Kannst du lesen? Ich habe nirgendwo geleugnet, dass es zufriedene Menschen gab. Es ging darum, dass für Leute, die sich in der DDR ein schönes Leben gemacht haben, die Bezeichnung Betroffener, Anführungszeichen hin oder her, deplatziert ist. Betroffene waren in der DDR andere. Wenn man das nicht verstehen will, wird das wohl seine Gründe haben.
ich habe jetzt hier nicht alles mitbekommen und auch nicht alles gelesen, aber nur mal ganz kurz meinen Bautzener Senf dazu.
Wenn der Aufhänger die DDR-Fahne war, würde ich bei einem Jüngling als Täter vor allem sowas wie Provo der gegnerischen Fans vermuten, die man auch mit einem anderen Banner, Spruch etc. ausdrücken könnte.
Tatsächlich gibt es aber auch unter eigentlich zu jungen Ossis eine gewisse Art von Ostalgie, egal wo die herkommt, Eltern, Großeltern etc. oder sich aus dem Wegfall von Strukturen quasi aus sich selbst heraus entwickelt hat.
Das würde ich auch nicht unnötig politisieren. Hat evtl. auch was mit Heimatgefühl im Sinne von regionaler Verwurzelung zu tun.
Was auch immer, ich würde es nicht machen, aber es ist eigentlich auch keine Erwähnung wert.
Was die meisten Ossis aber sofort auf die Palme bringt ist, wenn der erste Kontext, der hergestellt wird ein negativer ist.
Gerade die Normalos, die weder systemtreu, noch Verfolgte waren, haben erfahrungsgemäß die Schnauze voll, wenn die DDR immer nur über Stasi, Mangel, Mauer und Diktatur definiert wird, gerade weil es eben nicht dem persönlichen Erleben vieler entspricht.
Das hat ja nix mit Verklärung zu tun, sondern eher mit Ermüdung.
Anderes Beispiel. Ich bin auch schon als Nazi beschimpft worden, nur weil ich Deutscher bin. Das sollte einen Ossi genauso verstören wie einen Wessi.