Beiträge von OsloStar

    Frank von Behren scheint das Verletzungspech treu zu bleiben. Bei der 29:30-Niederlage seines VfL Gummersbach gegen die SG Wallau-Massenheim musste er mit Verdacht auf Mittelhandbruch ausgewechselt werden.

    Der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft hatte sich erst in der vergangenen Saison einen Kreuzbandriss zugezogen. Nach mehreren Monaten Pause war er Anfang dieser Saison wieder aufs Parkett zurückgekehrt.

    Bitter wäre der Ausfall auch für den VfL. Der Verein musste bereits die fünfte Niederlage dieser Saison einstecken und müsste nun zudem auf einen seiner Leistungsträger verzichten.

    Zum Spiel Einsenach – Kröstringen! (nachdem man drüber geschlafen hat)

    Ich bekam eine richtige Gänsehaut als das Team von Eisenach einlief! Klasse Publikum, geile Halle. Mich wundert es nicht, dass hier auch schon Magdeburg scheiterte!
    Die ersten 20 Minuten hatte der ThSV eigentlich immer das Nachsehen! Sie erziehlten 4 ihrer ersten 7 Treffer via. 7 Meter und kamen mit der Kröstisdeckung überhaupt nicht zurecht! Unsere SG führte 10:7, doch dann drehte der ThSV auf, bzw. unsere Jungs spielten ohne Herzblut! 11:10 führte Eisenach nach dieser Drangphase! Das Spiel war knapp und mit etlichen technischen Fehlern auf beiden Seiten gespickt! Zur Halbzeit setzte sich der ThSv nit zwei Treffern ab.

    Das Spiel war eigentlich in der 33. Minute schon gegessen. Kröstringen hatte noch eine 2. Minutenstrafe abzusitzen und schon war man in eben dieser Spielminute mit 19:14 hinten. Mehr will ich zu diesem Spielverlauf einfach nicht schreiben, weil ich sonst eine Abmahnung bekommen würde. Grade bei Namentlichen Spielerangriffen!

    Was in den letzten 27. Minuten abging, geht auf keine Kuhhaut! Die Anzahl der Fehlpässe hätten für die ersten acht Spiele gereicht! Das verhalten einiger „Profis“ im SG Team war eklatant! Man konnte meinen unsere Abwehrspeziallisten hätten sich Ihren Titel in der Kirmesbude erspielt! Warum wurde Maros ausgewechselt? Er hatte zur Halbzeit 10ß Saves auf seinem Konto ….. er kam in der 41. Minute wieder rein und hatte am Ende wieder 20 Saves! Maros war mit Mariusz Jurasik einer der guten von den schlechten, wobei schlechten noch etwas untertrieben ist! Sicher hätte Maros bei so einem Hühnerhaufen in der Abwehr auch nicht mehr machen können, aber diesen Schritt nachzuvollziehen war mir am gestrigen Abend nicht möglich!

    Es ist sicher keine Schande in Eisenach zu verlieren. Aber man darf es eben nicht so tun wie bereits in Wetzlar! Legt man eine solche Leistung in der RNH an den Tag, wird der Schnitt noch weiter sinken! Und die Leute, die 42 € sowie eine menge an Zeit am gestrigen Abend opferten hatten sicher jedes Mitleid verdient!

    Zum Abschluß noch ein dickes Lob an Eisenach! Faire Fans die immer Top Stimmung machten! Nach diesem Spieltag denke ich, das sich der ThSV rechtzeitig aus den Niederungen der Tabelle entfernen wird. Zuhause werden noch einige scheitern. Halle von Eisenach finde ich spitze und ist bestimmt auf Abruf ein Hexenkessel!

    Weiter geht’s am Samstag gegen die Gladiators …….. da wir uns dem Gegner wie auch heute immer schön anpassen, ist mir nicht bange, ein weiteres Wunder zu erleben. Bei manchen setzten ja ganz andere Kräfte ein, wenn es gegen die großen geht!

    ThSV Eisenach - SG Kronau/Östringen 37:29 (16:14)

    Eisenach überrollt Kröstringen

    Was hatten sich die „Kröstis“ unter der Woche genau auf dieses Spiel gefreut und mit Heißblut gebrannt. Nach dem Sensationserfolg gegen den deutschen Rekordmeister VfL Gummersbach war das Selbstvertrauen weit angestiegen, die Aussichten waren gut und letztlich glaubte jeder Spieler der SG Kronau/Östringen an einen Sieg in Eisenach. Das Wunschdenken wurde am gestrigen Abend jedoch nicht zur Wirklichkeit – der Aufsteiger in die Handball-Bundesliga musste trotz eines sehr starken Beginns mit einer 29:37 (14:16)-Niederlage überraschend deutlich die Segel streichen. Die Badener erlebten unter der Wartburg nach dem Freudenfest vor Wochenfrist ein böses Erwachen.

    Die letzten Anweisungen von Michael Roth und Rolf Bechtold vor dem Anpfiff der Schiedsrichter Pioro/Strick (Heßlar/Erkelenz) waren eindeutig. „Wir müssen heute noch mehr als bei jedem anderen Auswärtsspiel zur Sache gehen“, gaben die beiden SG-Trainer ihren Schützlingen auf den Weg. Kronau/Östringen hat anfangs sehr diszipliniert gespielt“, erkannte auch ThSV-Coach Peter Rost. Mit einer unübertrefflichen Erfolgsquote im Angriff führten die „Kröstis“ mit 5:2 erstmals deutlich und lagen auch noch beim 10:7 (17.) mit drei Treffern in Front. Dann aber folgte eine Schwächephase der Badener, die den ThSV binnen kurzer Zeit vier Mal in Folge einschießen ließen. Das Blatt schien sich in dieser Phase zu wenden, doch Kronau/Östringen hielt vor 2000 Zuschauern in der Werner-Aßmann-Halle noch mit. Führung und Ausgleich wechselten bis kurz vor dem Pausenpfiff.

    Danijel Grgic, Neuzugang von der SG Willstätt/Schutterwald erhöhte mit seinem siebten Tor gleich nach dem Wiederbeginn auf 17:14, Philipp Karbe legte sofort danach nach, während die „Kröstis“ im Angriff ihre Chancen reihenweise vergaben. Erneut Grgic traf gar zum 19:14 (33.). Die SG K/Ö lief den Hausherren regelrecht ins offene Messer, Gudmundur Hrafnkelsson – kurzzeitig für Maros Kolpak zwischen den Pfosten – bekam die Bälle nur so um die Ohren geworfen. „Dem ThSV haben wenige Minuten gereicht, um den Sieg zu ebnen“, erinnerte sich Rolf Bechtold nur ungern an die Zeit nach der Pause. 23:16 stand es in der 38. Minute für die Thüringer – ein Freudenfest für den ThSV deutete sich nicht nur an, sondern wurde zur bitteren Wirklichkeit. Eisenach hatte zuletzt in Stralsund eine Niederlage kassiert, doch in diesem Heimspiel erinnerten sich die Ostdeutschen an den eindrucksvollen Heimerfolg gegen Magdeburg vor zwei Wochen. Der ThSV-Coach Peter Rost hatte einen Sieg gefordert und damit sein Team mächtig unter Druck gesetzt. Geschadet hatte es nicht, denn auch im weiteren Spielverlauf hatte Eisenach alles fest im Griff, beendete fast jeden Angriff mit einem Torerfolg, während die Gäste-Sieben nicht mehr wusste, wie ihr geschah. Zehn Tore Vorsprung beim 33:23 (49.) durch Karbe bedeuteten die Vorentscheidung.

    „Wir haben wieder Lehrgeld bezahlt“, musste Michael Roth ernüchternd feststellen. Der SG-Coach machte die Niederlage vor allen Dingen am Abwehrverhalten fest. „Letzte Woche hat uns die Defensive noch zum Sieg gegen Gummersbach verholfen, in Eisenach agierten wir in diesem Teil nicht bundesligareif und ließen die nötige Kompaktheit vermissen.“

    SG Kronau/Östringen: Hranfkelsson (31.-39.), Kolpak, Weber 2, Schuppler, Bechtold, Meiser, Häusler 3, Blank 2, Jurasik 12/5, Dominikovic 3, Löhr 6, Rohr 1.

    Also, es sind nun 7. - 8. Spieltage vorbei! Anbei nun die meiner Meinung nach besten drei Kröstis.

    1. Maros Kolpak
    Wahnsinnnnn, was der junge zeigt! Vor der Saison dachte ich noch, dass er kein Land gegen Gudmi sehen wird. Aber was er uns dann bot, war einfach Weltklasse. Gudmi konnte in der Vorbereitung übrezeugen, patzte aber immer wieder gegen die großen Teams wie Wallau, Kiel usw.! Wenn Maros so weiterspielt, hat er am Ende vielleicht berechtigte Chancen auf ein All Star Game Platz! (Vorrausgesetzt, Göppinger werden vom Voten ausgeschlossen!)

    2. André Bechtold
    Hätte André letzte Saison solch eine Leistung geboten, wären wir noch früher aufgestiegen! Ob auf LA oder RM, er hat immer überzeugt! Vor allem in der Defensive! Er ist z.Z. der Spieler, der den größten Sprung nach vorne gemacht hat!

    3. Mariusz Jurasik
    Ich will garnicht dran denken, wo wir jetzt stehen würden, wenn Mariusz die Vorbereitung mitgemacht hätte! Er zeigte in einigen Spielen ansatzweise, zu was er in der Lage ist, wenn er einmal 100 %ig fit ist! Das ist ein richtiger Kracher, der 60 Minuten durchpowern muss! Grade weil er nur Angriff spielt (was man event. auch mal überdenken sollte!). Ist er fit und hat 5 - 9 kg weniger auf den Rippen (spätestens nach der Winterpause!), dann wird Mariusz das Torungeheuer aus Baden, Wetten!


    Wie siehts bei euch aus ...

    FA Göppingen - VfL Pfullingen 34:28 EN Für Göppingen zählt nur ein Sieg, sonst ist man auf Trainersuche... 5900 Zuschauer in Stuttgart Spielverlauf: 0:2 (3.), 5:4 (8.), 8:6 (13.), 12:9 (20.), 15:11 (25.), 16:13 (HZ), 18:15 (33.), 22:19 (40.), 26:20 (46.), 27:23 (50.), 31:25 (55.)

    18.10.2003 - 19.30 Uhr: ThSV Eisenach - Kröstis

    „Was wir in der ersten Halbzeit gezeigt haben war nahezu perfekt. Wir haben in der Abwehr hervorragend agiert und Gummersbach ständig zu Fehlern gezwungen.“ Michael Roth konnte nach dem Heimsieg gegen den VfL Gummersbach zusammen mit Kollege Rolf Bechtold das komplette Team loben. Die beiden Trainer des Handball-Bundesligisten SG Kronau/Östringen sind nach dem sensationellen Erfolg hochmotiviert, nun auch in Eisenach zu punkten. „Das gibt ein Vier-Punkte-Spiel“, prognostiziert Roth und fügt an: „Natürlich ist es auswärts immer schwer, aber bei uns haben alle verstanden um was es geht und wie wir uns präsentieren müssen.“

    Roth und Bechtold fordern am Samstag (19.30 Uhr, Werner-Aßmann-Halle) für den Auftritt beim ThSV Eisenach eine kämpferische Leistung über 60 Minuten. Das komplette SG-Team hat kürzlich den Eisenacher Heimsieg gegen Meisterschaftsanwärter SC Magdeburg vor dem Fernseher live mitverfolgt und ist gewarnt. Dennoch erhoffen sich die „Kröstis“ zumindest einen Teilerfolg, zumal der letzte Auftritt in der Rhein-Neckar-Halle viel Selbstvertrauen gegeben hat.

    Abstiegskampf pur wird es in Eisenach geben. Deshalb wünscht sich das SG-Team auch seitens der Fans, die zuletzt über 60 Minuten die „Kröstis“ angefeuert haben, die nötige Unterstützung. Die SG setzt einen Fanbus ein. Informationen gibt es auf der Homepage http://www.kroestis-on-tour.de oder unter Tel. 0621/33939463. Die Fahrt nach Eisenach kostet 42 EUR und beinhaltet die Eintrittskarte.

    (c) http://www.sg-kronau-oestringen.de

    14.10. HSG Nordhorn - THW Kiel 20.00
    15.10. SC Magdeburg - Stralsunder HV 19.30
    15.10. Wilhelmshavener HV - TBV Lemgo 19.30
    15.10. FA Göppingen - VfL Pfullingen 20.00 (vorgezogen vom 10. Spieltag)
    15.10. SG Flensburg-H. - TV Großwallstadt 20.00
    18.10. VfL Gummersbach - SG Wallau-M. 18.30
    18.10. GWD Minden - HSG D/M Wetzlar 19.30
    18.10. ThSV Eisenach - SG Kronau/Ö. 19.30

    Blitzblank Kröstis putzen den VfL Gummersbach

    HANDBALL: Aufsteiger überzeugt gegen den Rekordmeister mit tollem Kampf und Tempospiel


    So stellt man sich wohl ein Comeback vor: Nach einem Muskelfaserriss im Adduktorenbereich kehrte Linksaußen Andreas Blank nach drei Wochen Pause in den Kader der SG Kronau/Östringen zurück und als nach dem 25:23 (14:8)-Überraschungserfolg gegen den VfL Gummersbach nach den Matchwinnern gesucht wurde, kamen die Beobachter auch an dem 23-Jährigen nicht vorbei. Denn in der kritischen Phase nach dem Wechsel, als der Rekordmeister bis auf 15:17 (41.) herankam, waren es nicht zuletzt die fünf Treffer des gebürtigen Südbadeners, die den Bundesliga-Aufsteiger in Front hielten. Per Siebenmeter zum 23:16 (51.) sorgte Blank gegen seinen Ex Klub dann auch für die Vorentscheidung. Die Jungs haben mich eben gut in Szene gesetzt, blieb Andreas nach seiner blitzblanken Leistung allerdings bescheiden und verwies auf die mannschaftliche Geschlossenheit und den kämpferischen Einsatz, den auch Trainer Michael Roth hervorhob und VfL-Coach Sead Hasanefendic bei seiner Sieben schmerzlich vermisste. Wir haben heute nie das Niveau erreicht, um gewinnen zu können, konnte sich Hasanefendic vor allem die Leistung der Oberbergischen in der ersten Halbzeit nicht erklären. Manager Carsten Sauer fühlte sich gar beleidigt: So darf man nicht verlieren. Ohne Frank von Behren und Mark Dragunski, der bis auf einen Kurzeinsatz angeschlagen auf der Bank blieb, kamen auch Torjäger Yoon gegen einen enorm bissigen André Bechtold oder der französische Spielmacher Houlet nicht ins Spiel und versemmelten zunächst die besten Gelegenheiten. Nach 6:4 (12.) stand es deshalb 11:4 (17.) ein Gegenstoß nach dem anderen nahm Gummersbach die Moral, Holger Löhr steuerte während dieses Trommelfeuers einen Hattrick bei, der neben dem Trainerduo Roth/Bechtold auch die 2000 Fans von den Sitzen der Eppelheimer Rhein-Neckar-Halle riss. Das war sicher der Grundstein, da haben wir an unserem oberen Limit gespielt, wusste auch Michael Roth, wo er die Gründe für einen Sieg suchen musste, den so sicher keiner erwartet hatte. Noch drei Tage zuvor blamierten sich die Kröstis schließlich beim Pokalspiel in Hüttenberg (28:30) bis auf die Knochen, wurden danach mit einem Waldlauf belohnt und zu einer internen Aussprache ohne Trainer gebeten. Uns war schon klar, dass wir in Gefahr geraten, uns alles kaputt zu machen, hatte die Sitzung laut Andreas Blank ihre Wirkung nicht verfehlt und auch Trainer Rolf Bechtold setzte auf die nötige Reaktion: Nach dem Auftritt in Hüttenberg ging das ja gar nicht anders. Und selbst an ihre Siegchance hatten sie bei der Fusionssieben fest geglaubt, als Nationalspieler Frank von Behren wegen einer Wadenzerrung nicht auf dem Spielberichtsbogen auftauchte. Vor allem Dragunski lebt von dessen Anspielen in der zweiten Etage, sah Bechtold bereits vor der Partie ein wesentliches Element des VfL-Spiels gekippt, den Rest erledigte eine stabile Defensive vor Maros Kolpak (17 Paraden), das Tempospiel nach vorne und die Flügelzange
    Löhr/Blank in Durchgang zwei. Dieser Sieg sollte uns Selbstvertrauen geben, vor allem weil er nicht unbedingt
    eingeplant war, freute sich auch Bechtolds Kollege Michael Roth über den Coup, doch für Euphorie blieb natürlich kein Platz in den Katakomben der Rhein-Neckar-Halle. Am nächsten Wochenende geht es bereits wieder nach Eisenach, wo ein direkter Konkurrent im Abstiegskampf auf die Kraichgauer wartet, der sicher die 25:26-Niederlage bei Aufsteiger Stralsund wettmachen will.

    (c) Mannheimer Morgen

    Keine Chance für den Rekordmeister

    Kyung-Shin Yoon war von 1999 bis 2002 vier Mal Torschützenkönig der Handball-Bundesliga - trotz großer Konkurrenz fast aller Weltstars. Acht, neun Treffer gelingen dem Südkoreaner normalerweise für den VfL Gummersbach, nicht selten auch einige mehr. Der Rückraumspieler war Welthandballer, gilt als einer der Stars in der besten Liga der Welt, ist

    2,04 Meter groß und kräftig gebaut. - Andre´ Bechtold dagegen ist einen Kopf kleiner (1,86 m), schmächtiger und sammelt erst seit Ende August Erfahrungen im Handball-Oberhaus. Ein junger, unerfahrener Spieler also? Am letzten Samstag, stand der "Große" jedoch ganz im Schatten des "Kleinen", denn der Student von der SG Kronau/Östringen ließ sich von Kyung-Shin Yoon nicht ein einziges Mal überwinden. Seine sechs Tore warf der Gummersbacher von der Siebenmeter-Linie (3) - oder er wich dem aggressiven Trainersohn auf die andere Seite aus (3). Fehlende Größe ersetzte André durch seine Schnelligkeit und Aggressivität. "Er ist topfit, sehr ehrgeizig, ich hatte eigentlich noch mehr von ihm erwartet", sagt der Vater.

    "Bechtold hat gegen Yoon eine hervorragende Leistung gebracht und seine Aufgabe perfekt erfüllt. Das ist mit ein Grund dafür, dass wir gewonnen haben", lobte Trainer Michael Roth nach dem 25:23 (14:8)-Sieg seinen "Abwehrspezialisten". Der SG-Vorsitzende Wolfgang Essig bescheinigte dem 23-Jährigen sogar "die größten Fortschritte aller Spieler" gemacht zu haben.

    Während André jedoch schon seit dem ersten Spiel in Wetzlar mit immer besseren Leistungen glänzt und mit höchstem Einsatz und Willen kämpft, haben seine Nebenleute diese Einstellung einige Male vermissen lassen. Zuletzt bei der peinlichen Pokalniederlage gegen den Regionalligisten TV Hüttenberg. Weshalb Michael Roth die Spieler in den Wald zum "frische Luft schnappen" (Roth) geschickt hatte, wo sie sich beim Laufen ihre Gedanken machen konnten.

    Beim Sieg gegen die Gummersbacher schien das Engagement von Andre´ Bechtold dann jedoch sehr ansteckend gewesen zu sein, denn die "Kröstis" spielten mit Hingabe und Einsatz. Kein Ball wurde verloren gegeben, die Abwehr machte den Gästen das Leben schwer und im Angriff wurde um jeden Meter gekämpft. Selbst der sonst so ruhige und manchmal unbeteiligt wirkende kroatische Weltmeister Davor Dominikovic, mit Leistenproblemen ins Spiel gegangen, zeigte Emotionen, feuerte sein Teamkameraden an und jubelte bei Torerfolgen.

    "Das Engagement von Kronau/Östringen lag weit über unserem", sagte daher VfL-Trainer Sead Hasanefendic, der eigentlich in der Eppelheimer Rhein-Neckar-Halle zwei Punkte abholen wollte und nach der Niederlage ratlos wirkte. "Kronau/Östringen kann kämpfen und schnell spielen, ich gratuliere für das engagierte Spiel, hier werden auch noch andere verlieren". Zwar war der Gummersbacher Coach gewarnt - er hatte per Video das Spiel der "Eppelheimer" gegen Meister TBV Lemgo gesehen - doch hatte er erwartet, dass der Aufsteiger in der zweiten Halbzeit wieder nachlassen würde. Doch das passierte nur bedingt, denn die Trainer haben ihre Lehren aus den ersten Spieltagen gezogen, und Michael Roth gönnte seinen Leistungsträgern diesmal Erholungspausen - und im Endspurt, im letzten Spielabschnitt, da setzten sich die Bundesliga-Neulinge dann tatsächlich durch. Und schafften damit eine kleine Überraschung, denn Gummersbach zählte vor der Saison immerhin zum erweiterten Favoritenkreis, nachdem der Rekordmeister mit namhaften Verstärkungen in die Saison gegangen war (z.B. Burdet, von Behren, Dragunski, Ege), von denen allerdings Nationalspieler Frank von Behren wegen eines Muskelfaserrisses ebenso passen musste, wie Michael Spatz der ehemalige Rechtsaußen der SG Leutershausen. Während die Gummersbacher über ihre schwache Leistung lamentierten und sich Manager Carsten Sauer tief enttäuscht zeigte, vergaß der ruhmreiche VfL, dass sie die "Kröstis" gar nicht ins Spiel kommen ließen. "Wir haben sie zu einer offensiven Deckung gezwungen und wenn wir Tore gebraucht haben, dann hatten wir dadurch Platz", sagte Michael Roth, der jedoch keineswegs in Euphorie verfiel. Dazu steckte ihm noch zu tief die Pokalniederlage in den Knochen. "Wir haben gezeigt, was wir zeigen müssen, haben spielerische Akzente gesetzt und gekämpft. Viel besser können wir nicht spielen. Nur mit solchem Siegeswillen können wir die Klasse halten. Das macht wieder Mut, es geht aber nicht, dass wir nur gut spielen, wenn die Spieler es wollen". Von Beginn an kauften die "Eppelheimer" dem Starensemble um Kyung-ShinYoon den Schneid ab und führten Mitte der ersten Halbzeit mit 11:4, nachdem der sechsfache Torschütze Holger Löhr mit drei Toren in Folge die 2018 Zuschauer begeistert hatte. Nach dem Seitenwechsel (14:8) deutete sich zunächst eine Wende an. Der Angriff verlor seine Durchschlagskraft und die Gummersbacher verkürzten bis auf 17:15. Doch nun war neben Holger Löhr dessen Gegenüber zur Stelle. Andreas Blank, nach knapp vier Wochen verletzungsbedingter Pause ins Team zurück gekehrt und in der 25. Minute erstmals eingesetzt, traf nach einem Fehlversuch traumhaft sicher von der linken Seite - die SG Kronau/Östringen zog wieder auf 23:16 (51. Minute) davon. Während die Zuschauer den Aufsteiger bereits mit stehenden Ovationen feierten, konnten die Gäste das Ergebnis mit Kontern noch erträglicher gestalten. Wichtig für den Liga-Neuling waren allerdings nur die beiden Punkte. Denn mit diesem Erfolg im Rücken können die "Kröstis" am Samstag selbstbewusst beim ThSV Eisenach antreten und versuchen, die ersten Auswärtsspunkte zu holen. Mit einem Einsatz wie ihn André Bechtold gezeigt hat, könnte dies durchaus gelingen.


    © Hasso Waldschmidt / RNZ 13.10.2003

    Bedingungsloser Einsatz und viel Spielfreude

    Liganeuling SG Kronau/Östringen kämpft deutschen Rekordmeister VfL
    Gummersbach nieder


    Eppelheim. Gehofft hatten es viele, aber nur wenige wohl auch erwartet: Die SG Kronau/Östringen hatte den VfL Gummersbach fest im Griff und siegte völlig verdient mit 25:23 (14:8) Toren. Der Aufsteiger in die Handball-Bundesliga spielte den deutschen Rekordmeister vor allem in der ersten Halbzeit in Grund und Boden. Die 2018 Zuschauer
    in der Rhein-Neckar-Halle in Eppelheim rieben sich verwundert die Augen über die Leistung der Mannschaft des Trainerduos Rolf Bechtold und Michael Roth. "Das war Handball mit Herz", jubelte nach dem Schlusspfiff SG-Geschäftsführer Karlheinz Just.

    Für Roth war es nach der deutlichen Niederlage in Flensburg sowie der peinlichen Pokalpleite beim Regionalligisten TV Hüttenberg eine schwierige Woche gewesen. "Ernüchternd und deprimierend", hatte der 41-Jährige behauptet, der die Mannschaft in die Pflicht nahm und keine Ausreden mehr gelten lassen wollte. Mit den drohenden Worten im Nacken zeigte das Team Biss und seine bisher beste Vorstellung in der neuen Liga. "Besser können wir nicht spielen", urteilte Roth, dessen Freude über den zweiten Saisonsieg sich nach den jüngsten Enttäuschungen allerdings in Grenzen hielt.

    Die Platitüde, "der Gegner spielt nur so gut, wie es die andere Mannschaft zulässt", traf diesmal zu. Mit bedingungslosem kämpferischen Einsatz und spielerischen Mitteln ließen die Nordbadener den Gegner erst gar nicht zur Entfaltung kommen. Eine konzentrierte Abwehrarbeit und Konsequenz im Abschluss führten bis zur Halbzeitpause zu einem beruhigenden Vorsprung. Über 4:1 (8.) und 6:4 (13.) sorgten fünf Treffer in Folge für das 11:4 (17.). Während die SG, teilweise auch in Unterzahl, die acht torlosen Minuten der
    Gummersbacher weidlich nutzten, trafen die Oberbergischen bis zur 25. Minute (11:6) nur zweimal. Das war auch ein Verdienst von Schlussmann Maros Kolpak, der erneut zum großen Rückhalt avancierte. Der Slowake (23.) wie auch sein isländischer Kollege Gudmundur Hrafnkelsson (30.) parierten jeweils einen Strafwurf und trugen zum Gesamtsieg entscheidend
    bei. "Wir haben gezeigt, was wir bieten müssen, um in der Bundesliga zu bestehen. Aber mir war klar, dass wir dieses Niveau nicht über die gesamte Spielzeit halten werden", analysierte Roth die zweite Halbzeit, in der der VfL etwas besser zum Zuge kam, allerdings ohne zu überzeugen. Weder Toptorjäger Kyung-Shin Yoon noch die beiden Franzosen Francois-Xavier Houlet sowie Cedric Burdet vermochten das Blatt zu wenden. Zwar verkürzten die ohne den verletzten Frank von Behren angereisten Gäste nochmals auf 17:15 (42.), aber Andreas Blank rückte mit zwei Toren von der Linksaußenposition die Verhältnisse wieder ins rechte Licht. Auch die Rote Karte (dritte Zeitstrafe) für den Defensivspezialisten Uli Schuppler (43.) brachte den Liganeuling nicht vom Erfolgsweg ab. Matthias Rohr übernahm den Part des SG-Kapitäns. "Er war sehr engagiert und hat seine Aufgabe gut gelöst", lobte Roth den zuletzt kaum eingesetzten Rohr. Beim 25:20 (58.) war die Partie entschieden, und dem zum vierten Mal auswärts sieglosen VfL Gummersbach gelang lediglich noch Ergebniskosmetik. "Ich bin tief enttäuscht. Wir haben nie ein Niveau erreicht, das zum Sieg gereicht hätte", grantelte Gästetrainer Sead Hasanefendic.
    Roth registrierte den vorbildlichen Einsatz von Mariusz Jurasik trotz dessen Fußverletzung und von Davor Dominikovic trotz dessen Leistenprobleme wohlwollend. Aber er freute sich auch über die Auftritte von Regisseur Steffen Weber sowie der beiden Außen Holger Löhr und Andreas Blank. "Ich wollte gegen meinen ehemaligen Club unbedingt eine gute Figur machen und bin froh, dass es so gut gelaufen ist", sagte der 23-Jährige, der fast dreieinhalb Wochen wegen einer Adduktorenverletzung pausiert hatte.

    "Ich hoffe, dass diese Vorstellung keine Eintagsfliege war", meinte Just und schob nach: "Denn nur so geht's." Der Geschäftsführer wie Coach Roth hoffen, dass das neu gewonnene Selbstvertrauen für die Partie beim ThSV Eisenach am kommenden Samstag (19.30 Uhr)
    ausreicht, um vielleicht die ersten Auswärtszähler zu verbuchen.
    Tore für Kronau/Östringen: Löhr 6, Blank 5/1, Weber 4, Dominikovic 4/1,
    Bechtold 2, Häusler 2, Jurasik 2/1;
    Tore für Gummersbach: Yoon 6/3, Ilper 3, Lapcevic 3, Hartmann 3, Houlet 2, Burdet 2, Schröder 2, Rastner 1, Mierzwa 1.


    Mit Perfektion und Disziplin

    Viel Lob für Bechtolds Abwehrarbeit gegen Torjäger Yoon

    Eppelheim. Nach dem Schlusspfiff der Bundesligapartie zwischen den Handballern der SG Kronau/Östringen und Altmeister VfL Gummersbach konnte sich André Bechtold vor Glückwünschen und Autogrammjägern kaum retten. Und das vollkommen zu recht. Der 23-jährige Diplombetriebswirt hatte durch sein herausragendes Abwehrspiel gegen VfL-Torjäger Kyung-Shin Yoon maßgeblichen Anteil am 25:23-Erfolg der Aufsteigers.
    "Der André hat seine Aufgabe perfekt und sehr diszipliniert erfüllt. Dank seines Bedingungslosen Einsatzes ließ er einen Weltklassehandballer wie Yoon fast nicht zum Zuge kommen", lobte SG-Teamchef Michael Roth die Leistung seines Schützlings, der sich einfach "vorbildlich verhalten hat". Der 41-jährige Medienberater betonte, dass "der André über eine
    ausgezeichnete Fitness verfügt". Er sei dadurch in der Lage, eine solche Leistung bis zum Schlusspfiff zu zeigen und sich für die Mannschaft aufzureiben. Der umjubelte Nachwuchshandballer, der in der ersten Halbzeit zwei Kontertore erzielte, war mit seiner Leistung "rundum zufrieden". Seine Stärken sieht er wie sein Coach momentan in der guten körperlichen Verfassung. "Nach meinem erfolgreich beendeten Studium habe ich im Augenblick mehr Zeit als der eine oder andere Kollege und mache viel für mich selbst. Ich lege dabei sehr viel Wert auf Ausdauer und Kraft. Und wenn man 60 Minuten lang durchhält, macht einem das auf dem Handballfeld schon selbstbewusster", begründet der frühere
    Juniorennationalspieler.
    Aber auch seine erfahrenen Kollegen zollten der Leistung von Trainersohn Bechtold großen Respekt und sparten nicht mit Lob. "Glückwunsch zu dieser famosen Leistung. Ich habe André erzählt, wie der Yoon spielt und auf was er besonders achten muss. Das hat er perfekt umgesetzt", berichtet der kroatische Nationalspieler Davor Dominikovic. Auch Neuzugang Steffen Weber war von der Vorstellung des Kronauers begeistert: "Ich habe noch nie jemanden gesehen, der den Yoon so gut im Griff hatte. Der hat nie ins Spiel gefunden, das hat der André sehr gut gemacht." Ein besonders schwerer Stein fiel SG-Kapitän Uli Schuppler vom Herzen. Der Abwehrchef hatte nach 42 Minuten seine dritte Zeitstrafe bekommen und musste von draußen mit ansehen, wie Bechtold bravourös die Lücken stopfte: "Der André hat einfach Weltklasse gedeckt. Besser kann man so einen Mann wie Yoon nicht ausschalten."
    Auch Trainer Rolf Bechtold war angetan von der Leistung seines Sohnes: "Der André
    hat bärenstark gespielt und den Yoon völlig kalt gestellt. Wenn man sieht, wie wenig der
    auf das Tor geworfen hat." Ein Beweis dafür war die magere Torausbeute des Gummersbachers Torschützen vom Dienst, der nur drei Feldtore erzielte.
    Der Gefeierte blickte bereits nach vorn auf die kommende Aufgabe beim ThSV Eisenach und gab sich kämpferisch: "Unser Ziel ist es, dort zu punkten. Eisenach zählt wie wir zu den Kandidaten, die gegen den Abstieg kämpfen werden. Zeigen wir eine ähnliche
    Leistung wie gegen Gummersbach werden wir dort auch gewinnen."


    (c) BNN