Interview mit Heiner Brand
„Manche arbeiten sogar gegen uns“
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Und dennoch: Mit dem WM-Gewinn 2007 bekam der Handball hier zu Lande endlich jene Aufmerksamkeit, um die er so lange gekämpft hat. Sogar RTL ist inzwischen eingestiegen und überträgt aus Kroatien mit großem Aufwand. Da muss man doch Sorge haben, das mühsam errungene Terrain schon wieder zu verlieren . . .
Natürlich wäre es auch unter diesem Aspekt schlecht, wenn wir bei dieser Weltmeisterschaft nicht gut abschneiden sollten. Andererseits wäre das eine Entwicklung, die wir nicht zu vertreten hätten. Die Spitzenclubs der Bundesliga setzen nämlich vor allem auf ausländische Spieler. Das bedeutet, dass junge deutsche Spieler sowohl in der Liga als auch international, beispielsweise in der Champions League, immer weniger oder gar nicht zum Zuge kommen. Sie können also nur über Länderspiele oder internationale Turniere internationale Erfahrung sammeln und so herangeführt werden.
Das war absehbar!
In der Tat ist das der Trend, den wir befürchtet haben, der nach außen hin aber schwer zu vermitteln ist. Fest steht: Es gibt Vereine, die nichts für die Nationalmannschaft getan oder teilweise sogar gegen uns gearbeitet haben. Wenn nämlich auch deutsche Spitzenvereine unter Federführung des Mäzens von Ciudad Real eine Europaliga angestrebt haben, war das im Prinzip eine Aktion gegen die Nationalmannschaft.
Aber die Bundesliga-Manager müssen ihrem Publikum doch etwas bieten . . .
Das ist ja richtig. Aber richtig was bieten können doch sowieso nur Topspieler. Ein Karabatic oder früher ein Wislander sowie Narcisse sind und waren natürlich eine Bereicherung für die Liga. Aber mir soll keiner erzählen, dass die 150 oder noch mehr ausländischen Spieler heute alles Topleute sind. Wir haben die Dänen, Polen und Tschechen durch die Bundesliga schon stark gemacht. Und jetzt machen wir auch noch die Österreicher stark - nur uns machen wir schwächer.
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Quelle: Kölnische Rundschau