Auszug aus einem Artikel der OVZ zu den Kosten und Erträgen der European League
Als er jetzt, am Montag, aufgestanden sei, sagt Schindler, habe er sich erst schütteln müssen, dass es nach dem aufreibenden 29:29-Unentschieden in einem Handballkrimi im Bundesligaspiel gegen die SG Flensburg-Handewitt einen Tag später schon wieder weiter geht mit dem Start in die Vorrunde der European League. 15 Mitarbeiter waren seit dem Morgen damit beschäftigt, alle Werbung in der Schwalbe-Arena abzukleben und nach den Statuten der EHF auszutauschen.
Die Anforderung an die Europa League-Vereine sind hoch
Die Anforderungen der Europäischen Handball-Föderation sind hoch, der finanzielle Ertrag niedrig. „Die Gruppenphase kostet uns 200 000 Euro, pro Punkt gibt es von der EHF 1500 Euro“, berichtet der VfL-Geschäftsführer. „Es ist ein Armutszeugnis für den Handball, dass Vereine, die sich über ihre Leistung für den Wettbewerb qualifiziert haben, überlegen müssen, ob sie es sich leisten können.“ Wenn man dann noch sehe, welche organisatorischen Herausforderungen in Bezug auf die Infrastruktur um die Schwalbe-Arena auf den Verein zukommen, frage man sich schon, ob jeder im Umfeld dahinter stehe. Diesbezüglich werde man in den kommenden Wochen auch Gespräche führen.
Dazu kommen die wenig familienfreundlichen Anwurfzeiten und die Häufung von Spielen. Die Vorrunde findet bis Mitte November statt und die Hauptrunde startet dann wieder im Februar. Der VfL-Geschäftsführer appelliert an die Fans und Unternehmen, den Verein bei dem Weg durch Europa zu unterstützen. Gerade, was die finanzielle Belastung angehe, stehe noch viel Arbeit vor dem VfL und seinen Mitarbeitern. „Ich bin aber guten Mutes, dass wir es irgendwann geschafft haben werden“, so Schindler.