Beiträge von Arcosh

    KN-Leser wissen nun auch, wodurch sich Uli Derad für seinen neuen Job beim THW qualifizert hat:

    Zitat

    [...] Bestechen musste er seine Töchter nicht. Gestern war in Nordrhein-Westfalen letzter Schultag. Um zwei Wochen verlängerte Ferien, bis es am Gymnasium Altenholz mit dem Büffeln weitergeht, waren Argument für den Wohnortwechsel genug.[...]


    Wenn bloß jeder so leicht zu überzeugen wäre. Aber vielleicht sollte man die Ostsee-Strände im Auge behalten, ob dort in Zukunft vermehrt Handball-Schiedsrichter ihren verlängerten Urlaub verbringen. :P

    Serbien hat heute auch Ernst gemacht:

    Albanien - Serbien 8:66 (1:32,7:34) :help:


    Damit war Albanien mit 0 Punkten und 17:172 Toren zwar vollkommen chancenlos in der Gruppe A, wird das Turnier aber dennoch nicht als Letzter beenden. Die Albaner stehen im Spiel um Platz 7/8 während der Fünftplatzierte der Gruppe B (der derzeit zwischen Italien und Bosnien-Herzegowina ermittelt wird) den neunten und letzten Platz in den Statistikbüchern einnehmen wird.

    Zitat

    Original von Lord Vader
    Übrigens ist mein Bauwerk nicht richtig gelöst :nein:


    Okay, das von dir gesuchte Bauwerk war das Rathaus von Frankfurt (Oder), in dem sich aber auch ein Teil des Museum Junge Kunst befindet, dasss Ustra angesprochen hat.

    Natürlich könnte ein strenge Anwenden von 8:2 und 8:3 zu einem Umdenken bei der Abwehrarbeit führen. Allerdings stimme ich da eher immerweiter zu, dass die Shot-clock das Problem der subjektiven Schiedsrichter-Entscheidungen nur vom passiven Spiel zur Progression verschiebt.

    Wenn die Schiedsrichter das Vorwarnzeichen für passives Spiel anzeigen, hat die angreifende Mannschaft zumindest noch die Möglichkeit den Druck auf die Abwehr zu erhöhen und den Torabschluss zu suchen.

    Wenn jedoch der angreifende Spieler kurz vor Ablauf der Shot-clock gefoult wird, dann hängt es einzig von den Schiedsrichtern ab, ob sie mit einer progressiven Bestrafung gegen die Abwehr für neue 35 Sekunden Angriffszeit sorgen, oder ob es nur einen Freiwurf gibt und die Shot-clock abläuft. Der kritisierte Einfluss der Schiedsrichter würde also eher noch größer, weil es deutlich mehr Fouls gibt, bei denen man über die richtige Bestrafung des Vergehens diskutieren kann, als Spielszenen mit fragwürdigen Entscheidungen zum passiven Spiel. Die richtige Bewertung eines Fouls wird für den Schiedsrichter durch seinen subjektiven Blickwinkel und die Dynamik der Spieler erschwert. Selbst der Fernsehzuschauer kann manchmal nach mehreren Zeitlupen keine eindeutige Entscheidung treffen.

    Die einzige Frage ist warum sich die Albanier diese Spiele überhaupt antun. Albanien hat weder bei der Qualifikation für die EM 2010 teilgenommen noch jemals bei der Challenge Trophy, dem EHF-Wettbewerb für Handball-Entwicklungsländer wie Armenien, Aserbaidschan oder England parallel zur WM.

    Und das Ergebnis gegen Frankreichs B-Auswahl erstaunt auch nicht weiter, wenn man weiß, dass die erste Partie bei den diesjährigen Mittelmeerspielen gegen Algerien mit 5:48 verloren ging.

    Dass die subjektive Auslegung des passiven Spiels nicht immer allen Beteiligten Recht ist, ist nicht neu. Allerdings habe ich bislang noch keine Alternativen gehört, die mich überzeugen konnte. Ich empfinde die momentane Regelung als sinnvoll, da sie lange Angriffe und Zeitschinden unterbindet und gleichzeitig die Möglichkeit bietet allen individuellen Spielsituationen gerecht zu werden - gerade weil die Shiedrsrichter jede Spielsituation individuell bewerten können.

    Die Shot-clock wäre ein objektives Kriterium für die Länge des Angriffs, aber sie funktioniert nur im Zusammenspiel mit anderen Regeln bzw. deren Auslegung. Im Basketball verhindern persönliche Fouls und der Ausschluss des Spielers nach einer bestimmten Anzahl Fouls, dass die verteidigende Mannschaft durch ständige Fouls den Angriffsfluss des Gegners stört und so ein Ablaufen der Shot-clock bewirkt. Im Handball hingegen könnte man durch ein Foul kurz vor Ablauf der 35 Sekunden der angreifenden Mannschaft jede Chance zum Torwurf nehmen. Die einzige Möglichkeit dies zu unterbinden bestünde darin Fouls konsequenter progressiv zu bestrafen, wie es Meteokoebes bereits angedeutet hat.

    Ein anderes Problem ist das Anhalten der Spielzeit. Im Basketball wird bei jeder Spielunterbrechung die Spielzeit und damit auch die Shot-clock angehalten. Im Handball ist dies jedoch eher die Ausnahme. Ein klassisches Beispiel. Ein Spieler wird beim Versuch zum Tor zu ziehen fest gemacht und sowohl Abwehr- als auch Angriffsspieler kommen dabei zu Fall. Tpischerweise belieben die Spieler nun zwei, drei Sekunden liegen und rappeln sich dann langsam wieder auf. Gleichzeitig rollt der Ball davon oder der Torwart spielt mit ihm rum. Ehe der Freiwurf ausgeführt wird vergehen locker zehn Sekunden. Momentan kein Problem, aber bei einer 35-Sekunden-Shot-clock, von der im Moment des Fouls vielleicht schon 15 oder 20 Sekunden abgelaufen waren, wären diese verlorenen zehn Sekunden viel zu lang. Würde man nun im Handball konsequent bei jeder Spielunterbrechung die Spielzeit anhalten, dann würden sich die Spiele deutlich in die Länge ziehen. (Das wäre in letzter Konsequenz auch nicht im Sinne der übertragenden Fernsehsender, die dann für ein Handballspiel noch mehr kostbare Sedezeit freiräumen müssten.)

    Die Shot-clock würde meiner Meinung nach im Handball nur im Zusammenspiel mit weiteren massiven Änderungen funktionieren. Und da stellt sich mir die Frage, ob der vereinzelte Ärger über die Interpretation des passiven Spiels einen so großen Eingriff in die Sportart rechtfertigt.


    P.S.: Meiner Meinung nach sind 35 Sekunden auch zu wenig für einen Angriff. Ich habe mir gerade die erste Halbzeit des Pokalfinales zwischen dem THW Kiel und dem VfL Gummersbach (Halbzeitstand 15:12) unter dem Gesichtspunkt der Auswirkungen des russischen Modells noch einmal angesehen. Von den 27 Toren, wären 12 Tore nicht gefallen, weil im vorangegangenen Angriffsspiel mindestens einmal die Shot-clock abgelaufen gewesen wäre. Insgesamt hätten 16 Angriffe wegen überschreiten der 35 Sekunden abgepfiffen werden müssen. Zum Vergleich: Es wurde in der ersten Halbzeit nur zweimal passives Spiel angezeigt und beide Male kam der Torwurf noch bevor die Schiedsrichter abgepfiffen haben. Von den 15 "regulären" Treffern wurden sechs Tore aus dem Tempogegenstoß oder der zweiten Welle innerhalb von zehn Sekunden nach Ballgewinn erzeilt. Aus dem Positionsspiel heraus konnten beide Mannschaften nur 9 Tore erzielen, bei denen nicht vorher die Shot-clock ihre Angriffe beendet gehabt hätte. Eine abgebrochene zweite Welle mit anschließenden Spielerwechseln verschlingt in der Regel 20 bis 25 Sekunden. Da bliebe nicht mehr viel Zeit für das Positionsspiel.