Zu Frau Kettemanns Statement:
Das in 14 Gruppenspiele erarbeitet Heimrecht im Rückspiel ist der Mannschaft und dem Verein also wichtiger als die in 14 Gruppenspiele erarbeitete gute Ausgangslage für das Erreichen des Viertelfinales? Interessant auch, dass sie glaubt den Fans sei eine Ansetzung zu familienfreundlicher Zeit wichtiger als ein Spiel mit sportlicher Relevanz und dem möglichen erfolgreichen Abschneiden ihrer favorisierten Mannschaft.
Dann kann man leider nur sagen: "Selber Schuld". Die Rhein-Neckar Löwen stellen die wirtschaftliche Bedeutung der Liveübertraung in der ARD über den sportlichen Erfolg der Mannschaft und machen damit die in 14 Gruppenspielen erarbeitete Ausgangslage ihrer Spieler zunichte. Im ganzen Statement findet sich keine selbstkritische Äußerungen dazu, dass man mit der Zusage dieses Bundesligaspiel am 24.03. auszutragen sehenden Auges in diese Problematik hineingerannt ist, keine Hauch der Kritik an mangelnder Mitarbeit der ARD, die hier wie eine Monstranz des deutschen Bundesligahandballs empor gehoben wird. Wäre der Vereine nicht ebenso seinen Spielern, seinen Sponsoren und seinen Fans gegenüber in der Pflicht das bestmögliche sportliche Abschneiden der Mannschaft zu ermöglichen? Machen zwei oder drei Live-Übertragungen mit Beteiligung der Rhein-Neckar-Löwen die ARD zu einem wichtigeren Partner des Vereins als die treuen Fans die zu Champions-League-Auswärtsspielen in ganz Europa mitgereits sind und nun um die realisitsche Chance auf ein Viertelfinale oder gar die Final4-Teilnahme ihrer Mannschaft gebracht werden? Oder die Spieler, die monatelang enorme körperliche Beslastungen auf sich genommen haben für die Chance um den höchsten Vereinstitel Europas mitzuspielen? Das gegebene "Wort" gegenüber der ARD steht über alledem?
Ich kann die Kritik vestehen, dass es schwierig ist zu planen, wenn die EHF Champions-League für ihre Spiele potentiell den Zeitraum von Donnerstag bis Sonntag blockt. Es wäre sicherlich zielführender, wenn zwar Donnerstag bis Sonntag der Rahmenzeitraum ist, aber jede Mannschaft zu Saisonbeginn zwei Wochentage benennt in denen sie in Absprache mit den nationalen Ligen und den lokalen TV-Sendern ihre Champions-League-Heimspiele austragen wird. Das EHF-Statement, dass die deutschen Vereine ihre Heimpiele zukünftig Mittwochs und Donnerstags austragen werden, geht auch in diese Richtung und in der Praxis ist es so, dass jeder Verein seine bevorzugten Heimspieltage hat und dies die gegnerischen Vereine auch wissen.
Das hätte allerdings an der aktuellen Situation nicht geändert. Dem Gastgeber obliegt zunächst das Recht die Termine für die Heimspiele frei zu wählen. Dass die nicht-deutschen Champions-League-Teilnehmer ihre Heimspiele vorwiegend am Wochenende terminieren ist bekannt und daher war absehbar, dass es am 24./25.03.2018 zu dieser Terminkonfrontation kommen würde. Zu vermeiden gewesen wäre dies nur durch ein inner-deutsches Achtelfinale, durch eine Platzierung bei der die deutsche Mannschaft im Hinspiel zunächst zuhause hätte antreten müssen oder eben dadurch, dass man sich nicht auf die Bundesliga-Ansetzung am 24.03 eingelassen hätte. Die beiden ersteren Punkte sind letztendich (durch die durchaus positiven Platzierungen der Bundesligavereine) nicht eingetreten und bei letzterem Punkt müssen sich die HBL und die Bundesligavereine an die eigene Nase fassen.
... und weil Fußballstadien terminlich nahezu uneingeschränkt zur Verfügung stehen. Das ist ein entscheidener Unterschied zu den Multifunktions-Arenen, die eine wesentlich höhere Auslastung benötigen um wirtschaftlich erfolgreich sein zu können.