ZitatAlles anzeigen17.08.2005 - Der Spätberufene war schon früh ein großes Talent
Michael Hegemann kam von der HSG Düsseldorf und ist einer der vier Neuzugänge beim VfL. Der 28 Jahre alte Rückraumspieler machte im November 2004 sein erstes A-Länderspiel und absolvierte in der Nationalmannschaft unter Bundestrainer Heiner Brand seitdem 24 Einsätze. Fast zehn Jahre war das Talent des Handballers aus dem Ruhrpott in Vergessenheit geraten, denn der Gladbecker spielte zuvor schon in der A-Jugendnationalmannschaft.Michael, wie kommt ein Junge in Gladbeck zum Handball?
In Gladbeck war der Handball einfach die dominierende Sportart, der VfL Gladbeck spielt in der Regionalliga. Die Fußballer sind unterklassig.Wie verlief die sportliche Karriere?
Ich habe mit 13 Jahren beim VfL Gladbeck angefangen und bin acht Jahre mit 21 später zur SG Solingen gewechselt. Nach drei Jahren zweite Liga und dem Aufstieg kamen drei Jahre zweite Liga bei der HSG Düsseldorf und ebenfalls der Aufstieg in die 1. Liga. Bob Hanning hat mich damals aus Gladbeck geholt, er war auch mein Trainer in der Jugendnationalmannschaft. Frühere Angebote aus Essen habe ich abgelehnt, weil ich erst mein Abitur machen wollte.Fast zehn Jahre Pause im internationalen Bereich sind ungewöhnlich!
Ich habe ja lange in der zweiten Liga gespielt, da ist man nicht so im Focus. Jeder Trainer hat seine Aufffassung über die Spielertypen, die er haben will.Welche Ziele hat so ein Spätberufener?
Ich bin jetzt seit dem Worldcup im Kader der Nationalmannschaft. Ich will da natürlich weiter spielen, um bei der Weltmeisterschaft 2007 in Deutschland dabei zu sein. Das wäre das Größte.Was waren bislang die emotional bewegensten Momente der Laufbahn?
Die beiden Aufstiege mit Solingen und Düsseldorf.Wie klappte es mit dem Umzug in die oberbergische Provinz?
Das war kein Problem, denn ich habe bislang immer in Gladbeck gewohnt, das ist auch nur eine Kleinstadt mit 80 000 Einwohnern. Ich wohne inzwischen sehr idyllisch an der Aggertalsperre und bin rundum zufrieden.Wie waren die ersten Wochen der Vorbereitung?
Der VfL ist natürlich viel professioneller aufgestellt als die eher familiäre HSG Düsseldorf. Hier ist einfach ein anderer Background und die Anzahl der Spieler mit Top-Qualität doppelt so groß. Wenn man täglich mit 14
Topspielern arbeitet, wird man natürlich mehr gefordert und kann sich ganz anders entwickeln. Physisch hatte ich bislang keine Probleme mit dem Programm.Gibt es eine Lieblingsposition?
Ich war immer ein typischer Allrounder, der schon alle drei Rückraumpositionen gespielt hat. In Düsseldorf war ich Spielmacher auf der Mitte. Aber das ist für mich nicht so wichtig. Wichtig ist, dass ich spiele.Wie waren die ersten Kontakte in der neuen Mannschaft?
Wirklich alle waren sehr aufgeschlossen, es gab überhaupt keine Anlaufzeit, um warm zu werden. Frank von Behren kannte ich außerdem schon von der Nationalmannschaft, mit ihm teile ich auch das Zimmer auf den Auswärtsfahrten.Das erste Kölnarenaspiel geht ausgerechnet gegen Düsseldorf.
Das wird naürlich ein besonderes Spiel für mich. Ich war als Zuschauer zweimal in dieser großartigen Halle. Ich habe Emotionen, wenn ich an diesen Tag denke.Und gibt es auch Gedanken an den Titel?
Wenn alles glatt läuft, können wir es packen. Kiel und Flensburg sind eingespielter, das müssen wir mit Kampf und Leidenschaft wettmachen. Minimalziel muss mit dieser Mannschaft Platz drei und die Qualifikation für die Champions League sein.
Quelle:VfL-HP