen geungenen Abschied zu ermöglichen.
Zu den Rhein-Neckar-Löwen
Im Angriff haben die Mannheimer über 55 Minuten eine meisterliche Leistung dargeboten. Schneller, schnörkelloser und effektiver Offensivhandball der wirklich schön anzusehen war. Leider haben sie dabei vergessen, dass auch Abwehrarbeit zum Spiel gehört. Ausschlaggebend in der Meisterschaftsfrage waren aus meiner Sicht heute zwei Dinge - die nicht zum ersten Mal den Löwen zum Verhängnis geworden sind:
- Niklas Landin schafft es nicht in den "Endspielen" seine beste Leistung abzurufen. Während Weltklassetorhüter gerade in diesen Alles-oder-nichts-Spielen über sich hinauswachsen, bleibt Niklas Landin zum wiederholten Male in den letzten Jahren im Schatten seines Gegenübers.
- Andy Schmid hat ein gutes Spiel gemacht, aber ebenfalls nicht zum ersten Mal mit zwei Aussetzern in den letzten fünf Minuten durch technische Fehler Tempogegenstöße des VfL Gummersbach eingeleitet und seine Mannschaft zurückgeworfen. Ich vermute ihm fehlt einfach die Erfahrung auf diesem Niveau um auch in den entscheidenden Minuten die Mannschaft führen und das Spiel gestalten zu können.
Es sind bloß Kleinigkeiten, die zu Platz 2 hinter dem THW Kiel und zum Viertelfinal-Aus in der Champions-League geführt haben, aber ebendiese Kleinigkeiten fehlen den Löwen noch um die ganz großen Titel zu erreichen.