Für mich liegt ein gewichtiges Problem dabei darin, dass der Keyplayer Juri Knorr eine Rückraummitte, aber kein Spielmacher ist. Er lenkt nicht auf hohem Niveau und er inszeniert auch nicht metronomartig seine Nebenleute. Maximal für den Kreis, weil es dann sein Assist ist. Kurzum: Er spielt für sein Ego und nicht für sein Team. Das ist auch schon recht lange so, aber die hohe individuelle Qualität kaschiert das meistens ganz gut.
Und wenn man keinen wortwörtlichen Spielmacher hat, wie soll dann ein zusammenhängendes Spiel entstehen?
Das sehe ich auch so, der Spieler auf RM muß wie das Wort " Spielmacher" schon implementiert Spielgestalter sein und das Spiel mit seinen Aktionen lenken und führen.
Er sollte seine Mitspieler durch kreative Übersicht sowie Assist inzeniert einsetzen.
Er muss Spiele und Gegner lesen und verstehen können. Sehen wann ein Spiel (Ball) schnell oder oder mal besser langsamer ruhiger mit mehr Geduld geführt werden muss. Er muss im Spiel immer wieder neue Angriffsvariationen kreieren, einleiten und ermöglichen. Er bestimmt wann wo eine Sperre im Angriff zu stellen ist, damit der in der jeweiligen Spielsituation richtige Spieler zum Torerfolgt kommt.
Er muss zwingend seinen Mitspielern die jeweiligen gewünschten Spielzüge / Spielvarianten ansagen, damit diese genau wissen welcher vorher eingeübte Spielzug nun gespielt werden soll und was jeweils für diesen Spielzug von dem jeweiligen Spieler erwartet wird.
Er ist der Leader und fast schon eine eierlegende Wollmichsau.
Ich weiß ein hoher Anspruch. Deshalb ist die RM für mich auch die Königsposition im Handball. Denn er beeinflusst maßgeblich den "Tor"-Erfolg seiner Mitspieler auf RL und RR sowie am Kreis und Außen.
Natürlich sollte er selbst auch eine gewisse Torgefahr ausüben, aber in erster Linie manschaftsdienlich für den Torerfolg seiner Mitspieler spielen.
Egomanen sind auf dieser Position falsch.
Auf solche Eigenschaften und Fähigkeiten muss aber auch ein RM-Spieler intensiv trainiert und gefördert werden und das geschieht, nach meiner Meinung, in den meisten Vereinen der HBL und auch in unserer Nationalmannschaft leider wenig bis garnicht.
Das ist der Grund warum uns gute, herausragende, deutsche Spielgestalter in den Vereinen der HBL und so auch in der Nationalmannschaft fehlen.
Ein Spielmacher muß kein extrem guter Deckungsspieler sein, denn seine kreativen Fähigkeiten werden im Angriffspiel gebraucht. Seine Mentalität und Kraft sollte in der Deckung nicht verpulvert werden.
Er sollte, idealer Weise, der pfiffige und kreative Feingeist der Mannschaft sein.