Jetzt weiß ich wie sich die Franzosen nach dem Halbfinale 2007 gefühlt haben müssen.
Ich will ja garnicht sagen, dass die Schiedsrichter entscheidend für die Niederlage der Deutschen gewesen seien, denn dazu haben die Deutschen selber viel zu viele Chancen ungenutzt gelassen. Aber wenn in der Schlussphase einer Partie ausgerechnet die Schiedsrichter im Mittelpunkt stehen und nicht die Spieler, dann läuft irgendetwas verkehrt. Und heute war keinesfalls das erste oder einzige Spiel bein dem hinterher mehr über die Schiedsrichter als die Spieler diskutiert wurde.
Es ist wirklich eine Schande, dass die rasante Professionalisierung des Handballsports in den letzten Jahren scheinbar spurlos an den Schiedsrichtern vorbeigegangen zu sein scheint. Offensichtlich kann die IHF bei einem solchen Turnier nicht einmal ein Dutzend fähige Gespanne aufbieten. die die nötige Erfahrung und Kompetenz besitzen Spiele auf diesem Niveau zu leiten. Wenn sich der Weltverband jährlich 500.000 Euro Spesen des Präsidenten leisten kann, dann sollte auch Geld für eine fundierte Aus- und Fortbildung der Schiedsrichter vorhanden sein.
Dazu kommt auch noch, dass die IHF ausgerechnet bei einer WM eine neue Regelinterpretation ausgibt. Plötzlich werden Offensivfouls viel strikter gepfiffen und das theatralische Verhalten der Abwehrleute direkt progressiv bestraft. Die Idee mag im Ansatz nicht schlecht sein, aber eine solche Änderung kann man nicht plötzlich zu einer WM aus dem Hut zaubern, ohne dass die Spieler Zeit hatten sich darauf einzustellen. Generell habe ich das Gefühl, dass die Zahl der Zeitstrafen bei dieser WM deutlich höher ist als bei vergangenen Turnieren oder in der Bundesliga oder dem Europapokal. Die Qualität der Spiele wird dadurch nicht gerade gefördert.
In Zukunft sollte sich die IHF vielleicht mal mehr Gedanken über die Schiedsrichter-Fortbildung machen, anstatt sich alle Jahre wieder neue Modi für die Turniere auszudenken.