Neuansetzung der Olympia-Qualifikation in Asien
Entscheidung "für den Sport"
Der Handball-Weltverband IHF lässt die Asien-Qualifikationen der Männer und Frauen für die Olympischen Spiele 2008 in Peking wiederholen.
IHF-Präsident Hassan MoustafaDies ordnete die IHF während einer Sitzung in Paris an und sorgte damit für ein Novum. "Wir haben uns für den Sport und den Handball entschieden", begründete IHF-Präsident Hassan Moustafa am Dienstag (18.12.07) die Entscheidung. Das Männer-Turnier in Toyota (Japan), bei dem sich unter skandalösen Umständen Kuwait gegen Südkorea durchgesetzt hatte, und die Frauen-Qualifikation in Almaty, wo ebenso überraschend Gastgeber Kasachstan und nicht die favorisierten Südkoreanerinnen gewonnen hatte, sollen bis spätestens Ende Januar 2008 unter der Aufsicht und Organisation der IHF neu ausgetragen werden.
Erleichterung bei Hamburgs Yoon
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Beim Bundesliga-Rekordtorschützen Kyung-Shin Yoon vom HSV Hamburg sorgte die Entscheidung für Erleichterung. "Das ist nur gerecht. Nun haben wir wieder eine realistische Chance, uns unseren Traum zu erfüllen und für Peking zu qualifizieren", sagte der Südkoreaner.
Bei den Männern stehen sich nun erneut Südkorea, Kuwait, Quatar, die Vereinigten Arabischen Emirate und Japan gegenüber. Bei den Frauen sind es Kasachstan, Südkorea, Quatar und Japan.
"Ganz klar unfaire Entscheidungen"
Auslöser des Skandals, in den nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" auch IHF-Präsident Hassan Moustafa verwickelt sein soll, war das Duell beim Turnier Anfang September 2007 in Toyota zwischen Südkorea und Kuwait. Die Südkoreaner waren von den Referees derart benachteiligt worden, dass Kuwait 28:20 gewann und sich für Peking qualifizierte. In einer nachträglichen Videoanalyse hatte die IHF 38 Entscheidungen gegen Südkorea aufgelistet. "Das waren ganz klar unfaire Entscheidungen gegen Südkorea", hatte Moustafa in einem Interview mit der Sportschau zugegeben.
Die IHF hatte eigens für diese brisante Partie das erfahrene Schiedsrichter-Duo Frank Lemme/Bernd Ulrich aus Magdeburg berufen. Kurzfristig aber setzte der asiatische Handball-Verband (AHF) die Jordanier Alshobali/Hirzallach an. Dies geschah gegen den Willen des von der IHF eingesetzten Beobachters Alexander Koschukow aus Russland. "Es war beschämend. Man hat sich dabei nicht wohlgefühlt", bekannte Lemme.