Erstligist ohne Probleme
Regionalliga-Gastgeber hält zehn Minuten mit
Handball-Erstligist HSG Wetzlar hat am Mittwochabend mit einem 50:23 (21:12) beim Südwest-Regionalligisten TV Offenbach/Pfalz ohne Umweg den Einzug in die dritte DHB-Pokal-Hauptrunde geschafft. Vor 500 Zuschauer war das Eis schnell gebrochen, demonstrierte die in der Liga noch erfolglose Mannschaft von Trainer Volker Mudrow 50 Minuten lang ihre Überlegenheit und wurde am Ende sogar von den Hausherren beklatscht.
„Das war ein Sieg für die Psyche“, gewann der Sportliche Leiter Rainer Dotzauer dem pflichtgemäßen Weiterkommen der Wetzlarer schnell das Positive ab, „wir hatten einige gute Aktionen im Angriff, was aber auch daran lag, dass die Partie früh entschieden war.“
In der Tat konnten die mit zwei Niederlagen in die Regionalliga-Saison gestarteten Pfälzer den Vergleich David gegen Goliath nur gut zehn Minuten ausgeglichen gestalten. Danach setzten sich die Grün-Weißen über das 9:6 (13. / Christophersen) und 13:8 (18. / Christophersen) unwiderstehlich bis zum 21:12 zur Halbzeit ab. „Gerade den jungen Spielern, die zuletzt doch etwas verunsichert worden sind, haben ihre zwei, drei Torerfolge gut getan“, ordnete Dotzauer das Pokalspiel in die Rubrik „Seelenmassage“ ein. So ist vor dem Bundesliga-Duell am Samstag gegen Tabellenführer SG Flensburg/Handewitt die jüngste Katerstimmung doch wieder etwas verflogen.
Die achtfachen Torschützen Avishay Smoler und Sven-Sören Christophersen trugen auch im zweiten Abschnitt maßgeblich dazu bei, dass sich die HSG Wetzlar immer deutlicher absetzte (32:16, 42. / Mraz; 38:18, 47. / Salzer). Mit dem letzten Treffer von Michael Allendorf in der 59. Minute wurde letztlich sogar die 50-Tore-Grenze erreicht, wobei die Mittelhessen in der Endphase für ihre gekonnten Spielzüge und Konter ohne Bremsspuren (19 ! an der Zahl) auch viel Beifall vom Gastgeber-Publikum ernteten.
Für die 500 Zuschauer in der kleinen Queicher Halle war der Auftritt des Erstligisten ohnehin ein großer Handball-Abend. Mit einer Sensation hatte im Vorfeld kein TVO-Anhänger gerechnet, auch auf dem Feld wurde der Zwei-Klassen-Unterschied schnell deutlich.
TV Offenbach: Henkens, Eichel; Thorsten Scheurer (4), Jochen Scheuerer (2), Morio (3/2), Peter (5), Pfirrmann (3), Braun (5/1), Böttche (1), Völker, Gensheimer, Greichgauer, Knoblauch
HSG Wetzlar: Geerken, Nikolai Weber; Schmidt (3), Smoler (8), Christophersen (8/3), Salzer (5), Allendorf (5), Jungwirth (3), Mraz (3), Petar Djordjic (5), Michel (2), Chalkidis (4), Werum (4)
Schiedsrichter: Baumgart/Wild (Offenburg)
Zuschhauer: 500
Zeitstrafen: Gensheimer, Greichgauer, Pfirrmann, Braun (alle Offenbach); Smoler, Chalkidis (beide Wetzlar)