Der THW hat verdient gewonnen, aber das Ergebnis ist etwas zu hoch ausgefallen. Kiel hat heute erneut nicht überzeugend gespielt, aber der VfL konnte diesmal einfach nicht eine ähnliche Leistung wie im Pokal-Viertelfinale abrufen. Während beim Spiel vor einem Monat praktisch jeder Wurf ein Trefffer war, wurden heute (vor allem im zweiten Durchgang) zahlreiche freie Würfe vergeben bzw. von Omeyer pariert. Und wenn Omeyer mal nicht zur Stelle war, dann ging der Ball vom Innenpfosten wieder raus.
Um gegen Kiel gewinnen zu können, müssen diese klaren Chancen genutzt werden. Knackpunkt war wohl die doppelte Überzahl Mitte der zweiten Halbzeit. Beim Stande von 17:19 wäre dies die Gelegenheit gewesen zum erneuten Ausgleich. Aber zuerst scheitert Zrnic beim Siebenmeter an Omeyer und anschließend spielt Vukovic den Ball in die Hände von Dominik Klein. Dem 17:21-Rückstand konnte der VfL anschließend nur noch hinterherlaufen. Bei den Gummersbachern schwanden die Kräfte und Kiel war abgeklärt genug Zeitstrafen zu vermiden, die den VfL zurück ins Spiel hätten bringen können.
Die offensive Abwehr war über weite Strecken auch gegen den THW Kiel ein probates Mittel. Aber den Kielern gelang es besser die Schwachstellen dieser Formation aufzuzeigen. Bei den Kreuzbewegungen der Kieler klappte in der VfL-Abwehr oft das Übergeben und Übernehmen des Gegenspieler nicht oder es fehlte die Hilfe des Nebenmannes, wenn ein Kieler durchbrechen konnte. Und Ahlm ist, wenn er den Ball erstmal bekommen hat, im 1:1 einfach nicht zu stoppen.
Jetzt hat der Vfl Gummersbach die beiden schweren Spiele gegen Hamburg und Kiel hinter sich und geht entgegen aller Erwartungen mit 2:2 Punkten und +1 Toren aus diesen Partien hervor. Also sollten wir den Blick nach vorne richten.