Italiens Doping-Liste immer länger
Mailand - Beim Giro d’Italia fuhr Emanuele Sella drei Etappensiege heraus – nun kam heraus, woher der Bergspezialist seine ungeahnten Kräfte bezog.
Die italienische Nachrichtenagentur "ANSA" berichtete, dass der CSF-Profi der Einnahme des Blutdopingmittels CERA überführt wurde.
Auch Sellas Landsmann Riccardo Ricco war bei der Tour de France mit dem gleichen EPO-Präparat im Blut erwischt worden.
Die Liste wird länger
Da auch Leonardo Piepoli während der Frankreich-Rundfahrt ein Geständnis abgelegt hatte, versinkt der italienische Radsport immer mehr im Dopingsumpf.
Sella bestritt die Vorwürfe zwar reflexartig ("Ich weiß absolut nichts von den Anschuldigungen. Ich habe nichts zu verbergen"), doch bereits die Dominanz des 27-Jährigen auf den Alpen-Etappen des Giro kam den Experten verdächtig vor.
Sellas Heuchelei
Dabei hatte Sella nach Bekanntwerden des Dopingfalls von Ricco noch von einen "Niederlage für den Radsport" gesprochen – pure Heuchelei wie es nun scheint.
Ricco ließ sich nun zu keinem verbalen Konter hinreißen ("Ich will das nicht kommentieren"), kann sich aber in die Lage seines Landmannes hineinversetzen.
Ricco: "Tut mir Leid für ihn"
"Ich weiß, was er gerade durchmacht, es tut mir sehr Leid für ihn", so der ehemalige Saunier-Duval-Profi.
Der Weltverband UCI hatte Sellas Kontrolle am 23. Juli durchgeführt. "Es handelte sich um eine gezielte Kontrolle", verriet UCI-Präsident Pat McQuaid.
UCI übernimmt AFLD-Test
Offenbar hat der Weltverband die Testmethoden des französischen Verbandes AFLD übernommen – ein gutes Zeichen für die künftige Glaubwürdigkeit des Radsportes.
Sella hatte beim Giro d'Italia nicht nur drei Etappen mit teilweise frappierender Dominanz für sich entschieden, sondern auch das grüne Bergtrikot geholt.
Quelle: Sport1.de