Ich habe mir das Sonderheft heute Nachmittag gekauft und bin ein wenig enttäuscht. Als ich erfuhr, dass die Sportbild ein eigenes 100-seitiges Vorschau-Heft auf den Markt bringt und direkt mit einer Auflage von 80.000 Exemplaren an den Start geht (das ist fast das Doppelte der Auflage des Handballwoche-Sonderheftes), hatte ich erwartet, dass sie zumindest versuchen würden auch inhaltlich neue Maßstäbe zu setzen. Mein Fazit nach dem ersten Durchblättern: Herausgekommen ist meiner Meinung nach nicht viel mehr als optisch aufgehübschte Standard-Informationen zu den einzelnen Vereinen. Stellenweise mehr Schein als Sein. Das Heft ist solide gemacht, aber eben nicht mehr.
Jedem der 18 Erstligisten werden vier Seiten gewidmet.
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(Quelle: Axelspinger-mediapilot.de)
- Auf Seite 1 prangt in der oberen Hälfte das Mannschaftsfoto. Die untere Hälfte beinhaltet die redaktionellen Texte zum Verein, die mir gut gefallen, da sie die aktuelle Situation der Vereine, personelle Veränderungen und Ambitionen für die kommende Saison kompakt und informativ vermitteln.

- Seite 2 besteht aus einer Reihe von Statistiken und Standard-Informationen rund um den Verein: Erfolge, Daten zur Halle, Kartenpreise, Kontaktdaten und eine Fieberkurve mit den Endplatzierungen der letzten zehn Jahre. Anstelle der klassischen Hallenfotos hat sich die Sportbild dafür entschieden ein Satelliten-Bild der Halle und ihrer Umgebung (ala Google Earth) zu verwenden. Darüber hinaus gibt es ein kurzes 3-Fragen-Interview mit dem jeweiligen Vereinstrainer und den "Wunderlich-Tipp" bei dem das Bild von Erhard Wunderlich mit dem jeweiligen Vereinslogo mehr Platz in Anspruch nimmt als seine aus zwei bis drei Sätzen bestehende Prognose.

- Auf Seite 3 werden die Spieler einzeln vorgestellt - jeweils mit Porträtfoto und den üblichen Daten wie Nationalität, Position, Alter, Anzahl der Bundesliga- und Länderspiele sowie erzielte Tore, etc.
- Seite 4 befasst sich abschließend mit einem ausgewählten Spieler. Neben einem großformatigen Foto des Spielers bleibt aber leider nur noch Platz für einen einspaltigen Text. Darunter ist noch einmal großflächig der komplette Spielplan mit Terminen der Hin- und Rückrunde abgedruckt, obwohl auf der ersten Seite des Sonderheftes bereits eine Übersicht mit allen Spieltagen der Saison 2010/11 zu finden ist und erfahrungsgemäß Terminangaben für die Rückrunde oder selbst das Ende der Hinrunde eine sehr kurze Halbwertzeit haben.
Die journalistische Arbeit beschränkt sich pro Verein auf fünf halbseitige Spalten. Stellenweise hat man den Eindruck die einzelnen Statistiken wurden künstlich aufgebläht um die Seiten zu füllen. Was sich in der Sportbild über drei Seiten erstreckt, fasst beispielsweise das Handball-Magazin ohne nennenswerten Informationsverlust auf einer einzigen Seiten zusammen. (Andererseits können z.B. die Einzelporträts der Spieler für Handball-Neulinge oder Gelegenheits-Zuschauer hilfreich sein.) Auch der Kasten mit den sportlichen Erfolgen der Vereine hat immer dieselbe Größe - egal ob sich darin die zahlreichen Titel des THW Kiel tummeln oder nur zwei Aufstiege wie z.B. bei Friesenheim und Ahlen-Hamm. Bei manchen Vereinen wurden zudem Vize-Meisterschaften und Finalteilnahmen zum "Auffüllen" hinzugezogen.
Der Vorteil für SportbIld besteht darin, dass die Hefte auch in kleineren Kiosken an prominenter Stelle neben den Sonderheften der Fußball-Bundesliga ausliegen, während die Handballwoche und das Handball Magazin meist nur in gutsortierten Buchhandlungen oder an Bahnhöfen zu finden sind.