Die meisten Aufsteiger in die erste Bundesliga können ihren Etat gegenüber der Zweitligasaison nur geringfügig aufstocken und spielen daher in den ersten Jahren normalerweise immer nur gegen den Abstieg. Es ist ein langer und steiniger Weg, wenn sich ein Verein durch Klinkenputzen bei Kleinsponsoren, erfolgreichem Wirtschaften und einem glücklichen Händchen bei der Zusammenstellung der Mannschaft ins Mittelfeld der Bundesliga vorarbeiten will.
Mithilfe eines potenten Geldgebers im Rücken lässt sich dieser Weg deutlich leichter gehen. Und mit dem sportlichen Erfolg im Rücken ist es leichter neue Zuschauer und vorallem die Sponsoren anzulocken. Für einen Verein mit viel Geld ist es gewissermaßen leichter neue Einnahmequellen zu generieren. Anhand der Geschichte des HSV sieht man wie schwer es ist einen neuen Verein zu etablieren. Bevor Rudolph bei den Hansestädtern einstieg, war das Projekt gescheitert. Unter anderem Dank des Geldes von Andreas Rudolph konnte der HSV sich in den letzten Jahren in der nationalen Spitze etablieren. (Übrigens hat auch Rudolph unlängst angekündigt, dass der HSV bis 2010 wirtschaftlich von ihm unabhängig sein soll.)
Bilbo
Ob das für den Sport gut ist, lässt sich sicherlich kontrovers diskutieren. Der Knackpunkt ist meiner Meinung nach, ob es die Vereine schaffen sich eine wirtschaftliche Basis zu erarbeiten, um irgendwann nicht mehr auf die Unterstützung eines Mäzen angewiesen zu sein. Was zählt ist die Nachhaltigkeit. Es schadet sicherlich dem Sport, wenn ein Verein empor kommt, zwei drei Jahre erfolgreich mitspielt und dann ohne den Geldgeber im Hintergrund ebenso schnell wieder in der Bedeutungslosigkeit verschwindet.
Allerdings gilt dies ebenso für die meisten anderen Vereine, bei denen zwei oder drei Großsponsoren den Großteil des Etats finanzieren. Wenn da einer kurzfristig aussteigt, können ebenso schnell die Lichter ausgehen.