ZitatAlles anzeigenFür die Überraschungstruppe kommt es nun knüppeldick
HANDBALL: Nach dem Arbeitssieg gegen Wilhelmshaven fahren die Löwen zum HSV Hamburg / Wechselt Pungartnik zur SG?
Von unserem Redaktionsmitglied Ute Krebs
Drei Siege in Serie in der Bundesliga (Pfullingen, Nordhorn, Wilhelmshaven), den sechsten (EHF-Pokal-)Platz untermauert und das Ticket zum Final Four nach Hamburg in der Tasche - und das alles ohne den genialen Kopf Oleg Velyky: 2006 hätte es für die Rhein-Neckar Löwen bislang nicht besser laufen können. Die SG Kronau/Östringen bleibt die Überraschungsmannschaft in der Handball-Bundesliga.Obwohl die Badener beim jüngsten Heimspiel gegen den WHV eine Halbzeit benötigten, bis sie Betriebstemperatur erreicht hatten. "Es war keine einfache Partie", blickte Iouri Chevtsov gestern noch einmal auf das 26:18 (10:11) gegen die Niedersachsen zurück. "Denn nach dem Ausfall von Oleg haben wir doch keine stärkeren Leute als andere Mannschaften." So sah der 46-jährige SG-Trainer Caillat mit Bedzikowski, Siniak mit Oliver Köhrmann, Bechtold mit Wiegert auf einer Linie. "Jurasik war allerdings besser als Behrends. Und weil Gensheimer in den entscheidenden Phasen Verantwortung übernommen und unsere Deckung bärenstark agiert hat - deshalb haben wir gewonnen", analysierte Chevtsov.
"Schön war's nicht", meinte Andrej Siniak zu einem Arbeitssieg, der nach der Pause dann aber doch sehr deutlich ausfiel. Der Weißrusse selbst haderte im ersten Abschnitt mit sich und seiner Ausbeute. "Ich war nicht zufrieden mit mir", so das Fazit des Spielmachers. Allerdings wartet auf den 33-Jährigen am Sonntag (16 Uhr) der richtige Aufbaugegner. Dann müssen die Löwen beim HSV Hamburg ran, und gegen seinen Ex-Klub ist Siniak ganz besonders motiviert. Seit er Mitte vergangenen Jahres nach Nordbaden gewechselt ist, war er kein einziges Mal mehr in der Weltstadt Hamburg ("Ich habe dort drei schöne Jahre verbracht"). Und am Wochenende wird er wohl auch nur das Hotel und die Color Line Arena sehen. "Am Anfang habe ich noch mit einigen Ex-Kollegen telefoniert", sagt der 86-fache weißrussische Nationalspieler, aber inzwischen sei der Kontakt zu Pascal "Pommes" Hens und den Gille-Brüdern abgerissen. "Ich freue mich auf die Leute dort, und es wäre wirklich das Schönste für mich, aus Hamburg die beiden Zähler mitzunehmen", so der Regisseur, der sich mit Kreisläufer Andrej Klimovets einig ist: "Die Partie am Sonntag wird ein ganz anderes Spiel als zuletzt gegen Wilhelmshaven." Zu ihrer Stippvisite vor dem Final Four am 8./9. April brechen die Badener bereits am Samstag mit dem Bus auf. "Die Hamburger gehören eigentlich unter die Top fünf", erklärt Geschäftsführer Uli Schuppler. Tatsächlich finden sich die Nordlichter im Niemandsland der Tabelle auf Rang neun wieder. "Von der Besetzung her müssten der HSV und wir eigentlich die Plätze tauschen", formuliert es Chevtsov. Er bringt das Hammerprogramm seiner Truppe in den nächsten Wochen mit Hamburg, Magdeburg (12. März), Gummersbach (18. März) und Kiel (22. März) auf den Punkt: "Gegen alle vier sind wir Außenseiter."
Für die nächste Saison hat der HSV bereits ordentlich aufgerüstet und unter anderem den Halbrechten Kyung-Shin Yoon (Gummersbach) verpflichtet. Damit verfügt die Sieben neben dem Koreaner und Krzystof Lijewski mit Roman Pungartnik über einen dritten Linkshänder für diese Position. Der Slowene ist bei der SG als Nachfolger von Tamas Mocsai (Lemgo) im Gespräch, allerdings spielen die Hanseaten inzwischen mit dem Gedanken, Pungartnik doch zu halten: als zweiten Rechtsaußen neben Stefan Schröder.
© Mannheimer Morgen - 03.03.2006