Wer sich sein eigenes Bild vom Spiel machen will, kann übrigens das komplette Spiel auf Youtube ansehen, denn ein dreiminütiger Zusammenschnitt birgt immer die Gefahr die Sicht zu verzerren. Ich gebe zu, dass mich diese Geschichte nun auch nicht so sehr interessiert, als dass ich mir 80 Minuten eines mittelklassigen Handballspiels aus der Konserve ansehen würde und habe mich daher auf die Schlussviertelstunde beschränkt. Wie weiter oben geschrieben, hätten vor allem die #4 aber wohl auch #44 auf Seiten der Mazedonier das Ende des Spiels nicht auf dem Feld erleben dürfen. In der Endphase des Spiels kann ich aber keine maßgebliche Einflussnahme durch die Schiedsrichter erkennen. Mehrere Angriffe der Gastgeber wurden abgepfiffen obwohl durchaus Fouls der Dänen im Spiel waren und der Arm zum Zeichen des passiven Spiels ging auch recht schnell hoch.
Beim Artikel auf Handball-World.com missfällt mir, dass die zitierte Kritik von Trainer Rasmussen in mhreren punkten faktisch falsch bzw. bewusst missverständlich formuliert ist und somit die wahren Begebenheiten verzerrt. Vielleicht sind die Aussagen unter dem ersten Eindruck des Ausscheidens getätigt worden, aber diese Übertreibungen seitens des Dänen dienen nicht gerade dazu seine Standpunkt zu festigen
ZitatUnd der frühere Coach der SG Flensburg-Handewitt rechnet vor: "Nachdem ich das Video betrachtet habe muss man festhalten, dass man mindestens zehn rote Karten - acht davon für Schläge ins Gesicht von Henrik Hansen - hätte verteilen müssen." Attacken hätte es zudem auch gegen Rune Ohm und Mads Lind gegeben.
Falsch, es mag (sehr sehr großzügig gezählt) zehn rotwürdige Aktionen gegeben haben - aber nur von zwei Spielern und somit hätte es maximal zwei Disqualifikationen gegeben.
Zitat"Das Spiel wurde zur Farce mit dem absoluten Highlight drei Minuten vor Schluss, als Henrik Hansen im Gegenstoß von einem von der Bank kommenden Spieler attackiert wurde, vier-fünf Meter auf dem Boden rutschte und den Ball verlor. Die Schiedsrichter haben erneut interessiert zugesehen, waren nicht in der Lage etwas zu entscheiden und die Mazedonier haben die Partie entschieden", so Rasmussen. "Das war die Zeit, in der unsere 3:2:1-Abwehr sie gestoppt hatte und wir die Chance hatten zu verkürzen", so der Trainer weiter: "Mit zweieinhalb Minuten Restspielzeit und einer Überzahl aufgrund der Roten Karte, die die angemessene Strafe gewesen wäre, wäre das Spiel wohl gekippt. Das passte aber wohl den Schiedsrichtern nicht in ihren Plan und so wurden wir Zeugen von etwas, das man nur noch als absurdes Theather bezeichnen kann", so der dänische Coach.
Diese Aussage ist in vielerlei Hinsicht falsch. Das besagte Foul im erweiterten Gegenstoß ereignet sich nicht drei, sondern zwei Minuten vor Ende (zu erkennen daran, dass kurz zuvor Strumicas Trainer seine letzte Auszeit nimmt, die im Spielprotokoll bei 57:28 vermerkt ist) und beim Spielstand von 30:24 für die Gastgeber. Nur zur Erinnerung: Aarhus hatte das Hinspiel nur mit 29:26 gewonnen und hätte daher nur mit maximal zwei Toren verlieren dürfen um in die Gruppenphase einzuziehen. Es stimmt, dass die offensive Abwehr zu Ballgewinnen geführt hatte und die Dänen Tor um Tor aufholten, aber noch vier Tore in den verbleibenden zwe Minuten aufzuholen wäre doch sehr ambitioniert gewesen. Zumal ich in dieser Szene zwar ein Foul erkenne, aber keine Zwei-Minuten-Strafe oder gar eine Rote Karte wie sie Rasmussen fordert.
Insgesamt war das in meinen Augen sicherlich ein Handball-Europapokalspiel mit den oft anzutreffenden Heimschiedsrichtern, aber kein Skandalspiel das nenneswert aus der Menge heraussticht oder über das man noch Monate lang sprechen wird.