Beiträge von Peter2000

    Weder gibt es im Handball noch offiziell das Amt des Kapitäns noch hätte ein Kapitän das Recht gehabt, Schiedsrichter-Entscheidungen mit abfälligen Gesten (Hände überm Kopf zusammenschlagen, auf den Boden hocken, wegwerfende Handbewegung, etc.) zu kommentieren. Ich habe absolut nichts gegen Emotionen auf dem Feld und wenn im Eifer des Gefechts mal eine Geste herausrutscht, dann würde ich dafür keine Bestrafung fordern. Aber wenn ein Spieler über Minuten jede Entscheidung gegen die eigene Mannschaft mit derart abwertenden Gesten kommentiert, dann sollten die Schiedsrichter reagieren.

    Ich kenne Schiedsrichter, die meinen, über jeden Zweifel erhaben zu sein. Die würden in solchen Fällen auch knallhart durchgreifen. Und ich kenne Schiedsrichter, die ihre eigene Leistung ziemlich realistisch einschätzen. Die halten sich auch auf dem Feld nicht für einen unfehlbaren Gott und lassen Reaktionen zu. Es zeugt von mentaler Stärke, die Spieler einfach links liegen zu lassen. Das ist hundertmal besser als Schiedsrichter, die dann selbst zum Choleriker werden.

    Man sollte das auch nicht isoliert betrachten. Sie hatten übers Spiel hinweg mehrere Entscheidungen, wo Gnade vor Recht erging. Insofern folgten sie nur ihrer eigenen Linie.

    Glückwunsch nach Magdeburg, aber hätte Melsungen nur annähernd an der Normalform gespielt wäre das Ding aber saftig nach hinten losgegangen für Magdeburg, das muss man mal ganz klar sagen. Trotz unserer schwachen Leistung und den vielen Verletzten nur mit einem Tor verloren.

    Auf geht’s MT 💪🏻

    Klingt mir so, als ignorierst du, dass auch Magdeburg nicht in Normalformform gespielt hast. Nach Webers Verletzung haben quasi 5 Feldspieler durchgespielt. Und 60 Minuten ohne gelernten Halbrechten und ohne Linkshänder im Rückraum ist auch nicht normal.

    Bei Sinner waren es um die 80 Pikogramm pro Milliliter Blut in den Dopingproben. Das wäre im Vergleich nochmal 1/1000 der gemessenen Menge bei Portner.

    Wie heißt es an anderer Stelle so schön: Nicht die Länge ist entscheidend, sondern die Technik.

    Ohne Blick auf die Wirkmechanismen vergleicht man im ungünstigen Fall Äpfel mit Birnen, wenn man sich rein auf die Konzentrationen beschränkt.

    Jo und in min 44 hat er nochmal nachgelegt

    Ich habe den letzten Tag ernsthaft an meiner Wahrnehmung gezweifelt. Als ich mir im Spielbericht die Quote von Weber angeschaut hatte, stand da nur 1 Tor bei 4 Versuchen. Jetzt habe ich mir in der Zeitleiste bei Dyn die Torschützen angeschaut und finde auch da Weber nur 1x (1. HZ). Also Tor für Tor nochmal wiederholen lassen. Und tatsächlich: Das Tor in der 45. Minute wurde offiziell Gisli zugeschrieben, obwohl es da keine Zweifel gibt, dass Weber der Torschütze war.

    Das ist doch blaues Rot.

    Ich denke, da gibt es keine zwei Meinungen. Die Schiedsrichter hatten offensichtlich keinen Bock auf Schreibkram. Anders lässt sich diese so klare Fehlentscheidung nicht erklären. Die 2 Minuten waren nicht weniger als ein verspätetes Weihnachtsgeschenk für ihn. Nahi hätte sich nicht beschweren dürfen, wenn er für den Rest der Champions League-Saison auf der Tribüne Platz hätte nehmen müssen. Das nicht mit Rot+Blau zu bestrafen, ist ein völlig falsches Zeichen an den Spieler. Schade, dass die Schiedsrichter sich hier so aus der Verantwortung gezogen haben.

    Und wenn der Rückraum personell so besetzt ist, wie in Kiel, bleibt Gisli ja nicht mehr viel übrig, als noch mehr zu rammeln.

    Das sehe ich nach wie vor anders. Gisli war in diesem Spiel die personifizierte Ungeduld.

    Das passiert zwei-, dreimal und dann kommt relativ schnell der Arm der Schiris.

    Drohendes Zeitspiel gegen den SCM war im Kiel-Spiel eine Seltenheit. Der SCM hat sehr oft ohne Not versucht, sehr früh den Abschluss zu suchen.

    Ich weiß nicht, was man erwartet. Aber was ich erwarte, sehe ich eben nur selten von ihm. Ich erwarte von einem Rückraumspieler, dass er in die Tiefe geht, Zug zum Tor hat und sich traut, zu werfen, also Druck auf den Gegner ausübt. Er muss kein 1-gegen-1 Spezialist sein, aber wenn er den Ball hat, muss die Abwehr Stress bekommen. Sie müssen ihn verteidigen wollen, auf ihn raus gehen, in die Zange nehmen oder blocken wollen. Dadurch entstehen im Spiel zwangsläufig Lücken für die anderen.

    Wie wäre es mit: Ich bringe meinen Rückraumshooter in eine gute Wurfposition, wenn ich weiß, dass ich keine Alternativen habe und er sich selbst diese Lücken nicht reißen kann? Du willst Weber als Oma-Gisli-Lagergreen-Kopie sehen. Das ist er aber nicht und das wird er auch nicht mehr. Wenn ihn die Abwehr vor 9m empfängt, muss das Spiel erst einmal darauf ausgerichtet werden, die Abwehr zurückzudrängen. Aber ehe das im letzten Spiel passieren konnte, wollte schon ein anderer Spieler mit dem Kopf durch die Wand. Geduld war für SCM Samstag ein Fremdwort.

    Die Weber Diskussion ist müßig. Für die paar Erhellungen braucht man ihn nicht im Kader.

    hlp hat ja ein paar gute Namen für RL in den Ring geworfen. 2 davon kann ich mir schon seit langem vorstellen.

    Aber wahrscheinlich werden auch diese wie ein Kelch an uns vorbeigehen. Siehe Pytlick, Madsen, Gidsel, Johansson.......

    Es ist auch müßig, über Spieler zu philosophieren, die der SCM nicht hat. Man muss mit dem klar kommen, was an Personal verfügbar ist. Und aus dem holt man nicht das Beste heraus, indem man es in ein Korsett presst, für das sie nicht geschaffen sind.

    Die Krönung war dann sein Fangfehler, womit dann einer der wenigen schnellen Angriffe Geschichte war.

    Ich weiß nicht, ob man das unbedingt als Krönung bezeichnen muss. Mit Fang- und Abspielfehlern hatten mehrere Spieler zu kämpfen.

    Bis dahin hat er sich auch nicht angeboten, keinen Druck ausgeübt, ist nicht voran gegangen.

    Das kann man so sehen, wenn man es unbedingt will. Für meinen Geschmack hat Gisli viel zu schnell den Abschluss gesucht. Leerkreuz mit Weber und schon rammelt Gisli in die Abwehr rein.

    Die Frage ist doch: Was erwartet man von Weber? Kiel empfing den SCM-Angriff mit einer sehr offensiven Abwehr. Da tut sich jeder Rückraumshooter schwer, wenn er keine Lücken bekommt. Und Weber ist nun mal von der Spielanlage her nicht mit den 1-gegen-1 Spezialisten vergleichbar. Im Spiel fehlte vor allem eine taktische Anpassung an die THW-Abwehr. Und das muss von der Bank kommen.

    Wenn er nicht fit war, hat er doch auf der Platte nix zu suchen.

    Da stimme ich zu. Nur wer wäre die Alternative gewesen? Dass man Claar nicht sofort verheizen wollte, sollte einleuchten. Im Angriff wirkte er zudem noch ziemlich gehemmt. Bleibt theoretisch nur noch Damgaard, der de facto genauso eine Wundertüte ist.

    Nach den 3 Fehlwürfen kam für mich das noch größere Problem und das waren noch mal 3 oder 4 Angriffe, die gar nicht bis zum Torwurf kamen, weil vorher schon der Ball verdaddelt wurde und ein Stürmerfoul von Gisli war m.M.n. auch noch dabei und dann stand es 14:7.

    Und wenn man sich diese Phase nochmal in Ruhe anschaut, dann sieht man vielleicht, dass z.B. Weber da herzlich wenig mit zu tun hatte. Das waren individuelle Fehler, ohne dass der Gegner da übermäßig Druck ausgeübt hätte oder Zeitspiel drohte.

    Dachte eigentlich, Weber würde wieder zu alter Stärke finden, aber das war im Herbst dann wohl doch nur ein Strohfeuer

    Ich habe mir die Aussage mal exemplarisch rausgegriffen. Gab ja einige Meldungen zu Weber.

    Nachdem ich mir das Spiel jetzt ein zweites Mal angeschaut habe, würde ich gern die Frage in den Raum stellen, ob Weber überhaupt hundertprozentig fit war? In der ersten Halbzeit hat er primär Wechsel angezogen, danach kam er selten ein zweites Mal an den Ball, weil die anderen Rückraumspieler recht schnell den Abschluss suchten. Für meine Begriffe zu schnell. Bleiben ein Fehlwurf und ein technischer Fehler von ihm. Die Zeitstrafe möchte ich nicht negativ werten, das hätte jedem passieren können.

    Daran, dass das Spiel in der ersten Halbzeit weggeworfen wurde, hat er so gut wie keinen Anteil. Das waren viel mehr die drei Großchancen, die Musche, Saugstrup und Pettersson kurz hintereinander vergeben haben. Das Anspiel von Weber auf Pettersson vor dessen Fehlwurf war dabei durchaus sehenswert.

    In HZ2 hatte Weber stand Weber dann nur für drei einzelne Angriffe auf der Platte. Wenn ich mich recht erinnere, jedes Mal bei einer Zeitstrafe des THW. Das war aber auch die lange Wechselseite, die für ihn eher ungünstig ist. In früheren Spielen war das allerdings auch kein Ausschlussgrund, weshalb ich das schon als Indiz sehe, dass er nicht fit war.

    Damit steht natürlich auch wieder die Frage im Raum, warum Damgaard 60 Minuten auf der Bank blieb?

    Die größte Enttäuschung war der von einigen nach nen paar guten Auftritten so hoch gelobte Weber. Komplett abgetaucht und gerade in Spielen wie gestern, wäre es drauf angekommen.

    Wissen wir denn, ob das nicht auch Teil des Matchplans war? Dass Weber nicht der Solokünstler ist, der durch die gegnerischen Reihen durchmarschiert, ist doch allseits bekannt. Der braucht Lücken oder zumindest müssen die Mitspieler die Abwehrspieler beschäftigen. Und das habe ich nicht wirklich gesehen. Und vielleicht war die Order ja, nicht aus der zweiten Reihe zu werfen? Würde mich angesichts der publizierten Abwehranweisungen jedenfalls nicht wundern.

    Menaltraining in welcher Form? Individuell auf freiwilliger Basis oder im Kollektiv als "Pflichtveranstaltung"? Was forderst du? Wenn es nicht freiwillig erfolgt, kann es auch nach hinter losgehen.

    Ich fordere nicht, sondern beziehe mich auf den verlinkten Artikel.

    Und bei allem Respekt: Dass ein Spitzensportler dank mentaler Unterstützung noch weiter abbaut, das halte ich für sehr weit hergeholt. Da würde ich gern reale Beispiele sehen.

    Das ist eben die Frage. Wäre tatsächlich mehr möglich? Man könnte ja auch sagen, bei einem anderen Weg wäre mit gut vorbereiteten Spielern sogar weniger möglich. Der Knackpunkt ist doch, dass wir keine Spieler haben, die auf entscheidenden Positionen tatsächlich zur Spitze zählen (Wolff lasse ich da mal außen vor). Wir haben einige vielversprechende junge Spieler, aber mehr eben noch nicht. Und selbst da ist es nicht sicher, dass sie es bis ganz oben schaffen.

    Ich kann mir gerade schwer vorstellen, wieso Mentaltraining dazu führen sollte, dass die Spieler noch weiter abbauen. Und vielleicht sind ja die von dir angesprochenen fehlenden Skills die Folge mangelnder psychologischer Unterstützung?

    Aber die meisten sind noch sehr jung, vielleicht wächst der Eine oder Andere in diese Rolle noch hinein. Potenzial ist großes da, da darf man gespannt sein, wie sich die einzelnen Talente und die Truppe insgesamt weiter entwickeln.

    Das Weltmeisterteam von 2007 hatte ein Durchschnittsalter von 27,1 Jahren, dieses Mal lag es bei 26,3 Jahren. Reden wir also in zwei Jahren hoffentlich nicht davon, dass die Mannschaft zu alt ist...

    Natürlich sollte er selbst auch eine gewisse Torgefahr ausüben, aber in erster Linie manschaftsdienlich für den Torerfolg seiner Mitspieler spielen.

    Beim Rest des Textes bin ich bei dir, vor allem bei der Rolle eines Lenkers.

    Aber ich sehe die Torgefahr des RM im modernen Handball nicht mehr als untergeordnete Anforderung. Idealerweise verzichtet man auf das Konzept des klassischen RM und agiert im Rückraum variabler. Alle drei Rückraumspieler sollten in der Lage sein, ihre Mitspieler einzusetzen und situativ zu reagieren. Bei der deutschen Mannschaft war leider immer wieder zu beobachten, dass Spieler nicht schnell genug auf sich ergebende Möglichkeiten reagieren konnten. Das ist einer der wenigen Punkte, die man nicht dem Nationaltrainer anlasten kann. Hier gilt eher der Spruch "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hand nimmermehr".

    Ich glaube nicht, dass das dem Trainerteam angelastet werden kann. Viele Spieler waren durchs Turnier weg oder zumindest in den meisten Spielen ziemlich von der Rolle. Sie machten zu viele einfache Fehler, waren im Kopf nicht schnell genug, trauten sich nicht, zum Wurf durchzuziehen oder warfen oft völlig überhastet. Oder sie wirkten extrem ausgelaugt, was nicht nur gegen die schnellen Portugiesen offensichtlich war.

    Und das kann man dem Trainerteam nicht anlasten? In vielen Sportarten gehört heute psychologische Betreuung von Spitzenathleten dazu. Es gibt unzählige Berichte von Sportlern, die ihre Leistungssteigerungen genau damit erklären. Gibt es das im DHB? Wenn ja, scheint es nicht zu funktionieren. Wenn nicht, dann wäre es in der Verantwortung des Trainerteams, das zu ändern.

    War das in den Jahren zuvor unter AG anders?

    Nein. Und das ist auch so ein Punkt, in dem ich den Daueroptimisten hier Realitätsverweigerung unterstelle. Wobei ich gestern und nach dem Lesen aller Beiträge hier schon die Frage formulieren möchte, welche Mittelchen die Leute, die aus den Spielen ablesen wollen, dass uns bessere Zeiten bevorstehen, so nehmen? Ich möchte das auch. Ich möchte auch mal diesen Schleier vor den Augen, um einfach positiver gestimmt durch das Leben zu gehen. Einfach immer weiter behaupten, dass beim nächsten Mal alles gut wird. Und wenn es nicht gut wird, dann hat man ja immer noch das Motto "Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern!".

    Taktisch war das gestern ein Offenbarungseid, vor allem im Angriff. War es wirklich Teil des Plans, nach einem Gegentor nach vorn zu schleichen und sich dann irgendwelche Halbchancen zu nehmen, obwohl die generische Abwehr sich schon wieder formiert hatte? Die Außen über die 70 Minuten fast komplett zu ignorieren? Immer wieder durchzurammeln und Stürmerfouls zu kassieren, statt die Abwehr ernsthaft zu beschäftigen?

    Wenn ja, dann sollte uns wohl die vermeintliche individuelle Klasse einiger weniger Spieler den Sieg bescheren. Wenn nicht, was hat der Trainer der Mannschaft dann mit auf den Weg gegeben?

    Symptomatisch war dann auch die letzte vergeigte Abwehraktion. Werden keine Stoppfouls mehr gelehrt? Was geht in den Köpfen der Spieler vor, die bei dieser Spielsituation einen Angreifer mit Ball auf sich zulaufen sehen? Welche andere Option, als draufzugehen und diesen um jeden Preis zu stoppen, hat man denn da? Ich kenne Spieler in der Bezirksliga, die würden für sich selbst sogar eine Rote Karte in Kauf nehmen, wenn damit der Mannschaft ein Punkt gerettet wird. Und nein, es geht nicht darum, den Gegenspieler zu verletzen. Es geht darum, konsequent zu verhindern, dass der Gegner nochmal eine Torchance bekommt. Selbst wenn man dann nochmal 2 Minuten in Unterzahl spielt, hätte man im gestrigen Fall wenigstens die zweite Verlängerung erreicht. Alles wäre besser gewesen als den Gegner werfen zu lassen.

    Dahmke ist da tatsächlich durch weiche Faktoren wie Erfahrung, Einläufer, Ausstrahlung gelandet. 🫣

    Die Frage ist doch, ob es in der Nationalmannschaft überhaupt erwünscht ist, dass der Außen einfach mal einläuft?

    Es ist zwar von außen betrachtet offensichtlich, dass es taktische Defizite im Team gibt. Aber vielleicht halten sich alle einfach nur an den Plan, den wir nicht kennen?