Das hängt aber mit anderen Dingen zusammen. Die Mehrheit der Handballklubs ist in Ihrer Stadt/Einzugsgebiet der einzige Sportverein in der höchsten Liga und füllt dementsprechen mehr als 1/3 des Lokalsport, ergo sorgen für Auflage. Lokalsport ist ja eines der letzten "Themen" mit welchen einen Lokalzeitung ihre Leser binden kann. Clevere Klubchefs können Ihre Machtposition sehr gut einschätzen und die steuern ja auch direkt, ob Spieler interviewünsche erfüllen.Da werden sich die Heimatjournalisten brav stellen, um es sich nicht zu versauen. Der HSV Handball musste sich in seiner Zeit deutlich schärfere Fragen stellen lassen, auch weil es dort Boulevardzeitungen gibt. In Magdeburg wird der SCM auch viel Platz in der Volksstimme einnehmen.
Den Begriff "Weichei" würde ich nicht verwenden. Ich glaube, beim Fussball ist die allgemeine Haltung: "Die verdienen einen Arsch von Geld, da können die auch Sprüche wie "Scheissmillionäre" ertragen." Im Handball sind auch die Spieler nicht gewillt sich vollends der Boulevardgosse hinzugeben (vermutlich weil die Bezahlung auch niedriger ausfällt). Mir fällt hierzu das Beispiel Timo Salzer ein. Der wurde vor Jahren von der WNZ kritisiert. Er war Mannschaftskapitän. Seine MItspieler haben sich solidarisiert und der WNZ keinerlei Statements gegeben. Daraufhin ist der damalige Klubchef zurückgetreten.
Ich ziehe aus diesem Beispiel den Schluss, dass auch die Klubchefs zu einen großen Teil an den "Schutz" der Spieler denken, da aufgrund der niedrigeren Gehälter eben auch solche "Lästigkeiten" für Spieler bei der Wahl des Arbeitsplatzes eine Rolle spielen.
Ich verstehe deinen Ansatz sehr wohl, aber im speziellen Fall Magdeburg kommen schon noch ein paar andere Komponenten dazu. Unser Fußball-Drittligist läuft den Handballern schon teilweise medial den Rang ab. Der FCM hat sogar ne eigene App, die sich in der Saison schon so einige Male am Tag meldet, weil es News oder Medienbeiträge gibt.
In MD haben vor einigen Jahren dem damaligen Kapitän des FCM, (damals 4. Liga, keine Scheiß-Millionäre) vor seiner Haustür Hools aufgelauert, die ihn direkt bedroht haben. Ein absolutes no go und im Handball muss man Kerle vor Medien-Fragen schützen, Kerle, die sich gerade auf dem Platz den Ellenbogen in die Rippen und die Hände ins Gesicht geschlagen haben??? Sorry, das finde ich leicht übertrieben.
Außerdem sage ich es nochmal und das werden andere auch bestätigen, dass es bei der derzeitigen SCM-Führung nicht um Form und Höflichkeit geht, die ist vorgeschoben, man will seitens des GF und des Präsis am liebsten kein kritisches Wort hören, nicht mal ein klitzekleines.
Auch diese Einstellung könnte ich noch halbwegs verstehen, nicht gutheißen, aber verstehen, wenn alles bombig laufen würde, aber das tut es nicht und damit meine ich nicht nur den Tabellenplatz der 1. Männer gerade jetzt, sondern die Gesamtentwicklung der letzten ca. 5 Jahre.
Dazu zählt auch der Niedergang unseres Handballnachwuchses und auch die Bilanz im Gesamtverein, bzw. Olympiastützpunkt und noch diverse Nebenkriegsschauplätze.
Wenn du "Weichei" schon zu hart findest, okay, sehe ich anders. Ich würde es mal als "Berufsrisiko" bezeichnen. Ein Polizist, der mit Bulle oder schlimmerem bezeichnet wird, bekommt högschtens noch in Bayern vor Gericht Recht, ebenso, wenn man zum Arzt Quacksalber sagt und die bekommen (von einigen Ärzten vielleicht mal abgesehen) auch kein "Schmerzensgeld" in Millionenhöhe.