Nur wäre das fair gegenüber russischen Sportlern gewesen, die vier Jahre trainiert haben und möglicherweise nie gedopt haben?
Wenn bespielsweise russische Leichtathleten und Gewichtheber systematisch dopen, muss dies nicht unbedingt auch für russische Bogenschützen oder Tischtennisspieler gelten. Man sollte schon konkrete Verdachtsmomente (wie Häufungen positiver Dopingproben aus einem Land in einer Sportart) haben, um solch drastische Maßnahmen zu rechtfertigen...
Gegenfrage: Ist es gegenüber vielen Sportlern aus anderen Nationen fair gegenüber, wenn Sportler aus einem Land, das nachweislich Staatsdoping betrieben hat, mit ihnen gemeinsam an Wettbewerben teilnehmen und möglicherweise Medaillen gewinnen?
Und kleiner Denkansatz: Wie soll es positive Dopingproben russischer Athleten geben, wenn diese entweder gar nicht erst genommen werden oder vertauscht bzw anderweitig unterschlagen werden? Da beißt sich die Katze in den Schwanz.
Was ich Bach und dem IOC aber viel mehr ankreide, als dass die russische Mannschaft nicht generell gesperrt wurde (immerhin hätten die einzelnen Verbände das ja machen können), ist der Umgang mit Frau Stepanowa, der Whistleblowerin, die das ganze gemeinsam mit ihrem Mann erst möglich gemacht hat. Wenn die Konsequenz der Aufdeckung eines Doping-Systems zur Folge hat, dass man selber gesperrt wird, da man ja gedopt war, wird sich niemand mehr finden, die/der ähnlich handelt. Aber das hab ich glaub ich an anderer Stelle bereits angeprangert...