Du schreibst von "unsportlicher, betrügerischer Ergebnisbeeinflussung", "verschobenen" Spielen und nennst die Schiedsrichter "Spielmanipulierer". Ich bin selber oft mit den Schiedsrichterleistungen unzufrieden, aber ich bin weit davon entfernt einen böswilligen Vorsatz dahinter zu vermuten.
Bei der WM 2007 waren sich die Franzosen, Spanier, Kroaten und einige andere einig, dass sie verpfiffen worden seien und die Deutschen primär aufgrund der Schiedsrichterentscheidungen Weltmeister geworden seien. Jetzt schreien umgekehrt die Deutschen auf, dass sie in ausländischen Hallen bewußt benachteiligt würden.
Mein Schluss aus diesen ewig andauernden Diskussionen und Beschwerden ist, dass vielen EHF/IHF-Schiedsrichtergespannen schlicht die nötige Erfahrung fehlt, um in der hitzigen Atmosphäre einiger Hallen die Ruhe zu bewahren und ihre klare Linie beizubehalten. Sind sind dem Druck durch die einseitige Beinflussung durch das Publikum nicht gewachsen.
Alle EHF-Mitgliedsnationen haben ein Interesse daran, dass ihre eigenen Schiedsrichtergespanne international eingesetzt werden. Zwangsläufig werden deshalb Schiedsrichter eingesetzt, die in ihren Heimatländern Spiele vor ein paar hundert Zuschauern leiten und nicht auf die Atmosphäre bei einem Topspiel in der CL vorbereitet sind. Außerdem ist die internationale Spielweise nicht mit dem Niveau vieler nationaler Ligen zu vergleichen. Das Spiel ist oft schneller und körperbetonter, sodass sich die Schiedsrichter neuen Bedingung und Situationen anpassen müssen, mit denen sie bislang keine oder nur wenig Erfahrung haben.
Da in allen Hauptrundengruppen jeweils ein deutsches und ein spanisches Team mitspielen, werden keine Gespanne aus diesen beiden Ländern angesetzt. Hinzu kommen die Teams aus Frankreich und Dänemark. Also muss die EHF zwangsläufig auf Gespanne aus nichtbeteiligten Ländern zurückgreifen. Von den 16 Mannschaften in der CL-Hauptrunde stammen lediglich fünf Vereine aus vier osteuropäischen Ländern. Die scheinbar gehäufte Ansetzung von Unparteiischen aus osteuropäischen Nationen resultiert also einfach daraus, dass unter den verbleibenden unbeteiligten Ländern mehr ost- als westeuropäische Staaten sind.
Zu behaupten, dass die Unparteiischen aus dem "Ostblock" "ihren Ostblockmannschaften" absichtlich zum Sieg verhelfen, finde ich abwegig. Was haben Litauer davon, wenn eine kroatische Mannschaft gewinnt. Ebensogut könnte ich behaupten in der Bundesliga würden Schiedsrichter aus Norddeutschland für die Nordclubs pfeifen oder alle Gespanne aus Spanien, Frankreich, Dänemark, Island, etc. würden automatisch die deutschen Mannschaften bevorzugen. 
Ziel der EHF muss es sein die Schiedsrichtergespanne besser zu schulen und auf die internationalen Einsätze vorzubereiten. Die von der EHF angestrebte Professionalität der internationalen Wettbewerbe sollte sich auch in den Schiedsrichtern widerspiegelen. Eine Varinate könnte es sein, EHF-Gespanne aus zweitklassigen Handballländern auch mal bei Spielen der europäischen Topligen einzusetzen, damit sie dort Erfahrung sammeln können. Also eine Art Austauschprogramm für Schiedsriichter zwischen den nationalen Ligen.