Wessen Antennen noch nicht völlig eingerostet sind, der wird doch wohl in etlichen Beiträgen auf den letzten Seiten ne Vorverurteilung in den Köpfen der Schreiber claar herauslesen können.
U. a. deshalb und wegen der besonderen Verfahrensabläufe in Dopingfällen finde ich es völlig müßig sich über solchen "Kleinkram" wie Datenschutz, Menge, Konzentration, Zeit, Crystal Meth oder Methamphetamine, B-Probe etc. pp. auszulassen.
Wenn ein Fall aufploppt hat es eine auffällige Probe gegeben, dann wird es öffentlich, so oder so und dabei ist es eigentlich in der Sache Wurscht wer hier zuerst wen und in welcher Reihenfolge informiert. Labor, NADA, Sportler, Verein.
Spätestens der Verein muss es ja in irgendeiner Form öffentlich machen und das kann man geschickter oder ungeschickter machen, was letztlich auch egal ist. Spätestens jetzt ist es in der Welt und der Schaden da.
Die üblichen Bekundungen zur Solidarität dem Spieler und der Familie gegenüber und der Verein wird und, und tralala und hoppsassa sind ebenfalls völlig geschenkt, weil dann ist die öffentliche Debatte schon in Gange und läuft nach dem bekannten Schema ab.
Spätestens ab diesem Zeitpunkt sollte man dann auch alle Illusionen aufgeben, dass hier noch irgendwas gut ausgeht, weil es dann eigentlich schon gar nicht mehr geht, aus welchen Gründen auch immer. Der Fall Getzmann wird sich nicht so oft wiederholen, zumal da auch noch viel Glück und Zufall im Spiel war.
U.U. ist die Karriere von Portner beendet und er war tatsächlich nicht Schuld in einem für uns vernünftigen Sinne, weil er nicht das Glück von Getzmann hatte den Nachweis seiner Unschuld zu erbringen in der Lage gewesen zu sein. Das wäre die Tragik an sich, aber auch die wäre sicher kein Einzelfall.
Wir sollten aber nicht vergessen, dass die Dopingproben dazu da sind Stoffe im Körper des Athleten nachzuweisen, die da nicht hingehören. Das scheint ja hier der Fall zu sein.
Ich kann mir immer weniger vorstellen, dass Sportler nicht wissen was sie zu sich nehmen und immer bestürzt und schockiert sind. Also ich weiß was ich konsumiere und bei mir steht keine Dopingkontrolle unangemeldet vor der Tür oder bei Wettkämpfen ist es ja nun logisch, dass ich da mal kontrolliert werde.
Selbst wenn er 3 Tage vor dem Spiel aus dem falschen Glas getrunken hätte oder vom falschen Tellerchen gegessen hätte, kommen ja ziemlich schnell die Komponenten Dummheit, Naivität, Leichtsinn oder Pech ins Spiel.
Ich bin ja mal gespannt in welche Richtung sich das entwickelt.
Aber eins nehme ich Portner und anderen nur sehr schwer ab und das ist das völlig überrascht zu sein und es sich gar nicht erklären zu können wie und warum..... weil dafür sollten sie als Profis sensibilisiert sein und genau das ist doch letztendlich ihre einzige Chance irgendwie ihre Reputation wieder herzustellen oder wenigstens über ihr Verhalten ihre Schuld zu minimieren.