Alles anzeigenDer verlinkte Artikel ist schon eine korrekte Zusammenfassung des Sport-Bildinterviews.
Tja, die Situation ist schon einzigartig - mir fallen weder national noch international keinerlei Parallelfälle ein.
So Sachen wie "uns ist fast es egal, ob wir von Müller, Meier oder Prokop trainiert werden" (da Zitat war auch der Titel des Sport-Bild-Interviews) - sind natürlich Riesenkomplimente für den Trainer
Auch auf die Frage zu antworten, ob es noch zu Spielerrücktritten käme , dann mit "Ich denke nicht" zu antworten (also doch eher unbestimmt), zeugt doch davon, das Prokop immer noch auf Bewährung ist.
Das Herausstellen von 'fachlicher Kompetenz' ist übrigens in pädagogischen Kontexten oft ein vergiftetes Kompliment (die 'Beziehungsebene' ist halt häufig noch viel. viel wichtiger - kennt man ja von der Schule oder Uni, die fachlich überragenden Lehrer/Dozenten sind nicht unbedingt die besten Lehrer/Pädagogen).
Tja, die Verantwortung für ein schlussendliches Scheitern von Prokop (deren Mitursache das Mannschaftsklima wäre) läge zu 100% bei den für ihn abstimmenden DHB-Präsidiumsmitgliedern, die Spieler haben ihre Bedenken geäußert (deutlicher können sie ja nun fürwahr nicht mehr werden ).
Will nicht ausschließen, dass alles gut geht - ob es aber nicht geradezu fahrlässig ist, dieses Risiko einzugehen? (zudem wird Prokop zu einer steten Selbstreflexion quasi gezwungen, die durchaus zu Hemmungen und Handlungen wider seiner Überzeugung führen kann. Er muss stark 'strategische Aspekte' immer im Hinterkopf haben und kann nicht mehr 'authentisch' sein)
Das du natürlich wieder die diametral andere Position einnimmst war auch so klar wie Kloßbrühe. Ui, Jui, jui, da muss man doch was zwischen den Zeilen rausquetschen können, was sich wieder negativ interpretieren lässt. Heinevetters Aussagen sind halt Heinevetter und zu dem Müller, Meier-Prokop-Satz gehört eben auch dazu, dass er mit dem gemeinsamen Erfolgswunsch endet und das ist die Klammer, der Kern dieses Ausspruchs und nicht Müller-Meier-Prokop. Bei Müller-Meier-Prokop hören die auf zu lesen und zu denken, die an keiner positiven Deutung interessiert sind, weil sie nicht gewollt ist.
Ist die Enttäuschung und die Abneigung wirklich so groß, dass man partout den Ist-Stand nicht so hinnehmen kann wie er nunmal ist?
Und was ich schon beim R-SR nie verstanden habe ist diese These des fahrlässig irgendwas in Kauf nehmens. Wenn man sich halbwegs objektiv mit der Sache befassen würde, müsste man einfach auch mal eingestehen, dass man so oder auch anders nichts weiß, gar nichts. Es gibt so oder so keine Garantien das es mit Prokop jetzt wieder besser wird, aber die gibt es auch genauso wenig bei jedem neuen Trainer, der gekommen wäre, zumal ja das Argument mit der Heim-WM da auch für alle gilt. Der aktuelle BT muss die Scherben zusammenkleben und das müsste ein neuer BT auch bloß. Und wenn jetzt der mit dem Malus wieder um die Ecke kommen sollte, der Malus ist scheißegal, weil man den auch ausräumen kann, weil man Probleme klären kann und sich auch zusammenraufen kann und dabei trotzdem auch authentisch bleiben kann. Der sogenannte Malus wiegt nicht schwerer als die berühmt-berüchtigten Anfangsschwierigkeiten oder Findungsphase oder wie man das auch immer nennen möchte, mit der/den ein neuer BT zu kämpfen hätte.