Ich verstehe zwar, dass sich Nationalspieler in Kiel, Hamburg & Co über ihr Jahrespensum beschweren, aber das ist in meinen Augen ein Luxusproblem. Der durchschnittliche Profi-Handballer in Deutschland macht (sofern er von Verletzungen verschont bleibt) seine 34 Bundesligaspiele, dazu zwei oder drei Partien im DHB-Pokal und eine Hand voll Training- und Freundschaftsspielen. Selbst wenn für einen Nationalspieler oder bei einem Verein im Europapokal noch acht bis zehn zusätzliche Spiele im Jahr hinzukommen, ist das Pensum von ~50 Spielen pro Saison meiner Meinung nach in Ordnung. Die übermäßige Belastung trifft in erster Linie die Leistungsträger die bei den Spitzenvereinen das volle Programm aus Bundesliga, allen DHB-Pokalrunden, der kompletten Champions-League bis zum Final Four und Nationalmannschaft absolvieren. Aber das sind wahrscheinlich 40 bis 50 Spieler in der Bundesliga - und somit weltweit, denn kaum eine andere Liga fordert Höchstleistungen der Spieler Woche für Woche wie die deutsche Bundesliga.
Daher sehe ich auf internationaler Ebene keine Mehrheiten für eine Verschlankung der Wettbewerbe und selbst auf nationaler Ebene dürfte es dieser zwar elitäre, aber sehr kleine Kreis an Spielern schwer haben echte Veränderungen auf den Weg zu bringen. (Ganz davon abgesehen, dass diese Mehrbelastung der Spieler von den Vereinen und durch Nebeneinkünfte aufgrund der Popularität als Nationalspieler ordentlich bezahlt wird und es sich unterm Strich für die Spieler lohnen dürfte nach Kiel, Hamburg oder Berlin zu wechseln, selbst wenn sie ihre Karriere aufgrund der Belastungen vielleicht zwei Jahre früher werden beenden müssen.)