Hoffen auf weitere Verstärkungen
Tusem-Trainer Kristof Szargiej wird langsam unruhig. Alles ist eingestielt, aber entschieden ist nichts.
Er will sich das nicht anmerken lassen und er darf das wohl auch nicht. Aber Kristof Szargiej ist unruhig. Die Vorbereitung auf die Saison ist in vollem Gange, aber sein Kader ist immer noch nicht komplett. "Ich warte noch, etwas anderes bleibt mir nicht übrig." Der 45-Jährige hofft noch auf zwei Verstärkungen. Eine für den halblinken Rückraum, eine für die halbrechte Seite.
Ärztliche Tests gemacht
Es gibt zwei konkrete Kandidaten. Sie waren schon in Essen, haben ein Probetraining absolviert, ärztliche Tests gemacht. Alles ist vorbereitet. Doch die Sache ruht. Ein beunruhigender Zustand für den Tusem-Trainer. Aber Kristof Szargiej versteht sich als ein "Vorschläger", er ist kein Entscheider. Letztere sollen nach ihrem Urlaub endlich für klare Verhältnisse sorgen. Die Zeit drängt.
Keine Frage - die Abgänge der Leistungsträger Mark Schmetz (Lemgo) und David Katzirz (Ungarn) wiegen schwer. Und schon in der letzten Saison gab es auf der halbrechten Position mit Evars Klesniks nur einen Alleinunterhalter, der, bedingt durch Verletzungspech, in der dramatischen Schlusskurve der Saison auf dem Zahnfleisch kroch. Es ging gerade noch gut.
Aber viel passieren darf den Stammspielern auch in der kommenden Punkterunde nicht. Die Essener haben versucht, das Beste aus der Situation zu machen und in Perspektivspieler investiert.
"Man muss sie heranführen, der Unterschied zwischen der Zweiten und der Ersten Liga ist unglaublich groß", so der Tusem-Trainer mit Blick auf die Neuzugänge Maris Versakovs und Ewgeny Vorontsov.
Torwart Michal Shejbal, der aus Göppingen kam, muss sich auch erst wieder richtig einfinden in die Liga. Er hatte nicht viele Spielanteile in der letzten Saison und will es jetzt allen zeigen. "Ihn muss ich noch bremsen. Er muss seinen Ehrgeiz anders steuern", meint Szargiej.
Es wird erneut ein Kampf um den Klassenerhalt. Ein anderes Saisonziel kann es für die Margarethenhöher auch in der Anfang September beginnenden Punkterunde nicht geben.
Wunsch nach einem Co-Trainer
"Es wird noch schwerer als im letzten Jahr. Das zweite Jahr nach dem Aufstieg ist immer gefährlich!" Vor allem, wenn die Spielerdecke wirklich so dünn wie derzeit bleiben sollte.
Doch daran mag Szargiej noch keinen Gedanken verschwenden. Er zwingt sich, positiv nach vorne zu blicken. Und würde sich selbst auch über eine Verstärkung, einen Co-Trainer freuen. Szargiej hat einen Wunsch geäußert. Und der Kandidat signalisierte, auch sofort einsteigen zu wollen.
Alles ist eingestielt. In seinem neuntägigen Urlaub in seiner Heimat Polen hing Szargiej öfter am Handy, als es der fünfköpfigen Familie lieb sein konnte. Alles für die Tusem-Familie....
Quelle: NRZ, 24.07.2008, SABINE HANNEN