Meinst du Diejenigen mit Pech, die nicht bewusst gedopt haben?
Mit Pech meine ich die mit der Zahnpasta, der falschen Pille, (der andere Schweizer) oder allgemein welche, die auf ihren Arzt oder Ernährungsberater vertraut haben, die, die sich nicht bewusst und selbst die Mittel in den Körper geballert haben oder die wie Pechstein nur auf Verdacht gesperrt wurden, ohne positiven Befund.
Also unterm Strich alle die, die für mich im Kern, (was das eigene Unrecht angeht) nicht betrügen wollten.
Es hat ja Gründe, dass es den § 263 StGB, den Betrug im strafrechtlichen Sinne, nicht nur nicht als fahrlässige Variante gibt, sondern das sich der Vorsatz sogar explizit über eine genau definierte Kausalkette erstrecken muss.
Wenn das System der Dopingkontrolle und Bestrafung keine Sonderfälle und Grauzonen kennt oder zulässt ist das System Scheiße, weil es in Kauf nimmt Unschuldige zu treffen und das ist komischerweise völlig konträr zu unserem restlichen Rechtssystem, welches Sanktionen verhängen kann. Im Gefahrenabwehrrecht und im Verwaltungsrecht gibt es auch einiges, was sich mit einem gesunden Gerechtigkeitsgefühl nur schwer ertragen lässt, aber dagegen kann man wenigstens noch gerichtlich vorgehen und sich wehren.
Das System der Kontrollen hat so oder so Lücken.
Der bewusste Doper kann Glück haben nicht kontrolliert zu werden oder so weit voraus sein, dass sein Mittel nicht entdeckt wird und der saubere Athlet wird 35x im Jahr getestet.
Manche Länder lassen Dopingkontrolleure gar nicht ins Land oder behindern systematisch ihre Arbeit.
Die Liste der Beispiele ließe sich fortführen. Dabei will ich mich gar nicht an russische oder chinesische Standards annähern, sondern möchte im Einzelfall eine für die Wirkung vernachlässigbare Konzentration, eine nicht lückenlos erbrachte Rechtfertigungskette etc. auch so berücksichtigt sehen, wie sie sich in den Widrigkeiten des Lebens auch zutragen kann.
Weil er nicht genau das beweisen kann, was ihm widerfahren ist, kann ihn das nicht automatisch schuldig sprechen, wenn er das nun mal nicht weiß. Belastende und entlastende Umstände müssen gleich gewichtet werden. Der Tropfen im Schwimmbad darf nicht das K.O.-Kriterium sein. Komischerweise habe ich von denen, die eine versehentliche Kontamination für absurd halten auch bloß keine schlüssige Erklärung für den Fall Portner gehört oder gelesen. Die antworten dann auch nur mit Allgemeinplätzen.
Wenn ich diesen Stuss schon höre, jeder Athlet ist selbst für sich verantwortlich. Das ist unmöglich. Der Athlet muss dann auch noch Mediziner, Toxikologe, Pharmakologe, Ernährungswissenschaftler sein und sich nur noch in Reinsträumen bewegen.
Jeder Sportler ist gezwungen in seinem Sport auch auf andere zu vertrauen.
Vielleicht fehlt denen auch nur Vorstellungskraft oder schlicht eigene wissenschaftl. Expertise. Es kann nicht sein, was nicht sein darf.
Vernunft, Augenmaß und Verhältnismäßigkeit über den ganzen Sachverhalt. Das würde mir schon reichen.