Zurück aus Köln und es war einmal mehr ein europäisches Handballfest.
Sportliches:
Mit 17 Siegen in 18 Spielen ist der FC Barcelona der verdiente Champions-League-Sieger 2025/26. In beiden Spielen am Wochenende haben sie eine dominante erste Halbzeit gespielt, allerdings Schwächen im zweiten Durchgang gehabt. Ist das Überheblichkeit oder fehlende Wettkampfhärte? Im Halbfinale gegen Aalborg hatten sie in der zweiten Halbzeit Probleme mit dem 7-gegen-6 der Dänen und mussten am Ende froh sein, die Verlängerung erreicht zu haben. Im Finale haben sie die Füchse Berlin in den ersten 20 Minuten mit der schnellen Mitte förmlich überrannt und sie mit ihren eigenen Waffen geschlagen, die den Füchsen Berlin am Vortag den Erfolg über den SC Magdeburg ermöglicht hatten. In der 58. Minute des Endspiels gab es den Was-wäre-wenn-Moment für die Füchse Berlin. Nach Parade von Dejan Milosavljev hatten die Füchse Berlin die Chance den Rückstand auf ein Tor zu verkürzen. Die Halle stand und das Spiel hätte in diesem Moment kippen können, aber der unbedrängte Fehlpass von Mathias Gidsel sorgte für die Entscheidung.
Aalborg war trotz des vierten Platzes ein würdiger Final4-Teilnehmer. Juri Knorr wandelt wie eh und je zwischen Genie und Wahnsinn, aber dennoch sehe ich den Wechsel nach Dänemark für ihn positiv, denn in der HBL wäre er wahrscheinlich bei keinem Champions-League-Verein gelandet.
Aleix Gomez erzielte sein 100. Tor in Champions-League Final4s! 
Zuschauer/Fans:
Für Fans aus ganz Europa ist das Champions-League Final4 inzwischen ein fester Termin im Jahr geworden - unabhängig davon, ob ihr Verein vor Ort mitspielt. Deutsche Handball-Trikots (abseits des SC Magdeburg und der Füchse Berlin) waren allerdings verhältnismäßig wenige zu sehen. Das belegt auch der Ticketvorverkauf vor Ort für das Final4 2027. Die Fanlieblinge am Wochenende waren Mathias Gidsel, Dika Mem und Juri Knorr und alle drei sind ihrer Rolle gerecht geworden. Sie haben am Freitagabend alle Autogramm- und Foto-Wünsche erfüllt und waren bis zum letzten Moment bei der Autogrammstunde anwesend.
Der FC Barcelona kann gefühlt jedes Jahr mehr Fans mobilisieren. Während in den ersten Jahren nur überschaubare Rote-Blaue-Fan-Grüppchen nach Köln reisten, schöpfen die Spanier inzwischen ihr Kartenkontingent aus und sind in der Halle lautstark vertreten.
Event:
Die Soundanlage in der Arena war viel zu laut und meiner Meinung nach war es ein Unding, dass die Musik nach Unterbrechungen noch lange weiterlief, obwohl das Spiel schon wieder begonnen hatte. Lautstärke und Mitklatschmusik allein machen noch keine gute Stimmung aus. Da Bedarf es meiner Meinung nach anderer Interaktion mit dem Publikum und den Fangruppierungen.
Im direkten Vergleich der Showeinlagen hatte dieses Jahr die HBL die Nase vorn gegenüber der EHF. Die Akrobatik beim DHB-Pokal Final Four in Verbindung mit der gelungenen Nutzung des LED-Bodens fand ich ansprechender und kreativer als die Coverband am vergangenen Wochenende, obwohl ich die Mashups musikalisch gelungen fand. Die Mannschaftsvorstellungen hingegen gefielen mir beim Champions-League Final4 besser als beim Pokal-Pendant.