Im Endeffekt muss man mit den Leistungen der deutschen Mannschaft zufrieden sein. Platz 5/6 erfüllt auf jeden Fall die Erwartungen, die im Vorfeld der WM an die Mannschaft gestellt worden waren.
Wenn man sich den Turnierverlauf genauer anschaut, ist es natürlich bedauerlich, dass zu den 9:1 Punkten der Vorrunde und der perfekten 4:0-Punkte-Ausgangssituation für die Hauptrunde "nur" 1:5 Punkte in ebendieser zweiten Gruppenpahse hinzukamen. Allerdings kann man der Mannschaft keinesfalls vorwerfen in der Hauptrunde schlecht gespielt zu haben. Im Endeffekt waren es immer nur Sekunden, die zum Halbfinaleinzug gefehlt haben. Gegen Serbien fiel der Ausgleichstreffer drei Sekunden vor dem Ende, gegen Norwegen hätten man fast die Chance gehabt bei noch zehn verbleibenden Sekunden und 6-gegen-4-Überzahl den Ausgleichstreffer zu schaffen und schließlich beim Spiel Polen gegen Norwegen durfte die deutsche Mannschaft bis fünf Sekunden vor Spielende vom Halbfinale träumen. Zusammen nicht einmal zwanzig Sekunden, die zwischen Halbfinale und K.O. entschieden. Ein Tor mehr oder weniger hat den Unterschied ausgemacht. Am Ende war es wohl eine Kombination aus fehlender Cleverness und Erfahrung und dem nötigen Quentchen Glück, das diesmal gefehlt hat.
Man könnte sich nun in alle möglichen Hätte, Wenns und Abers in Hinblick auf Schiedsrichterentscheidungen oder Verletzungspech stürzen und die ein oder andere Verschwörungstheorie formulieren. Oder aber man akzeptiert das knappe Ausscheiden gegen Weltklassemannschaften und freut sich darüber, dass die deutsche Mannschaft die an sie gesetzten realistischen Erwartungen erfüllt und vielleicht sogar ein wenig übertroffen hat. Ich für meinen Teil werde Letzteres tun. Junge Spieler wie Müller und vorallem Strobel haben mir bei Turnier sehr gut gefallen und sind ein Indiz dafür, dass auch bei kommenden Europa- und Weltmeisterschaften die deutsche Mannschaft ein Wörtchen mitsprechen wird.