Ein Satz zu Fitnessstudios, den man auch auf viele andere Bereiche übertragen kann. Irgendwer hat vorher geschildert, dass er das Risiko nicht sieht, so wie er Sport macht und das in seinem FItnessstudio abläuft. Nachvollziehbar, meine Zustimmung. Letzte Woche erzählt mir meine Mutter, dass sie nicht mehr ins Fitnessstudio geht, weil dort beim Zirkeltraining nichts desinifziert wird und gelüftet wird auch nicht, weil sich Kunden darüber beschwert haben. Wenn ich die beiden Extreme sehe, dann kann die Politik entweder a) die Fitnessstudios schließen oder b) intensiv die Hygienemaßnahmen kontrollieren. Sch... Entscheidung, ich will sie nicht treffen, zumal bei b) ja dann entweder Schlupflöcher gesucht werden oder "Überwachungsstaat" geschrien wird.
Es gibt immer Extreme in alle Richtungen. Vom eigenen Standpunkt aus und mit den eigenen Interessen im Rücken klingt das auch meist vernünftig.
Der Fitnessstudio-Betreiber, der alles unternommen hat, um die Risiken zu minimieren, lüftet, auf Abstände achtet, desinfektet wie Mr. Proper himself und auch seine Kunden lückenlos verfolgt, darf zurecht sauer sein, weil er sich ungerecht behandelt fühlt, aber leider richten sich ja die Maßnahmen gegen die, die das eben nicht vorbildlich lösen und die meckern wahrscheinlich genauso oder noch lauter. Will sagen, die Dummen sind die Guten und Ehrlichen, die sich redlich bemühen, versauen tun es die Anderen.
In Gastro und Veranstaltung, Kleinkunst, Kultur würde in Sachen Nachverfolgung auch mehr gehen, aber wenn Ignoranz bei den Gastgebern auf Blödheit der Gäste trifft wird es gefährlich und auch lächerlich. Wer braucht schon leere Gästelisten oder welche, die aussagen, dass George Clooney, Donald Duck und Darth Vader zu Besuch waren? Da darf sich der Gastronom der das zulässt genauso wenig beschweren, wie der Witzbold, der sich Darth Vader genannt hat. Drunter leiden tun auch hier wieder die Ehrlichen.
Was sind die Konsequenzen daraus? Es gilt die Kontakte zu reduzieren und zwar dort, wo es am wenigsten "weh tut". Letzte Woche gelesen, dass der Leiter eines Gesundheitsamtes davon sprach, dass im März/April pro Infiziertem 5 - 6 Kontakte nachverfolgt werden mussten, aktuell über 80. Kommt wieder zum Schluss, die Kontakte müssen reduziert werden. Und dann muss da bspw. auch der Amateursport darunter leiden, denn im Zweifelsfall soll der Sportler lieber seinem Beruf nachgehen (und dort zwangsläufig Kontakte haben), als seine Kontaktzahl im Sport weiter zu erhöhen.
Sicherlich soll der Sportler eher seinem Beruf nachgehen, aber im Amateursport gibt es auch viele die noch keinen Beruf haben oder die keinen mehr haben, sprich Kinder, Jugendliche und Rentner. Rentner sind nun eher Risikogruppe, muss man anders bewerten, aber ein Beispiel aus dem MoMa von heute früh war ein Mädchen, geschätzte 14-15, die nicht mehr auf ihren Hundesportplatz darf und da reden wir von Abstand ohne Ende und im Freien. Ein Beispiel, für deren Unverständnis ich wiederum Verständnis habe.
Man kann auch Kontakte minimieren, wenn man Mitglieder einer 5-köpfigen Familie nicht unbedingt zusammen zwingt, sondern teilweise ihren normalen Tätigkeiten nachgehen lassen würde, wenn diese Tätigkeiten Risiken eher noch mindern als diese zu steigern.
Ich habe mich noch nicht tiefschürfend mit den neuen Beschränkungen befasst, würde es aber gut finden, wenn sie im Einzelfall noch Raum für sinnvolle Einzelfallentscheidungen lassen würden.