Beiträge von Arcosh

    Sehr unglückliches Turnier für die Dänen. Bei der Niederlage gegen Serbien sind in der Schlussphase ein, zwei Pfiffe der Schiedsrichter gegen den Gastgeber ausgeblieben. Heute hatten sie lange Zeit deutlich in Front gelegen (21:17, 42.), bevor die Polen mit einem 4:0-Lauf zunächst zum 21:21 ausgleichen konnten ehe in den Schlussminuten drei Tore in Folge zur 27:25-Führung die Entscheidung zu Gunsten der Polen brachten. Die sonst so sicheren Siebenmeterschützen der Skandinavier sind von der Rolle. Gegen Serbien 5/7 und heute sogar nur 1/4 - jeweils gegen Torhüter die nicht unbedingt zur Weltspitze gehören.

    Wieso? Das zeigt doch den Ball, nachdem er auf dem Boden aufgekommen ist. Der kann doch durchaus von der Latte in's Tor und von dort durch die Beine von Heinevetter wieder raus gesprungen sein, oder?

    Zum Einen wäre ein enormer Spin notwendig damit der Ball hinter der Linie landet, dann in relativ flachem Winkel zwischen Heinevetters Beinen hindurch springt um anschließend wieder steil nach oben zu fliegen. Zum Anderen gibt es inzwischen weitere Screenshots im Netz, die den von der Latte kommenden Ball vor dem Aufprall auf dem Boden vor Heinevetters linkem Knie und Knöchel zeigen.

    Apropos glückliches Ende:
    Es gibt Stimmen aus Mazedonien, die den letzten Wurf von Kiril Lazarov hinter der Torlinie gesehen haben wollen. Ich bin auch nach mehrmaligem Betrachten der Szene zu keinem eindeutigen Ergebnis gekommen. Silvio Heinevetter steht mit den Fersen an der Torlinie und der Ball prallt von der Latte kommend hinter ihm auf den Boden. Ob der Ball dabei die Torlinie noch berührt oder vollständig dahinter war ist aufgrund der Geschwindigkeit und der Kameraperspektive kaum zu ermitteln - erst recht nicht in Echtzeit für die Schiedsrichter.

    Die Slowakei steht als Gruppenletzter fest und Gastgeber Serben wird mit 4:0-Punkten in die Hauptrunde starten und kann im abschließenden Spiel am Donnerstag Kräfte sparen. Für Dänemark und Polen hingegen geht es im Duell um wichtige Hauptrundenpunkte und die Chance aufs Halbfinale.

    Ich glaube, Herr Klein hat diese Frage in der 19. Minute beantwortet. :lol:

    Ist im TV noch jemandem dieser nervige Pixelfehler aufgefallen, der bei den Nahaufnahmen der Bank zu sehen war? Der war beim letzten Deutschland-Spiel schon da.


    Eigentlich wollte ich wissen, was eine nötige Zeitstrafe sein soll. ;)

    Das ist kein Pixelfehler auf der deutschen Bank sondern die Frisur von Pascal Hens. [Blockierte Grafik: http://forum.headline-dbs.de/images/smilies/weg.gif]

    Puh, nichts für schwache Nerven. Lars Kaufmann raubt mir den letzten Nerv. In den letzten zehn Minuten hat Martin Heuberger mit Silvio Heinevetter und Patrick Wiencek die richtigen Impulse gesetzt. (Ich hätte allerdings in dieser Situation auf das eingespielte Duo Pfahl/Wiencek gesetzt.)

    Ich habe selten so eine beeindruckende Atmosphäre in der Vorrunde eines EM/WM-Turniers erlebt. Wahnsinn! :respekt:
    (Das Werfen von Gegenständen ist natürlich nicht in Ordnung.)

    Die Isländischen Schiedsrichter bewahren die nötige Ruhe, obwohl das Spiel alles andere als einfach zu leiten ist. :respekt:

    Ich komme zu einem anderen Fazit. Das deutsche Angriffstaktik gegen die 3:2:1 war stimmig. Hierzu mein Blogeintrag:

    Männer-EM: Die deutsche Krankheit gegen offensive Abwehrsysteme?

    [...] Branchenprimus Frankreich hatte über die gesamte letzte Weltmeisterschaft eine Angriffseffektivität von 53%. Für Deutschland wäre gegen die 3:2:1-Abwehr der Tschechen bei Nutzung der 100%-Chancen mit Leichtigkeit eine Angriffseffektivität von 50% möglich gewesen. [...]


    Dieser Zahlenspielerei fehlt meiner Meinung nach die Grundlage. Du vergleichst magere 20 Angriffe der deutschen Mannschaft gegen einen der schwächeren Turnierteilnehmer mit einem kompletten WM-Turnier der Franzosen inklusive der Spiele gegen nicht-europäische Außenseiter und Weltklasse-Gegner sowie gegen alle möglichen Abwehrvarianten und unter Einsatz diverser Bankspieler um die erste Sieben zu schonen. Zudem werden auch die Franzosen bei ihren Angriffen nicht alle 100%-Chancen genutzt haben.

    Ein genauerer Blick auf die IHF-Statistiken lässt mich zudem an der Verlässlichkeit der Zahlen zweifeln. Die kumulierte Statistik weist für Frankreich tatsächlich nur 53% Angriffseffektivität auf (327 Tore bei 614 Angriffen). In Anbetracht von Vorrundenspielen ggen Bahrain, Ägypten, Tunesien, etc. erschien mir dieser Wert ungewöhnlich niedrig. Also habe ich einen Blick auf die Statistiken der einzelnene Spiele geworfen:

    [table='Runde,Gegner,Angriffe,Tore,Effektivität']
    [*]Vorrunde[*]Tunesien[*]49[*]32[*]65%[*]
    [*]Vorrunde[*]Ägypten[*]53[*]28[*]53%[*]
    [*]Vorrunde[*]Bahrain[*]59[*]41[*]69%[*]
    [*]Vorrunde[*]Deutschland[*]46[*]30[*]65%[*]
    [*]Vorrunde[*]Spanien[*]52[*]28[*]54%[*]
    [*]Hauptrunde[*]Ungarn[*]57[*]37[*]65%[*]
    [*]Hauptrunde[*]Norwegen[*]57[*]31[*]54%[*]
    [*]Hauptrunde[*]Island[*]53[*]34[*]64%[*]
    [*]Halbfinale[*]Schweden[*]50[*]29[*]58%[*]
    [*]Finale[*]Dänemark[*]57[*]37[*]65%[*]
    [*]Gesamt[*] [*]533[*]327[*]61%[*][/table]
    Wie die IHF in der Gesamtstatistik auf 614 Angriffe kommt ist mir schleierhaft und durchschnittlich über 60 Angriffe pro Spiel scheinen mir sehr hoch. Ebenso sind die in den kumulierten Statistiken angegebenen Angriffseffektivitäten der drei weiteren Halbfinalisten Schweden (46%), Dänemark (53%), und Spanien (45%) viel zu gering. Ich spare mir jetzt aber die Arbeit dies mit den Einzelspielen abzugleichen.


    Unterm Strich:
    Selbst wenn die deutschen Spieler bei den 20 von dir ausgewerteten Angriffen neben den sieben Toren auch noch vier der fünf 100%-Chancen genutzt hätten (eine Glanzparade sollte man dem gegnerischen Torwart schon zugestehen), wären sie auf 55% Angriffseffektivität in dieser Phase gekommen. Gegen Tschechien hätte dies vielleicht sogar gereicht, aber wirklich überzeugend ist das nicht.

    Ungarn - Russland 31:31 (19:19)
    Das Unentscheiden zum Auftakt weckt Erinnerungen an die EM 2008 als sich Russland und Mazedonien im ersten EM-Spiel ohne Sieger trennten und am Ende der Vorrunde das Torverhältnis über das Weiterkommen zu Gunsten der Mazedonier entschied. Auch dieses Mal will der Spielplan, dass die Russen am letzten Spieltag "vorlegen" müssten.

    Das Spiel der Isländer ist schön anzusehen. Hätte nicht gedacht, dass sie den Kroaten Paroli bieten können. Björgvin Gustasson mit einem guten Spiel und die Isis im Angriff auf allen Positionen torgefährlich. Allerdings können die Kroaten im zweiten Durchgang auf die breitere Bank setzen.