Beiträge von hlp

    Als Machteburjer hlp, hättest Du aber auch früher darauf kommen können, schließlich ziehst Du Dir ja auch jeden Tag Deine "Botten" an.


    Ja, wenn man's weiß isses einfach. Zum SKET noch mal, Herde als Konsumgüter stimmt, aber irgendwie glaube ich, dass die noch was hatten. Ein weiteres Highlight des SKET waren Verseilmaschinen.

    Noch mal ich. Da ja viele der älteren Semester kein Handballspiel in der Gieseler-Halle gesehen haben, wegen der Kartenproblematik, dafür aber Fussball. Euch ist schon klar, dass Hansakicker Achim Streich nur gegen seinen Willen nach Magdeburg transferiert wurde? Aus heutiger Sicht eine himmelschreiende Ungerechtigkeit. Falls ihr mal wieder über die MT Kübel von Häme vergießt.


    Er ist aber freiwillig hiergeblieben. Bis heute.

    Um bei den Schuhen zu bleiben. Empor spielte definitiv in Adidas. SCM vermutich auch. Aber ob der ASK oder SC Leipzig das auch hatten, weiss ich nicht und wage es auch zu bezweifeln.


    Bessere Klamotten gab's erst in den 80ern. In den 70ern sind alle noch in Baumwolle ausgeblichen rumgelaufen. Würde ich mal annehmen.

    Gerade der SC Leipzig machte damals, wie beschrieben, aufgrund von Kader und Ausstattung einen armen Eindruck. Ich dachte, damals, dass die zur Eisenbahn gehörten, wegen Lok Leipzig. War aber nicht so. Kamen ja aus dem DHfK. Wo könnten die ihre Spieler geparkt haben. Das waren ja alles Staatsamateure. Brauchten ja einen Pseudojob. Ich meine, dass Wahl auf der Warnowwerft als Maschinenschlosser "eingeschrieben" war. Beim SCM waren vermutlich alle beim SKET. Wenn die SC Leipzigspieler aus historischer Verbundenheit irgendwo an der Uni einen Verwalungsjob hatten, war das von der Kohle her sicher nicht so interessant.


    Also auf jeden Fall waren die meisten im SKET. Von den Fußballern auch. Ob alle, bin ich mir nicht sicher.

    Die höchsten Gehälter wurden doch in der Schwerindustrie gezahlt, im Bergbau und in der Kohle.


    Die Gehälter müssen doch nicht zwingend an die Branche gekoppelt gewesen sein, also von der Höhe her. Da war doch der Phantasie keine Grenzen gesetzt.

    Bei Vereinen kommt mit die Frage, warum Grubenlampe Zwickau (DDR Liga) so hieß. In Zwickau wurde der Trabant gebaut. Bergbau war doch da schon lange tot. Wikipedia gibt keine Auskunft.


    Vielleicht Bergbauausrüstung. Wismut ist ja um die Ecke und die gab's auch bis zur Wende.

    Frage an an die SCM Vertreter. Stassfurt firmierte doch unter Fernsehwerke Stassfurt. Welches Modell wurde da produziert? Gab in meiner Erinnerung nur zwei Modelle. Den schwarz-weissen Kofferfernseher (hatten wir) und dann die großen Farbfernseher (Colorant?).


    Staßfurt baute mehr als 2 Modelle. Der 1. war der Color 20, den gabs zum 20. Republiksgeburtstag, also schon 1969. Ich habe rudimentäre Erinnerungen an die Fußball-WM 1970 und etwas besser an Olympia 72 in Farbe. Es gab dann später Colormat, Colorlux, Colortron und evtl. noch mehr. Auch einen kleineren Farb-TV, kleiner als die Wohnzimmergeräte, aber größer als ein Kofferfernseher. Wir hatten dann noch einen Koffer-TV von Robotron.

    Im LO-Bus (Robur) und im B1000-Bus waren das die Standheizungen. Scirocco - Wüstenwind - Wärme.


    Gabs offenbar auch für W 50. findet man aktuell auch noch bei ebay. Aber ich habe noch so dunkel in Erinnerung, dass die immer irgendwelche Laubenpieper oder Camper haben wollten und ein ständig gesuchter Artikel waren.

    Meine Mutter war eine ungewöhnliche Frau für DDR Verhältnisse. Die fing Mitte der 70er Jahre mit Ausdauerlauf an, auf einem Dorf auf Rügen. Sie hat glaube als eine der ersten Frauen am berühmten Rennsteiglauf teilgenommen (72 km). Der Lauf ist heute noch Kult. Damals gab es praktisch keine Laufschauhe in der DDR, sie ist also in diesen Schulturnschuhtretern gelaufen (Spitzname Essengeldturnschuhe in meiner Jugend) Wir sind später im Urlaub nach Prag gefahren, auch weil es dort Laufschuhe gab. Selbst in den 80ern war das sehr schwer zu bekommen. Germina hatte wenig im Angebot. In dieser Laufszene habe ich einige sehr interessante Typen getroffen.


    Ich habe in Prag mal Botas-Schuhe gekauft. Es hat aber bis weit nach der Wende gedauert um rauszukriegen was Botas heißt. Schuhe auf tschechisch. Da nennen die Tschechen ihre Schuhe Schuhe. Marketing kann so einfach sein.

    Ich denke das Thema BSG könnte man noch etwas weiteraufdröseln Es zeigt nämlich wie der Sport auch Exzentrikern im Rahmen des politischen System eine Bleibe unter Gleichgesinnten bot. Um mal interessante Namen in den Raum zu werfen. Im Handball noch die BSG Sirokko Neubrandenburg. Ich dachte bis heute, dass das ein Nahrungsmittelkombinat war. Jetzt lese ich bei Wikipedia, dass die Standheizungen für Ölheizungen gemacht haben. Woher der Name Sirokko kommt bleibt im Dunkeln.


    Allein der Name Sirokko-Heizung war mir geläufig, auch das es sich um eine Art Stand-oder Zusatzheizung handelte. Ich habe das immer mit Dauercampern und Laubenpiepern verbunden.

    Bei diesem Satz im Wikipediaartikel musste ich schmunzeln

    Zitat

    Als Konsumgüterproduktion wurde ein Fahrradseilschloss mit einer Jahresstückzahl von ca. 600 000 hergestellt.

    Ich kann mich jetzt auch noch an die Fahrradschlösser erinnern. War so ein Steckschlüssel mit Wellen und viereckig. 600 Tausend jedes Jahr. bei 16 Mio. Fahrraddiebstahl war ein Thema.

    Bei den Damen dann noch UT Erfurt. Umformtechnik.

    Weiterhin interessant BSG Motor Ascota Karl Marx-Stadt, Ascota setzt sich zusammen aus Astra und ????. Und bei Ascota kommen wir zu einem der bekanntesten BSG Sportlern. Ein Jahrhuntertalent im Radsport,welcher immer wieder bei der DDR Meisterschaft Olaf Ludwig, Uwe Raab, Ampler und Co. aber insbesondere dem Verband mit seinen Siegen den dicken Finger gezeigt hat.


    ...und wer war dieser Jahrhundert-BSGler???

    Also das die Löwen so ein Spiel immer dominiert hätten, habe ich anders in Erinnerung. Gerade die MT hat immer wieder Punkte mitgenommen, in der "Peak-Phase" der Löwen. Oder man erinnere sich auch an das Pokalspiel bzw. das Hinspiel.

    Melsungen hat ja eher Probleme gegen schlechtere Teams.


    Von immer habe ich auch nix gessagt. Kann natürlich auch sein, dass die RNL ausgerechnet in ihren Meisterjahren gegen MT verloren haben, dann läge ich falsch. Ich wollte nur sagen, dass die Ansprüche einiger RNL-Fans auch ganz schön geschrumpft sind und letztendlich beide Teams deutlich besseren Handball spielen müssten.

    Einer der beeindruckendsten BSG Namen war schon damals, allerdings im Fussball, RB Trinwillershagen. Rotes Banner Trinwillershaben. Die waren in der Bezirksliga Rostock immer vorne dabei. Das war einer der Muster LPGs, die man in den 50er und 60er Jahren im nach sowjetischem Vorbild pushte. Also so eine Art Überbleibsel aus der Stalinära, wenn man so will.


    Ich fand auch immer Aktivist Schwarze Pumpe sehr geil oder Kali Werra Tiefenort. Noch besser aber finde ich, dass sich heute wieder Clubs oder Spielgemeinschaften trauen sich lustige Namen zu geben. In Machdeburch gibts da z. B. Roter Stern Sudenburg, Torpedo Buckau, Internazionale Magdeburg oder Besiegdas Magddeburg.
    Zurück in die Geschichte. Lok Südost Magdeburg (Träger war auch das RAW, Reichsbahnausbessserungswerk) war die Keimzelle des Magdeburger Handballs. Von hier kam auch klaus Miesner, der vom Verein zur DHfK geschickt wurde, dort während des Studiums mit DHfK auch 2x Meister wurde und dann als Diplom-Sportlehrer, (Trainer) nach Magdeburg zurück kam.
    Hans-Jürgen "Bubi" Wende, (Feldhandballweltmeister und Kapitän der gesamtdeutschen Mannschaft 1959) kam von Komet Lemsdorf, (auch Stadtteil von MD) nach Südost, wo dann kurz der SC Aufbau Magdeburg entstand, der schon eine Bündelung der Schwermaschinenbaubetriebe des Südostens der Stadt und ihrer BSGen war, also Motor und Lok Südost war. Das war Anfang der 60er. Wikipedia ist hier auch ungenau. Die schreiben z. B., dass Bernhard Kandula mit dem SCM 1961 und 1962 Feldhandballmeister wurde. Es müsste aber noch der SC Aufbau gewesen sein, also die Vorstufe des SCM. Die Handballer sind meines Wissens erst 1964 zum SCM gekommen. Eine andere Wiki-Seite sagt, dass 1961 und 1962 DHfK Meister wurde, dafür Lok Südost MD 1963. Da sollte es Lok Südost eigentlich schon nicht mehr gegeben haben. Witzig auch, dass Wikipedia Bubi Wende als 1. SCM-Trainer führt, obwohl der streng genommen nie unter dem SCM aktiv war. Bernhard Kandula war dann der 2. SCM-Trainer, der schon 1967 mit knapp 38 einem Herzinfarkt erlag, Nachfolger war dann der von der DHfK zurückgekehrte Klaus Miesner und der Rest ist Geschichte.
    1967 dürfte der SCM das 1. und letzte Mal als SCM Feldhandballmeister geworden sein. Dem folgte dann 1970 der 1. Hallentitel. Für absolute Genauigkeit kann ich nicht garantieren, weil die Quellenlage sehr dünn und widersprüchlich ist.

    Kennt sich jemand mit HG 85 Köthen aus. Insofern in interessant, da es hier zu einer Fusion verschiedener BSGen kam. Man lese bei Wikipedia nach. Kamen ursprünglich aus einer LPG und Spielern der Pädagogischen Hochschule. Aber ZAB und Einheit Halle (Einheit = Kommunalverwaltung) haben auch Spieler beigetragen.
    link


    Bei Köthen weiß ich nur, dass dies die Heimat von Chr. Prokop ist. Ich habe die immer nur als Hochschule wahrgenommen, dass da auch LPG mit drinsteckt wusste ich nicht.

    Na ja, 2 Punkte ist ja nicht viel. Wenn man davon ausgeht, dass die Hardcore-SCM-Fanaticos sicher auf den SCM tippen, wäre ja 1 Tipp für die Plopper sozusagen ein Außenseiter-Tipp, mit dem man Boden gutmachen könnte. Außerdem könnte man sich im Falle der Niederlage mit Tippspielpunkten trösten oder umgekehrt. Klassisches Win win. :lol:

    Unser neuer TW hat sich gestern aus seiner schöpferischen Pause seit Ende Februar und den März durch, sehr stark zurückgemeldet. Allerdings war es auch "nur" Nordhorn.
    Der Robster macht aber 9/11 und 7/7 7ern.

    Es ist noch gar nicht so lange her, da hätten die RNL so ein Spiel beherrscht, heute freuen sich die Fans darüber, dass man sich drückt und gemeinsam verteidigt. Bißchen viel Understatement für eine Truppe, die noch 3. werden kann.
    Ich hätte es natürlich der MT gegönnt und es wäre sogar bei einer MT-mäßigen Normalform drin gewesen. Sehr schade.

    Ganschow war ne Dynastie. Der alte Ganschow und Lakenmacher müssten in den 80ern gespielt haben. Die hat hier vermutlich keiner mehr gesehehen. Rainer Ganschow war in meiner Zeit Trainer bei Empor. Hatte zwei Söhne Ulf und Heiko haben ja auch hoch gespielt. Wenn ich so zurückdenke welche Spieler ich noch Erinnerung hatte, die herausstachen:


    Nein, wie Guido schon schrieb, wer heute 50 + ist und schon als Kind zum Handball ging, der hat die alle noch gesehen. Ganschow, Kählert, Udo Röhrig, Heinz Flacke markieren zusammen mit Wolfgang Lakenmacher, Peter Rost und Lothar Döring sozusagen den Beginn meiner Handballerinnerungen.
    Auf Röhrig folgte dann Gerlach, auf Lakenmacher Wiegert sen. und auf Flacke Günter Dreibrodt, die dann ihrerseits SCM-Legenden wurden. Von den Nicht-SCMern fand ich Wahl und Borchardt von Empor und Hauck von Dynamo immer am spektakulärsten. Aber das war dann ab späte 70er und 80er Jahre, die bei mir vor allem durch exzessive Fußballbesuche und auch Auswärtsfahrten geprägt waren. Da fand dann Handball mehr im TV statt.
    Aber mit Flacke, Röhrig und Lakenmacher verbinde ich die frühen Erfolge des SCM ab 1970, die ich nur noch in ihrer Spätphase gesehen habe.
    Da man für die Gieseler ja nie so einfach Karten bekam war ein regelmäßiger Besuch beim Handball eigentlich sowieso nicht drin und dann darf man natürlich nicht vergessen, dass das auch in die erfolgreichste Zeit des FCM reinfiel und zum Fußball ins Grube kam man natürlich leichter rein als in die Gieseler zum Handball. Auch war Handball ja auf Grund des Kartenproblems eher immer eine Veranstaltung in Familie und Fußball war halt mit den Kumpels. ich kann mich nur ganz dunkel dran erinnern 2-3x mit Kumpels zum Handball in der Gieseler gewesen zu sein, wahrscheinlich weil da irgendwelche Erwachsenen verzichtet hatten.

    Editha: alter Sack, mit Ganschow und Lake hast du richtigerweise auf die 70er korrigiert.
    Für die Magdeburger oder an MD-Geschichte Interessierte noch ein Buchtipp. Werde ich mich selbst mal drum kümmern.
    Magdeburger Biographisches Lexikon 19. und 20. Jahrhundert. Scriptum-Verlag, Magdeburg 2002, ISBN 3-933046-49-1.

    Das politische muss man da leider ein wenig mitdenken, weil diese Spieler ja nicht ohne Grund bei den BSGs blieben oder hinbeordert wurden.


    Viele Lebensläufe haben ja auch politische Seiten, aber es wäre dann schön, wenn man an den Lebensläufen dranbleibt und nicht wieder eine DDR-Unrechts-Staat-Grundsatzdebatte startet. Die Story von Axel Kählert hat auch was politisches.