Was passiert denn, wenn ein 7-Meter-Werfer den Ball absichtlich im hohen Bogen irgendwohin wirft?
Ein Torwart, der (z.B. aus Ärger über die 7-Meter-Entscheidung) den Ball demonstrativ nicht versucht zu halten, bekommt Rot.
Was macht man mit dem Werfer, der den Ball absichtlich wegwirft?
Das Schwierige bei solchen Entscheidungen ist aber, dass man den Akteuren genau das unterstellen können muss. Klar, wenn ein Torhüter sich nebens Tor stellt oder dem Werfer den Rücken zuwendet, dann muss sich der Schiedsrichter nicht weit dehnen, um da absichtliche Verweigerung zu unterstellen. Aber nehmen wir an, er bleibt nach dem Anpfiff einfach nur ruhig stehen. Was dann? Kann ja genauso gut sein, dass er eine Finte des Werfers erwartet, auf die er nicht reagieren will.
Ähnlich gelagert war es doch lange Zeit bei Würfen aus dem Feld aufs Gesicht. Selbst in der Bundesliga, wo man den Spielern schon unterstellen darf, dass sie wissen, was sie tun, konnte das z.B. ein Zeitz immer wieder zelebrieren. Auch damals hätte man schon sanktionieren können, wenn man sich getraut hätte, Absicht zu unterstellen.
Also wie will man zweifelsfrei entscheiden, dass der 7-Meter-Werfer absichtlich den Ball wegwirft? Selbst die Besten werfen mal übers oder nebens Tor. Klar, er könnte sich auch rumdrehen und den Ball zum eigenen Torhüter befördern. Das wäre dann schon mehr als offensichtlich. Aber angenommen, so "doof" ist niemand, wo zieht man dann die Grenze zwischen der Verweigerung, ein Tor zu erzielen und einfach nur Pech beim Wurf?