Quo vadis, Liga Asobal?
Finanzielle Sorgen der Vereine kennt man in der HBL leider zur Genüge, doch in der Liga Asobal scheint quasi die gesamte Spitzengruppe am Scheideweg zu stehen. Anfang der Saison offenbarte der Tabellenfünfte BM Valladolid ein Defizit von über 300.000 € im Etat für die Spielzeit 2010/11. Nach Ende der Saison fehlen beim Tabellendritten Ademar Leon 400.000 €, so dass sogar die 30.000 € Antrittsgeld für die kommende Champions-League-Saison hinterfragt werden. Den Tabellenvierten BM Granollers belatet ein Minus von 600.000 € und noch steht in den Sternen, ob die Katalanen in der nächsten Saison in der Liga Asobal spielen können. Prikärerweise steht nun der Wechsel von Antonio Garcia Robledo von Granollers nach Leon auf der Kippe, weil Leon nicht die Ablöse zahlen kann, die Granollers dringend zum Überleben braucht.
Allerorts ist von Etatreduzierung die Rede. Der einstige Topklub SDC San Antonio versucht sich gesundzuschrumpfen und der Etat sank binnen drei Jahren von über 3 Mio. € in der Spielzeit 2008/09, der letzen Champions-League-Teilnahme, auf 1,8 Mio € in diesem Jahr. Selbst die spanischen Aushängeschilder BM Ciudad Real und der FC Barcelona bleiben davon nicht verschont. In Barcelona wird wegen des exorbitanten Schuldenstandes des Gesamtvereins eine genaue Überprüfung der Ausgaben für Sportarten wie Basketball oder Handball diskutiert. In Ciudad Real droht Vereinspräsident und Mäzen Domingo Diaz de Mera damit, dass der Verein Kastillien verlassen werde falls die regionalen Unternehmen und die Kommune ihre Unterstützung nicht erhöhen sollten.
Sicherlich werden viele Vereine Lösungen für ihre wirtschaftlichen Probleme finden, aber während in der HBL die Etas der Spitzenmannschaften stetig wachsen, ist in Spanien der Zenit wohl überschritten.