Wann hat beim SCM in den letzten Jahren eine grundsätzliche Taktikänderung stattgefunden, die Hoffnung macht, dass Wiegert & Co. wirklich lernfähig sind?
Ist es nicht eher so, dass er sich über die Jahre einen Kader zusammengestellt hat, mit dem er genau das Konzept, das ab 2021 die Erfolge brachte, umsetzen konnte? 6 Jahre Weg bis zur Perfektion. Und dann soll von heute auf morgen an der Spielidee gerüttelt werden? Nein, das glaube ich nicht.
Das, was gestern zu sehen war, kam nicht aus dem Nichts. Die Kritik, dass Wiegert stur an seinem Plan festhält, gibt es seit Jahren. Fakt ist also, dass man schon viel eher hätte Alternativen erbarbeiten können oder sogar müssen, davon aber nichts zu sehen war.
Und wir reden hier nicht über die Neuerfindung des Rades. Kleine Dinge würden vielleicht schon reichen. Gestern zum Beispiel wären einlaufende Außen oder auch einfach mal ein zweiter Kreisläufer ein Mittel gewesen, um die Abwehr vom Rückraum abzulenken. Oder einfach nur die schon so oft angesprochene, aber nie wirklich umgesetzte Lastverteilung. Wenn ein Zehnder, Weber oder Jonsson selbst für den 15. der Bundesliga im Angriff nicht brauchbar erscheinen, dann muss man leider auch die Kompetenz des Trainerteams hinterfragen.
Und zum Thema 7-Meter: Beim THW-Debakel wurde Saugstrup im Interview gefragt, ob er denn eigentlich 7-Meter werfen kann. Darauf hat er ziemlich zerknautscht reagiert. Ich bin mir sicher, dass das ein Thema innerhalb der Mannschaft ist und dass nicht alle damit einverstanden sind, dass sich immer wieder Spieler an der Linie versuchen dürfen, die nachweislich Probleme mit der Quote haben. Gestern war es für mich ein Unding, dass Zehnder am Ende ran durfte, nachdem der im Spiel schon 2 verballert hat. Was geht da in den Köpfen der Beteiligten vor? So ein 7-Meter-Werfen ist doch keine Therapiesitzung! Oder hatten die alle die Hosen voll und Zehnder war alternativlos? Über Musches Wurfauswahl beim letzten Wurf kann man allerdings auch nur den Kopf schütteln.