Quelle: http://www.gnonline.de Rubrik: Lokalsport vom 05.12.2003
Coup Schwedischer Welt- und Europameister hilft im Dezember bei der HSG aus
Der 37 Jahre alte Magnus Andersson traut sich die Doppelbelastung als Trainer in Halmstad und Spieler in Nordhorn zu. Unklar war gestern noch, ob die Transfermodalitäten bei der EHF noch rechtzeitig zum heutigen Spiel gegen Flensburg und Ex-Trainer Kent-Harry Andersson geklärt werden können.
nordhorn/fh – Die Aussprache dauerte länger als ein Handballspiel. Als Spieler, Trainer und Manager gestern nach einer Stunde und 15 Minuten die Klausurtagung beendet hatten, machte sich Zuversicht breit. "Es war ganz positiv", befand Ola Lindgren und der Übungsleiter, dessen Team zuletzt zweimal mit zehn Toren Differenz verloren hat, registrierte zufrieden: "Wir sind uns alle einig, wie die Welt aussehen muss." Auch Bernd Rigterink blickte nach den jüngsten Debakeln gegen den VfL Pfullingen (29:39) und den HSV Hamburg (21:31) optimistisch auf die heutige Partie gegen die SG Flensburg-Handewitt (20 Uhr, Euregium; ab 19.45 live im DSF). "Da wird eine ganz andere Mannschaft auf dem Feld stehen", ist der Manager überzeugt.
Gegen den Tabellenführer (26:4 Punkte) und den ehemaligen Trainer Kent-Harry Andersson erwartet Rigterink das "kämpferische Gesicht" der Formation um Kapitän Ian Marko Fog. Ob sich auch das personelle Gesicht des Tabellenachten (16:10 Punkte) ändern wird, war gestern noch nicht endgültig geklärt. Fakt ist: Magnus Andersson, mit Schweden 1990 und 1999 Weltmeister sowie 1994, 1996 und 2002 Europameister, ist als Teilzeit-Spielmacher weiterhin gefragt, solange mit Ljubomir Vranjes und Maik Machulla die beiden Regisseure der Nordhorner verletzt ausfallen.
"Es wäre gut, wenn wir ihn für ein, zwei oder drei Spiele im Dezember hätten", sagt Rigterink. Ob der in 79 Bundesligaspielen (409 Tore) für den TuS Schutterwald und GWD Minden erprobte Rechtshänder allerdings schon heute mitwirken kann, blieb gestern offen. Auf der Homepage der schwedischen Elitserien wurde zwar schon vermeldet, Andersson würde gegen Flensburg für die HSG debütieren, doch herrschte noch einiger Klärungsbedarf: Zum einen stand abends noch ein Telefonat mit der Vereinsführung von Anderssons Arbeitgeber Drott Halmstad an, was man als Formalität abtun zum anderen waren die Transferformalitäten bei der Europäischen Handball-Federation (EHF) in Wien gestern nicht zu klären, da in Österreich Feiertag war (Maria Empfängnis). Sicher ist: Selbst wenn Magnus Andersson die Doppelbelastung als Trainer von Drott Halmstad und Spieler in Nordhorn hin bekommt, wird er der HSG nicht in allen Spielen bis zum Jahresende zur Verfügung stehen. An den beiden Europacup-Terminen am nächsten und übernächsten Wochenende ist er mit Drott im Achtelfinale des Pokalsieger-Wettbewerbs gegen HC Banik Karvina (Tschechien) gefordert und wenn die HSG am 17. Dezember beim VfL Gummersbach spielt, kollidiert das mit dem Punktspiel der in der Elitserien auf Rang vier geführten Mannschaft aus Halmstad gegen Lugi Lund.
"Wir brauchen einen erfahrenen Spieler", sagt Lindgren, warnt aber auch vor überzogenen Erwartungen an seinen 37-jährigen Freund und Landsmann, der zu Beginn dieser Spielzeit bei Drott Halmstad seinen Tätigkeitsbereich ebenfalls vom Spielfeld auf die Trainerbank verlagert hat: "Magnus allein kann uns nicht retten."
Muss er auch nicht. Denn: "Wir haben ja gute Handballer", sind Trainer und Manager überzeugt, allerdings müssen die ihre zuletzt verschütteten Fähigkeiten wieder frei legen. "Mehr Aggressivität in der Abwehr, besser zurück laufen, geduldig spielen und das Konzept halten", sind die Punkte, die Lindgren besonders am Herzen liegen. Und: "Wir müssen unsere Fehlerquote reduzieren."