Zwei im Blickpunkt - und ein neuer Linkshänder
HANDBALL: Die Rhein-Neckar Löwen treffen auf die HSG Wetzlar / Sergiy Shel'menko kommt
Von unserem Redaktionsmitglied Ute Krebs
Das Pokalfinale ist aus dem Kopf, der Bundesliga-Alltag hat die Rhein-Neckar Löwen wieder: Am Sonntag kreuzt die HSG Wetzlar in der Mannheimer SAP Arena auf. Anwurf gegen die abstiegsbedrohten Mittelhessen ist um 17 Uhr. "Wir dürfen uns keinesfalls auf unseren Lorbeeren ausruhen", blickt Trainer Iouri Chevtsov dann doch noch einmal auf den sensationell guten, aber am Ende nicht von Erfolg gekrönten Auftritt beim Final Four in Hamburg zurück. Schließlich habe seine Sieben die letzte Partie in der Beletage bei GWD Minden verloren. "Nun ist ein Sieg Pflicht. Und wir werden uns intensiv auf Wetzlar vorbereiten", verspricht der Weißrusse.
Bei diesem Duell stehen vor allem zwei Akteure im Mittelpunkt: zum einen Christian Caillat, der im Februar von der HSG nach Baden wechselte und zum anderen Gregor Werum, der sich bereits im Oktober 2005 die Freigabe der Löwen einholte und nun das Trikot des Tabellensechzehnten trägt. Caillat, der Mann von der halblinken Königsposition, entpuppte sich in den zurückliegenden Wochen als wahrer Glücksgriff, und Chevtsov bestätigt gerne: "Christian hat seine Aufgabe gut gelöst."
Der 32-Jährige ist zwar angeschlagen (Ellbogen), will sich aber durchbeißen. Caillat stand im November beim Auswärtssieg der Badener in der Mittelhessen-Arena nicht auf dem Parkett, er war damals nach der Pokalschlappe in Dormagen suspendiert worden, weil ihm Manager Rainer Dotzauer mangelndes Engagement vorgeworfen hatte. Nach einer Aussprache mit der Mannschaft und Dotzauer lief der Franzose aber eine Woche nach der Partie gegen die Löwen wieder im Dress der HSG Wetzlar auf. "Ich gehe meinen Weg. Ich weiß, dass ich kein einfacher Typ bin, und manchmal habe ich eben meine Tage. Aber trotzdem kann man gut mit mir auskommen", erklärt der 2,02-Meter-Hüne.
"Diese alte Geschichte" ist inzwischen aber weit weg. "Und es ist auch kein besonderes Spiel für mich gegen Wetzlar. Es geht mir nur um die beiden Punkte", sagt Caillat. Denn es wäre schmerzhaft für ihn, am Ende nichts zu erreichen. Eine Kampfansage Richtung Europacup-Platz. "Ich wäre sehr enttäuscht, wenn es nicht klappen würde", sagt einer, der wieder Spaß an seinem Beruf hat - und Selbstvertrauen. "Das ist das Wichtigste für einen Sportler."
Auf die Frage, ob der Franzose auch über die Saison zum Thema bei der SG Kronau/Östringen werden könnte, verweist Chevtsov allerdings auf dessen Anschlussvertrag in Wetzlar. "Wir versuchen, diese Position mit einem anderen Spieler zu besetzen." Der Name Niemeyer bleibt unausgesprochen. Man weiß auch so, wen der 46-Jährige meint.
Indes hat die SG wohl ihren ersten Neuzugang: Einen Kontrakt unterschrieben haben soll ein neuer Linkshänder. Nach Informationen unserer Zeitung wird der Halbrechte Sergiy Shel'menko in der nächsten Saison das Löwen-Jersey tragen. Der ukrainische Nationalspieler kommt von ZTR Zaporoshje (das war auch Oleg Velykys erste Station als Profi). Der 23-jährige, wurfgewaltige 1,93-Meter-Mann war bei der Europameisterschaft in der Schweiz bester Torschütze seines Landes.