Ich hatte mir ja eigentlich vorgenommen, den die Worte "Logik" und "Andreas Rudolph" nicht mehr in Zusammenhang zu setzen, aber welchen Sinn hat denn ein Machtkampf gegen den eigenen Geschäftsführer. Sowas macht ja eher Sinn, wenn der leitende Angestellte ein Übrigbleibsel der "Vorgängerregierung" ist, mit dem man überhaupt nicht kann, nicht aber bei einem Mann, den man erst vor wenigen Wochen medienwirksam inthronisiert hat.
Ich hatte meine These bereits geschrieben: Andreas Rudolph bekundet zwar regelmäßig, dass er sich aus dem operativen Geschäft zurückziehen will, aber in Wirklichkeit hat er gar kein interesse daran, den HSV Hamburg aus seinen Händen zu geben. Der Verein ist sein Spielzeug, ist finanziell von ihm abhängig und letztendlich gibt Andreas Rudolph den Weg des Vereins vor.
Allerdings genießt die Rolle als Mäzen und allmächtiger Patron in Deutschland kein hohes Ansehen - im Gegensatz zu vielen anderen Ländern. Daher zieht er sich formal zurück und übergibt die laufenden Geschäfte an einen scheinbar unabhängigen Geschäftsführer, der im besten Falle in Andreas Rudolphs Sinne handelt und im Gegenzug die öffentliche Aufmerksamkeit bekommt. Für Frank Rost war es der Einstieg in den Bereich Sportmanagement um die Karriere nach der Karriere anzukurbeln. Bei Holger Liekefett bin ich mir aufgrund seiner Vita nicht sicher, was ihn antreibt den Job als HSV-Geschäftsführer auszuüben. Aber wenn es stimmt was man über das Arbeitsverhältnis hört, dann kann auch bei ihm im Endeffekt der HSV Hamburg nur als Sprungbrett für andere Aufgaben dienen.