St. Otmar St. Gallen mit grosser Schuldenlast
Der St. Galler NLA-Handballklub St. Otmar St. Gallen steht zum zweiten Mal nach 2007 vor dem Konkurs.
Vor zwei Jahren hatte die Schuldenlast der Ostschweizer eine halbe Million Franken betragen, diesmal sind es sogar 800'000 Franken. Wenn es nicht gelingt bis Ende Mai 600'000 Franken zu beschaffen, muss der Konkurs angemeldet werden. Allein in dieser Saison verzeichnete St. Otmar einen Verlust von 565'000 Franken.
Unzureichendes Contolling, Mehrwertsteuer-Nachforderungen, falsche Budgetierungen, ausbleibende Sponsorengelder, die Verpflichtung von Spielern und der grosse Aufwand für den Europacup, nennt Präsident Heini Seger als Gründe für die Malaise und den akuten Liquididät-Engpass.
Eine Task Force unter der Leitung von Martin Rutishauser, dem ehemaligen OK-Präsidenten der Handball-EM 2006 in der Schweiz, will versuchen, den Verein vor dem Aus zu retten.
Im Februar 2007 war vor allem Manager Ernst Liniger als Verantwortlicher für die Probleme ausgemacht worden. In der Folge konnte unter dem damaligen Präsidenten Charles Lehmann, der in der Folge zusammen mit Liniger zurücktrat, ein Grossteil der Schulden getilgt werden. Eine neue Führungs-Crew mit dem Präsidenten Heini Seeger und dem Manager Reto Valaulta übernahm die Verantwortung und damit auch noch eine Restschuld von 170'000 Franken, die man sofort tilgen wollte.
Dabei wurde auch betont, in Zukunft keine Profispieler mehr verpflichten zu wollen. Doch die Vorsätze konnten nie umgesetzt werden. Die Schulden nahmen nicht ab, sondern zu. Nun ist das Weiterbestehen des St. Galler Traditionsvereins akut gefährdet.
Quelle: NZZ online