ZitatAlles anzeigenMit einer Portion Wut im Bauch
HANDBALL-BUNDESLIGA / HSG tritt heute Abend zur Wiederholung der Skandalpartie bei der SG Kronau/Östringen an.Die Suche nach Gerechtigkeit gestaltet sich manchmal kniffeliger als die nach der Nadel im Heuhaufen. Im Fall des Mannheimer Phantom-Tores von Handball-Bundesligist HSG musste Justizia ran. Ob die vom Bundessportgericht des Deutschen Handball-Bundes (DHB) vor Monatsfrist getroffene Entscheidung, die Partie der Düsseldorfer bei der SG Kronau/Östringen erneut anzusetzen, letztendlich Recht schafft, wird das Wiederholungsspiel heute Abend (19. 30 Uhr, Rhein-Neckar-Halle, Eppelheim) zeigen.
Im regulären Match am 25. März in der Mannheimer SAP-Arena, welches die Landeshauptstädter mit 25:26 verloren, hatte das Kampfgericht den 9: 10-Anschlusstreffer von HSG-Rechtsaußen Frank Berblinger zunächst versehentlich den Kronauern gutgeschrieben. Nach der ebenso falschen Ergebniskorrektur wurde das Spiel beim Stand von 9:11 trotz heftiger Proteste seitens der HSG-Trainerbank fortgesetzt. Weil auch das Schiedsrichtergespann Hagen Becker und Axel Hack, nach der Partie DHB intern für Erstliga-Einsätze vorläufig gesperrt, schlicht geschlafen und trotz anhaltender Proteste eine Überprüfung des Spielstandes in der Halbzeitpause nicht als notwendig erachtete hatte.
Weil die DHB-Statuten eine nachträgliche Punkteteilung nicht vorsehen, hatte die HSG mit rechtsberatender Unterstützung von Torhüter-Legende Andreas Thiel gerichtliche Schritte eingeleitet. Mit Erfolg. Auch wenn das Bundessportgericht den Hauptantrag abschmetterte, das Spiel nachträglich als Remis zu werten.
Dem juristischen Nachspiel folgte ein verbales. HSG-Manager Frank Flatten echauffierte sich über das "unsportliche Verhalten" der Kronauer Vertreter vor Gericht: "Die SG hat zunächst versucht, den Spielausgang als rechtens darzustellen und erst nach einer Besprechung das Phantom-Tor eingeräumt." Die verbale Antwort aus Baden in Person von Ulrich Schuppler ließ nicht lange auf sich warten. "Ich hoffe, dass wir Düsseldorf mit einer ordentlichen Packung aus der Halle schießen. Das wäre die richtige Reaktion", wurde der Geschäftsführer zitiert.
HSG-Trainer Nils Lehmann betonte bereits nach dem 22:28 in Nettelstedt, dass man "mit einer Portion Wut im Bauch" gegen Kronau antreten werde. Wohl nicht in Bestbesetzung.
Sven Hertzberg, der sich zuletzt mit Beschwerden im Rückenbereich herumplagen und fit gespritzt werden musste, klagte nach der Nettelstedt-Partie über Knieschmerzen: zwei Tage Trainingspause! Vorgestern musste auch Teamkollege Alexandros Vasilakis passen, der gegen den TuS mehrere Male unsanft auf dem Rücken landete und über Schmerzen klagte. Während hinter dem Einsatz von Sven Hertzberg ein Fragezeichen steht, wird zumindest die griechische Tor-Garantie in Person von Vasilakis auflaufen.
Ob dieser Umstand für die abstiegsbedrohte HSG ausreicht, eine ähnlich gute Leistung gegen Kronau wie vor siebeneinhalb Wochen an den Tag zu legen, bleibt offen. Den Glauben an den Klassenerhalt und an die Gerechtigkeit haben die Düsseldorfer jedenfalls noch nicht verloren.
16.05.2006 MARCUS GÜLCK
Nach dem Artikel kann ich nur hoffen das man morgen Abend 150 % gibt! Ich glaube ich hänge den Jungs den Artikel in die Kabine.
Bei aller Sympathie die ich zur HSG Düsseldorf habe ... der HSG Manager sollte mal die Statuten lesen und nicht so vorlaut sein. Man fühlt sich hier schon fast als Angeklagte! So sympathisch mir Herr Flatten bisher war (grade auch durch seine Auftritte hier in der Handballecke und im Handball-Board), aber irgendwann ist auch mal schluß mit dem rumgeheule!