Grün-Weiße gewinnen am "Tag des Handballs" gegen Prag 37:27
Handball-Bundesligist HSG Wetzlar hat ein weiteres Testspiel in der Vorbereitung auf die neue Runde gewonnen. Bei der offiziellen Saisoneröffnung im Rahmen des "Tag des Handballs" bezwang das Team von Trainer Volker Mudrow in der Rittal-Arena den tschechischen Vizemeister Dukla Prag mit 37:27 (18:15), offenbarte aber noch einige Schwächen.
"Das war ein guter Test für uns", befand Mudrow, der - außer denen bei der Junioren-Weltmeisterschaft weilenden Michael Allendorf und Sebastian Weber, sowie dem auf der Bank geschonten Timo Salzer - alle Spieler aus seinem Kader einsetzte. In der ersten Viertelstunde sah der Auftritt der Grün-Weißen auch recht ordentlich aus. In der Deckung arbeitete die HSG konzentriert und im Angriff zeigte sie sich geduldig und variabel.
Vor allem Volker Michel gefiel mit guten Anspielen auf Kreisläufer Giorgos Chalkidis oder Rechtsaußen Avishay Smoler. "Wenn wir gut decken, sieht das schon ganz gut bei uns aus", sagte Mudrow, der allerdings mit ansehen musste, wie bei seinem Team ab der 16. Minute ein wenig der Faden riss.
"Wir hatten noch einige Abstimmungsschwächen in der Abwehr", meinte Torwart Nikolai Weber, der mit seiner Leistung in den ersten 30 Minuten auch nicht zufrieden war. "Zwei, drei Bälle hätte ich schon mehr halten können", sagte der 26-Jährige selbstkritisch. Die Folge war, dass Dukla Prag nach 27 Minuten sogar erstmals wieder auf zwei Tore verkürzte (13:15) und auch zur Pause nur mit 15:18 zurücklag.
Insgesamt zeigten die Tschechen aber eine enttäuschende Leistung. "Ich hatte mir schon mehr von denen erwartet", sagte Nikolai Weber, und auch Volker Mudrow gab zu, dass das sicher kein "Bundesliga-Gegner" war.
Kasmauskas erhält von Trainer Volker Mudrow ein Extralob
Dennoch: Bis zur 44. Minute hielt der EHF-Pokalteilnehmer, der sich derzeit in einem Trainingslager in Diez befindet, die Begegnung beim Stand von 22:26 noch offen, danach brachen bei Prag allerdings alle Dämme. Sechs Treffer in Folge bescherten den Wetzlarern beim 32:22 eine erste Zehn-Tore-Führung (51.), die dann auch noch am Spielende Bestand hatte. Doch auf Grund der Leistungsschwäche des Gegners war das insgesamt ein Muster ohne Wert.
Trotz allem zeigte Marius Kasmauskas bei seinem Debüt in der Rittal-Arena eine ansprechende Leistung. "Marius hat gezeigt, was in ihm steckt", hatte Mudrow für seinen sieben Mal erfolgreichen Rückraumspieler ein Extralob parat. Lobende Worte fand der 38-Jährige auch für die Gestaltung des gesamten Tages: "Das war eine schöne Veranstaltung."
Die Mannschaft zeigte sich am "Tag des Handballs" den ganzen Nachmittag volksnah, schrieb fleißig Autogramme, ließ sich geduldig mit den Fans fotografieren, beobachtete das Torwandwerfen oder leitete als Schiedsrichter die Partien des HSG-Nachwuchses in der Rittal-Arena. "So sind wir mit den Jugendlichen gut in Kontakt gekommen. Und für die war es ein besonderes Erlebnis, einmal in der Arena zu spielen", sagte Mudrow.
Ein besonderer Tag war es auch für Janina Benner, die als Siegerin eines Gewinnspiels dieser Zeitung das HSG-Team während der Partie gegen Prag auf Schritt und Tritt begleiten durfte. Erst in der Kabine bei der Teambesprechung und dann als Beobachterin von der Spielerbank aus. "Das war ein tolles Erlebnis", strahlte die Schülerin aus Bischoffen-Niederweidbach, die sich mit ihren positiven Eindrücken in die vielen zufriedenen Gesichter einreihte. Volker Mudrow war froh über einen gelungenen Test, Nikolai Weber über ein "positives Ergebnis nach einem langen Tag" und der Sportliche Leiter, Rainer Dotzauer, freute sich über die insgesamt gute Resonanz. Denn trotz Sommerwetters kamen 1600 Zuschauer zur offiziellen Saisoneröffnung der HSG Wetzlar.
Wetzlar: Weber (1. bis 30.), Djordjic - Schmidt (2), Smoler (5), Hildebrand (7/1), Salzer (n.e.), Kasmauskas (7), Ivankovic (2/2), Mitkov (1), Mraz, Schneider (4), Michel (2), Chalkidis (4), Werum (3).
Prag: Pristas (11. bis 60.), Petrzala - Horak (1), Lada, Polasek, Weigner (2), Chroustovsky, Naimann, Straka (3/1), Miksik (1), Stehlik (6/2), Rams (1), Klaco (1), Skavril (4), Zeleney (6), Lehocky (2).
Schiedsrichter: Methe/Methe (Vellmar)
Zuschauer: 1600
Zeitstrafen: Wetzlar drei (Hildebrand, Mitkov, Chalkidis), Prag vier (Weigner, Miksik, Stehlik, Zeleny).