Zuallererste großen Respekt vor der heutigen Leistung des VfL Gummersbach!
Der Kampfeswille hat gestimmt, die Abwehr gut gearbeitet und die Tore waren größtenteils erfolgreich herausgespielt. Wenn man bedenkt dass der VfL auf Christoph Schindler und nach rund 15 Minuten verletzungsbedingt Kentin Mahe verzichten und somit ohne etatmäßigen Spielmacher agieren musste, ist die gezeigte Leistung umso höher zu bewerten. Natürlich kann man Spieler wie Kim Ekdahl du Rietz oder Alexander Petersson nicht vollständig aus dem Spiel nehmen. Wirklich überzeugt hat mich heute bei den Löwen aber nur Oliver Roggisch. Solide Abwehrarbeit ohne die dummen Aktionen, durch die er in der Vergangenheit oftmals auffiel. Auch das Lammentieren mit den Schiedsrichtern hat er auf ein normales Maß reduziert. Überrascht war ich wie blass die Außen der Löwen blieben. Gelegentheiten zu einfachen Gegenstoßtoren boten sich ihnen nicht und im Positionsspiel konnten sie keine Akzente setzen. Gensheimer fiel nur durch Laien-Theater und die aus der Nationalmannschaft bekannte Siebenmeterschwäche auf.
Womit wir auch beim Thema wären. Ich weiß gar nicht ob ich die Spieler der Rhein-Neckar Löwen für ihr - Verzeihung - teilweise peinliches Verhalten auf der Platte kritisieren soll oder doch eher die Herren Geipel/Helbig stellvertretend für den Großteil der HBL-Schiedsrichter-Riege, die dem Trend der letzten zwei drei Jahre folgend dieses Verhalten hofieren und bei den wirklich gefährlichen Fouls die Augen verschließen. Wer sich das Gesicht hält und zu Boden sinkt erreicht mit großer Sicherheit die Zeitstrafe für den Gegenspieler. Egal ob Uwe Gensheimer den sterbenden Schwan mimt oder ob Steinhauser Angst vor dem Wurf von Außen hat und lieber den Kontakt zum stehenden Abwehrspieler sucht um dann spektakulär fallend den Siebenmeter und die Zeitstrafe zu erschinden. Die dummen dieser Regelauslegung in der HBL sind Spieler wie Adrian Pfahl oder Dennis Krause, die auch bei Bedrängnis durch die Gegenspieler meistens auf ihren Füßen landen anstatt zu Boden zu sinken. Umgekehrt kann man natürlich monieren, dass die Spielweise des VfL nicht clever genug ist. Wenn die Herren an der Pfeife nur auf Theatralik reagieren, dann muss man eben in den sauren Apfel beißen und das falsche Spiel mitmachen. Wie es geht hat Jörg Lützelberger in der Schlussphase gezeigt. Im Getümmel einen kurzen Wischer auf die Nase bekommen, "schwer getroffen" zu Boden gesunken und als er lange genug liegen blieb entschieden sich die Schiedsrichter plötzlich zur Zeitsstrafe gegen Isaias Guardiola, obwohl sie mit ziemlicher Sicherheit das Foul ansich überhaupt nicht bewerten konnten. Naja, das ist eben der moderne Handball wie ihn die HBL wohl sehen will. (International wundern sich Hens, Gensheimer & Co dann warum bei Länderspielen die Pfiffe für sie ausbleiben.)
Kleine Frage am Rande:
Ist der VfL Gummersbach freiwillig im roten Dress aufgelaufen oder musste er ausweichen, weil die EHF-Schiedsrichter nur blaue (und gelbe) Trikots eingepackt hatten?