Was ich schon in den letzten Wochen auch gerade während der WM hier beobachtet habe: In Deutschland befindet man sich was den Handball angeht quasi auf einer "Insel der Glückseligkeit". Und in der Handballecke, wo sich halt viele Interessierte tummeln, sind ie Maßstäbe, mit denen hier gemessen wird, zum Teil so weit verrutscht, dass sie eben nur noch auf die sich hier tummelnden Mitglieder anzuwenden sind, kaum mehr aber auf den deutschen (oder internationalen) Handball- oder Sport-Fan.
Natürlich gibt es in der Handball-Bundesliga keine "gewachsene" Rivalität zwischen zwei imaginären Lagern, da es eine eingleisige Bundesliga ist. In den USA, wo die Idee des All-Star-Game sehr ausgeprägt ist, gibt es in allen vier großen Sportarten immer zwei Ligen, die zum Ende der Saison in den Playoffs ihre eigenen Meister ausspielen, die dann im "Großen Finale" aufeinander treffen. Die Zweiteilung ist dort von vornherein vorhanden und damit auch eine grundlegende Rivalität der Ligen untereinander.
In Deutschland gibt es eben nicht eine solche Zweiteilung, weswegen auch der Gedanke an ein wettkampforientiertes All-Star-Game deutlich schwieriger fällt. Vermutlich ist deswegen auch ein Vergleich zu den All-Star-Games in den USA kaum anzustellen, da es sich eben nicht wirklich vergleichen lässt. Und wenn es den Zuschauern in der Halle gefällt, dass sie die Stars der Liga hautnah erleben dürfen, mit Unterschrift-Stunden, vielleicht sogar im Gespräch, und diese dann ein lockeres Show-Spielchen abhalten, ists doch völlig in Ordnung. Die Werbung für den Handball findet nicht während der 60 Minuten auf der Platte statt, sondern zum ganz großen Teil daneben. Ich würde dieses Event ungefähr mit dem Spiel "Team Buschi" vs. "Team Kretzsche" vergleichen: Sportlicher Ansproch eher gering, dafür viel Show, viel "Stars zum Anfassen".
Ich glaube auch nicht, dass irgendwer das Spiel mit hartem Wettkampf verwechselt. Dewegen dürfte der Image-Schaden, den der Handball nimmt, sehr begrenzt bis nicht vorhanden sein.