Beiträge von Brummsel

    Sollte es sich aber als unmöglich herausstellen (und die Chose wird ja nun seit 12 Jahren mit wenig erfolg geprobt), Handball in einer Metropole wie HH wirtschaftlich zu etablieren dann ist doch die Frage nach Strahlkraft und Wichtigkeit der Metropolen völlig obsolet.


    Die Konsequenz daraus dürfte sein, dass Handball den Kampf um den Titel "Wichtigste Mannschaftssportart nach Fußball" verlieren wird und die HBL auf längere Sicht international kaum wird mithalten können mit Mannschaften wie Barcelona, Veszprem, Paris HB etc, mit Ausnahme des THW. Man wird wie in den 80er und 90er Jahren international nur noch mit Glück die Champions League gewinnen können und vielleicht wird sogar die Dominanz im EHF-Cup durchbrochen werden von anderen Ländern (was natürlich für den nicht-deutschen Handball-Fan auch nicht verkehrt wäre).

    Das ist letztlich eine sportpolitische Frage: Wie soll der Handball in Deutschland aufgestellt sein? Will ich im Konzert der großen mitmischen oder lass ich es sein, akzeptiere, dass der Deutsche Handball seine auf Vereinsebene führende Position verlieren könnte und habe eine Liga mi vielen Teams, die "vom Lande" kommen, aber überregional keine echte Strahlkraft haben?
    Bohmann will scheinbar für die HBL die "große Lösung" und kämpft deswegen darum, dass der HSV Hamburg weiterhin der Liga erhalten bleibt, fliegt dafür sogar auf die berühmteste Finca des Handballsports. Das kann man gut finden oder nicht, immerhin handelt er konsequent (in meinen Augen).

    Irgendwie wähne ich mich als Fan des HSV Hamburg wie in einem Zug, der mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit auf eine Weiche zurast, bei der nicht klar ist, ob sie zum Abstellgleis oder sonstwohin führt... Das ist momentan alles wie ein schlechter Film.

    Was ich mir wünschen würde:
    - Lizenzerteilung für die nächste Saison, diese Saison dürfte nicht mehr in Frage stehen
    - geordneter Rückzug von AR (er scheint wirklich nicht mehr zu können / wollen)
    - systematischer Neuaufbau des HSV Hamburg, auch wenn das bedeutet, dass man erstmal kleinere Brötchen backen muss
    - etwas weniger Show (trotz der Medienlandschaft in HH sollte das möglich sein) und mehr sachliche Kompetenz


    Auch wenn es einige hier nicht gerne hören werden und vielleicht auch als "falsch" hinstellen, ich glaube wenn der HSV Hamburg wirklich insolvent wird und den Spielbetrieb einstellen muss, wird Handball auf längere Sicht hinter Basketball und Eishockey, die beide derzeit mit ihrer Vermarktung anziehen, zurückfallen. Nicht, weil der HSV Hamburg so toll ist oder so, sondern weil wie Arcosh dargestellt hat das Medieninteresse an diesem Verein, mag man ihn lieben oder hassen oder einfach nur lächerlich finden, einfach immens ist und nicht adäquat ersetzt werden wird. Und dann wird das Projekt, Handball in Großstädten zu etablieren, auch nur noch bedingt erfolgreich sein. Die Löwen in Mannheim und die Füchse in Berlin spielen dort jeweils nicht die erste Geige, da ist Eishockey größer und in Berlin dürfte auch Basketball jedenfalls auf Augenhöhe sein. Hinzu kommt noch die Misere der Nationalmannschaft, die seit 2007 doch eher enttäuschend gespielt hat,jedenfalls nicht die Hoffnungen bzw Erwartungen der Öffentlichkeit erfüllen konnte.
    Wiegesagt, ich wünsche mir auch weniger seltsame Eskapaden (oft genug hab ich in den vergangenen Jahren die Hände überm Kopf zusammengeschlagen bei Meldungen über meinen Verein) und mehr positive Berichte in den Medien, aber ganz ohne Lärm und "investigative Medienberichte" wird es den HSV Hamburg nie geben.

    @Edit Brummsel
    Ihr spielt doch nächstes Jahr international wenn ihr die Lizenz bekommt.


    Das mag sein, aber auf längere Sicht, die für Sponsoren relevant ist, wird das vermutlich nicht der Fall sein, wenn ein Neuaufbau durchgeführt wird. Aber vielleicht ist auch alles gar nicht so schlimm, AR schießt derzeit und in der neuen Saison nur 2 Mio. € hinzu und der Rest ist durch Sponsoren etc. gedeckt. *rosarote Brille aufsetz* ;)

    Mal schauen, wie es weitergeht...

    Ich glaube nicht das der HSV völlig pleite ist, er ist nur einfach keine Mannschaft die einen Etat von 7-10 Millionen trägt, vielleicht auch nicht 5-6 wer weiß das schon, aber das sind die Etats die Berlin, Mannheim und Flensburg haben, es gibt noch 13 Mannschaften die mit weniger ganz gut auskommen.


    Dann muss aber die Umstrukturierung rasch vonstatten gehen und auch glaubhaft sein. Vielleicht mit neuen Kräften auch in Führungspositionen (Trainer, Management) etwas aufbauen, was solide finanziert ist. Sponsoren sollte es in Hamburg geben, auch ohne Rudolph. Wobei ich fast damit rechne, dass der eine oder andere überregionale Sponsor sein Engagement zurückziehen würde, wenn nicht mehr international gespielt wird.

    Wäre mal interessant zu erfahren, was da in den letzten Wochen, die ihn so angegriffen haben, alles vorgefallen ist. Ich weiß im Moment nicht so recht, wie ich damit umgehen soll. Zumal ich auch keinerlei Durchblick habe - wie wohl die meisten hier - was für einzuhaltende (Sponsoring)Verträge und in welcher Höhe es noch gibt mit Rudolphs Unternehmen. Das wäre ein echter Hammer, der "große" HSV steigt zum ersten Mal in die Zweitklassigkeit ab (sofern man die Lizenz erhält), der "kleine" HSV Handball geht in die Insolvenz. Ich hoffe, dass es in beiden Fällen nicht dazu kommen wird.

    Finde ich im Ansatz nicht schlecht


    "Im Ansatz" magst Du Recht haben. Aber das würde halt die Saisonleistung einer Mannschaft ad absurdum führen. Beispielsweise Kiel in der letzten Saison, 68:0 Punkte in der regulären Saison. Danach Playoff-Spiele, Kiel erwischt einen schlechten Tag, scheidet gegen XY aus. Das wäre imho nicht nachvollziehbar. Ganz davon abgesehen, dass es noch mehr Termine für die Spieler wären, sofern die Liga die gleiche Anzahl an Vereinen behalten würde.

    Meiner Ansicht nach sollte die Tordifferenz nicht primär den Ausschlag geben, sondern die direkten Duelle gegeneinander, wie es anderswo geregelt ist. Denn so, wie es jetzt aussieht, sind die Spiele gegen Underdogs - ohne deren Leistung schmälern zu wollen - entscheidend für die Meisterschaft. Dann ist entscheidend, dass Kiel etwa gegen XY durchgezogen hat, während die RNL die letzten 10 Minuten einfach nur ihren Stiefel runtergespielt haben. Wenn man etwas reformieren sollte bei der HBL, dann dieses in meinen Augen unsinnige Tore-Wettwerfen. Aber bitte, bitte keine Playoffs (wobei das ja wohl auch nicht zur Debatte steht, da jüngst wieder abgelehnt, wenn ich mich recht entsinne).

    Ich habe bei Sulzbach mitgespielt und wenn ich nicht besoffen war, gab es ein paar unterschiedliche Torschützen...
    War wohl eher deren Berichtschreiber besoffen ;)


    Nun verwirr doch nicht mit Fakten... ;)

    Solche einseitigen Torschützenstatistiken kommen aber tatsächlich vor, vielleicht nicht ganz so drastisch, aber hi und wieder... Ich kann mich zwar leider nicht mehr genau erinnern, wann das war (ist schon über 25 Jahre her), aber beim Vorspiel vor unserem damaligen Spiel spielten zwei C-Jugend Mädchenmannschaften. In einer der beiden Mannschaften war eine Spielerin, die es auf über 1,80 m brachte, und natürlich alle anderen um einen Kopf überragte. Der Nachmittag war für ihre Gegnerinnen echt frustrierend. ;)

    Gibt es eine Sportart mit mehr Fehlentscheidungen?


    Eiskunstlaufen? ;)

    Sicher gibt es in jedem Handballspiel Fehlentscheidungen. Das bleibt gerade im Profibereich nicht aus, allein aufgrund des hohen Tempos. Entscheidend ist halt, dass sich die Fehlentscheidungen ausgeglichen verteilen während des Spiels. Und da kann man dann mal anfangen, genau durchzuzählen. Wenn man will.


    Toller Kampf der Löwen, ein Landin in bestechender Form und eine grandiose Stimmung in der SAP-Arena. Ich denk, trotz aller Unkenrufe, dass der Montag-Termin funktioniert hat. ;)

    Zunächst mal Gratulation an Vardar. Die Mazedonier waren sowohl auf dem Handballfeld als auch auf den Rängen tonangebend über weite Strecken des Spiels. Und sie haben das nicht nur mit Kampfgeist gemacht, sondern auch mit Spielintelligenz, die ich leider beim HSV Handball vermisst habe.

    Es wäre sicherlich mehr drin gewesen für meine Hamburger. Aber es gab da leider kaum einmal gebundenes Mannschaftsspiel, man lebte im Angriff (wenn man es denn leben nennen will) von Einzelaktionen. Und Schwalb hat es leider nicht verstanden, der Mannschaft die richtigen Tipps gegen die variablen Offensiv- und Defensiv-Systeme von Vardar mitzugeben. Wie bereits geschrieben wurde, wenn der HSV Handball zukünftig weiterhin ganz oben mitspielen möchte, dann sollte ein Trainer dort arbeiten, der es versteht, junge Spieler kontinuierlich zu integrieren und diese dann auch noch so zu fördern, dass sie offensiv, defensiv und spieltaktisch besser werden. Dass beispielsweise unsere LA daraufhin ausgesucht werden (müssen), dass sie auf HL decken können, ist doch kaum nachzuvollziehen. Lackovic hat doch fast schon verlernt, HL oder im Innenblock zu decken. Und das konnte er meines Wissens in Flensburg noch. Aber das gehört jetzt glaub ich mehr in den HSV Handball-Thread...

    Fazit: Das war wohl für längere Zeit der letzte Auftritt auf der Bühne Champions League. Ich hätte mir einen würdigeren Auftritt gewünscht, sowohl spielerisch als auch vom Zuschauerinteresse her. Immerhin hat man nun einige Spiele weniger als die direkte Konkurrenz um die voreren Plätze in der Bundesliga. Vielleicht macht das ja tatsächlich was aus.

    Ein solcher Schlag könnte angedeutet sein (was an sich auch nicht hinnehmbar wäre) und würde dann auch die Reaktion von Gudmundsson erklären. Solange es keine objektive Schilderung des Schlages gibt, solange kann ein solcher auch nicht angenommen werden. Immerhin gilt bei der EHF noch die Unschuldsvermutung. ;)

    Letztlich stellt sich vermutlich heraus, dass das Ganze Bohei um diesen Phantomschlag einfach nur ein (un?)geschicktes PR-Manöver war, um die SAP-Arena so voll zu bekommen wie möglich. :D :hi:

    Auf jeden Fall ausgeglichener, fairer und mit interessanteren Beiträgen als der eigentliche Kommentator und so manch anderer, der uns so angetan wird. ;)


    Das ist der Vorteil von "Amatören". Die wissen noch nicht, wie es geht, und versuchen halbwegs objektiv zu bleiben, selbst wenn Adrian sicherlich nicht objektiv in allen Szenen war. Aber das zu erwarten wäre auch zuviel gewesen denke ich. ;)

    ich weiß nicht so recht, was ich von dem Spiel halten soll. Mir schien es, als sei am Ende die Konzentration weg gewesen und somit wurde ein Sieg verschenkt. Aber im Rückspiel sollte das Viertelfinale erreicht werden können. Und dann gilt es abzuwarten, was uns dort blüht.

    Laut Buchmacher wird der deutsche Beitrag so um Platz 10-12 gehandelt, was ich als großen Erfolg für das Trio ansehen würde. Immerhin kommen sie musikalisch aus dem Nichts - gemessen an vielen anderen Teilnehmern - und schreiben alles selbst etc. Da kann man so einen Erfolg kaum hoch genug hängen. In diesem Falle zählt wohl "Dabeisein ist alles". Und fremdschämen muss man sich mit Elaiza dieses Jahr auch nicht, anders als mit Cascada im letzten Jahr. :hi:

    Blöde Frage daabefuggeler, aber warum ist Lena Meyer-Landrut ein Negativbeispiel? Weil sie ein Jahr lang (rund) die Kommerzschiene von Stefan Raab mitgemacht hat, was wohl vertraglich so ausgehandelt war bereits vor dem ESC? Hast Du das letzte Album von ihr mal angehört? Das ist imho nicht Mainstream bzw. dem Kommerz entsprechend ausgerichtet, sondern noch individuell und (was man so von außen beurteilen kann) authentisch.

    Auch die Staatsanwaltschaft München II hat auf Rechtsmittel verzichtet. Somit dürfte das Urteil nach Ausfertigung und Zustellung rechtskräftig sein. Und ich denke, dass Hoeness gut daran tat, nicht in Revision zu gehen. Zu gewinnen wäre vermutlich wenig gewesen. Und ob er jetzt für 3 1/2 Jahre oder für 2 1/2 Jahre ins Gefängnis darf, wäre auch nur bedingt relevant gewesen. Aber nochmal diese Hexenjagd in den Medien über sich, seinen FC Bayern und vermutlich auch seine Familie und Freunde ergehen lassen müssen? Das hat er denke ich nicht gewollt und sich somit für diesen Schritt entschieden, richtigerweise. Ihn nun dafür zu loben vonwegen "steht zu seinem Mist" finde ich dann doch etwas gewagt. Man stellt ja auch nicht jeden Kleinkriminellen als tugendhaft hin, nur weil er seine Strafe verbüßt. ;)

    Spannend dürfte noch das steuerrechtliche Verfahren werden, also wie hoch die nachzuzahlende Steuerschuld letztlich ist. So wie ich das verstanden habe, ist die Schätzung der Steuerprüferin mit den 27,2 Mio. € bzw die vom Gericht genannten 28,5 Mio. € an hinterzogenen Steuern noch lange nicht das letzte Wort. Diese zigtausend Dokumente mit den diversen Kauf- und Verkauf-Anweisungen durchzugehen, wird einige Zeit dauern.


    Alles in allem fand ich das Vorgehen der Medien teilweise schon fast kriminell. Sicher, sie dürfen nachbohren und recherchieren. Aber doch bitte mit etwas Augenmaß.
    Und dass Hoeness weiter seine Ämter beim FC Bayern bekleiden durfte, während sich der Prozess entwickelte, ist auch eher ein Treppenwitz, zumal in den Statuten vieler Unternehmen der AR-Mitglieder genau solches ausgeschlossen wird.

    Ne gute Figur hat das Gericht gemacht, das in diesem Fall auch ohne Extra-Verlosung von Presse-Plätzen auskam und dem der ganze Medienrummel kaum was anhaben konnte.

    Die Alsterdorfer Sporthalle z.B. kriegen wir auch voll.


    Liegen da die Holstenhallen in Neumünster nicht näher, sowohl von der Entfernung her als auch ideell? Oder suchst Du ne Entschuldigung nen Grund, mal nach Hamburg zu fahren? :D
    Hoffen wir einfach, dass sich die Situation in der Ukraine etwas entspannt in den kommenden Tagen und Wochen.

    Das wird für Hamburg ein ganz heißer Tanz in Skopje. Und wenn die Leistung nicht viel besser aussieht als gegen Balingen, fährt man mit einem satten Minus zum Rückspiel nach Hamburg. Naja, mal schauen. Aussetzer darf sich allerdings kein Team leisten, sonst liegt man auch gegen Saporoshija schnell hoch zurück.

    Sehe ich ähnlich, ich könnte mir sogar vorstellen, dass in der NFC West kein Team eine negative Bilanz zum Ende der Regular Season aufweist. Dieses Jahr haben lediglich die Rams "geschwächelt" mit 7-9, wobei 5 Niederlagen gegen Teams aus der eigenen Division zustande kamen.

    Mal schauen, was das Draft so alles bringt. Ob ich den Superbowl anschaue, weiß ich ehrlichgesagt momentan nicht, bin doch leicht gefrustet nach der unnötigen Niederlage in Seattle... :nein:

    Hin und wieder liest man ja davon, dass einige Dialekte "vom Aussterben bedroht" sind...

    Ich frag mich allerdings, ob das wirklich so schlimm ist.
    Muss man wirklich dem Aussterben entgegensteuern und z.B. an Schulen diese Sprachtradition aufrecht erhalten ? Würdet ihr eure Kinder mundartlich erziehen, damit der Hintertupfingen-Dialekt weiter bestehen bleibt ?
    Brauchen wir wirklich diese ganzen Dialekte, die später außerhalb des eigenen Dorfes niemand mehr versteht ?

    Ich glaube, mir würde ohne Dialekte nichts fehlen...


    Dialekte sind ein Teil der Kultur einer Region, der regionalen Identität. Einem Berliner oder Hamburger mag es recht egal sein, ob in Hintertupfingen ein Dialekt, der seit mehreren Jahrhunderten dort gesprochen wurde, im jahre 2015 ausstirbt, weil niemand ihn mehr spricht. Aber in Hintertupfingen geht damit etwas verloren, was diesen Ort so einmalig gemacht hat, was die Identität dieses Ortes zu einem Teil ausgemacht hat und von Vordertupfingen und Niedertupfingen unterschieden hat (sorry für die tupfigen Beispiele... ;) ).
    Vielleicht basiert auf unterschiedlichen Sprachfärbungen ja eine ganze Geschichte an Fehden oder Freundschaften, an historischen Geschehnissen, die heute kaum noch bekannt sind, allenfalls noch einigen wenigen Personen aus Hintertupfingen. die aber vor 300 Jahren eine Schlacht entschieden haben oder eine Heirat verursacht haben, die weitreichende Auswirkungen auf die regionalen Gegebenheiten hatte.

    Und auch in Berlin oder Hamburg würde man das Wegfallen von Dialekten bemerken. Wenns beim Bäcker keine Schrippen mehr gibt, sondern nur noch Semmeln, weil sich der bayrische Dialekt durchgesetzt hat. Oder Weckle, weil sich der schwäbische Dialekt als dominant erwiesen hat. Dann heißen Pfannkuchen auch in Berlin "Berliner". Dialekte und mundartliche Ausdrücke machen doch erst eine Sprache bunt und vielseitig, geben Anlass zu Amüsement und manchmal auch Streit, wenn sich die Bedeutung ein und des selben Wortes in zwei Dialekten fundamental unterscheidet und man deswegen einem Satz völlig verschiedene Bedeutungen beimisst.

    Dialekte bereichern unsere Sprache. Sie aufzugeben hieße, einen Teil unserer Identität, regional oder überregional, aufzugeben. Das kann einem natürlich egal sein in Zeiten, in denen die meisten Innenstädte austauschbar sind, weil Douglas neben Peek & Cloppenburg neben Ansons neben s´Oliver das Geschäft hat und man nur noch am Dialekt erkennt, ob man sich in Stuttgart, Berlin oder Köln befindet. Aber ich denke, dass erst das Identifizieren mit einer Region (oder mit einem Land) einen Teil unserer eigenen Identifikation ausmacht.


    Um mal eine Parallele zum Handball zu ziehen: Will man Mannschaften, bei denen die Spieler austauschbar sind? Oder sollen sich die Spieler mit dem Verein, vielleicht sogar der Region, identifizieren? Doch wohl eher letzteres. Also darf es auch ruhig Merkmale geben, die eine Region unverwechselbar machen. Wie ihren Dialekt.