Beiträge von Peter2000

    Was ist eigentlich mit dem Block? Darf der sich bewegen, der Bewegung des Werfers folgen z. B.?

    Was das angeht, da wurden die Handballregeln schlecht ins Deutsche übersetzt.

    Regel 13 beschreibt die Situation. Und das steht auf deutsch: "Bei der Ausführung eines Freiwurfs muss die Abwehr mindestens 3 Meter vom Werfer entfernt stehen. "
    Im Original steht jedoch: "When a free throw is being taken, the opponents must remain at a distance of at least 3 metres from

    the thrower".

    "Stehen" könnte man interpretieren als: Die Abwehr darf sich nicht bewegen. "Remain" dagegen bedeutet nur, dass der Abstand eingehalten werden muss. Und das kann man natürlich auch bei einer Seitwärtsbewegung.

    Zur Wahrheit gehört aber auch, dass sie nur gegen Frankreich die eindeutig schwächere Mannschaft war. Die Spiele gegen Österreich (da trotz einer insgesamt schwachen Leistung) und Kroatien hätte sie allein mit einer halbwegs ordentlichen Trefferquote recht deutlich gewonnen.

    Deine Aussage liest sich so, als wäre die Trefferquote etwas, was man von der Gut-Schlecht-Diskussion ausklammern kann oder was zumindest von untergeordneter Bedeutung ist.

    Was gibt dir die Sicherheit, dass in diesen Spielen eine höhere Trefferquote im Bereich des Möglichen gewesen wäre? Also nicht hypothetisch, sondern wie begründest du die schlechten Quoten und welche Anhaltspunkte siehst du, dass wir da genauso gut hätten haushohe Siege der Deutschen sehen können?

    Wenn man hätte deutlich gewinnen können, warum hat man es dann nicht einfach getan?

    Sitzt du gerade im Unterricht ? 😉

    Nein, ich bin nur überzeugter Gegner des Fatalismus. :) (Oder für die Filmfans: So etwas wie Final Destination gibt es nicht.)

    Wenn Ergebnisse vorbestimmt wären, könnten wir uns die Spiele doch eigentlich sparen.

    Und deshalb stoße ich mich halt an solchen Aussagen zu alternativen, fiktiven Spielverläufen. Natürlich kann man versuchen, sich auszumalen, wie ein Spiel hätte enden können, wenn das oder das passiert wäre. Aber praktisch scheitert das an der Komplexität des Systems.

    Verliert eine Mannschaft mit einem Tor und in Minute 5 hat diese Mannschaft einen 7m verworfen - wer würde hier ernsthaft behaupten, dass das Spiel unentschieden geendet hätte, wenn der Strafwurf reingegangen wäre? Das Tor hätte genauso gut ein Weckruf für den Gegner sein können, der in der Folge das Spiel dominiert.

    Wird der 7m in der 59. Minute verworfen, sieht die Sache anders aus. Und deshalb behilft man sich mit Wahrscheinlichkeiten.

    Österreich hätte den Sack zu gemacht, wenn sie in der 2.Halbzeit dem Bilyk etc mal kurz eine Verschnaufpause hätten geben können.

    Nein. Denn meine Glaskugel sagt, dass sich der Ersatzspieler auf dem Weg aufs Feld verletzt hätte, sodass Bilyk keine Pause bekommen hätte.

    Was ich damit wirklich zum Ausdruck bringen will: Mit fehlt in der pauschalen Aussage eine Einordnung zur Wahrscheinlichkeit. Unbestritten ist lediglich, dass wir nicht mit Bestimmtheit sagen können, was im Fall X oder Y passiert wäre. Die Aussagen werden auf Beobachtungen der Vergangenheit gestützt, ignorieren aber, dass auch Unvorhergesehenes passieren kann.

    Das ist jetzt nicht auf den speziellen Fall beschränkt, sondern gilt für alles Zukünftige.

    Ich wünsche mir, dass das Ungarn-Spiel keine rühmliche Ausnahme war. Trotzdem halte ich es für falsch, das gestrige Spiel einfach mit der Begründung "da ging es um nichts" abzuhaken.

    Gerade die Anfangsphase hatte wenig mit dem vorherigen Spiel gemeinsam. Die Angriffe wurden nicht sauber zu Ende gespielt, man nahm sich halbgare Würfe. Das wird wohl kaum der Plan gewesen sein und deshalb muss die Frage erlaubt sein, was da auch mental los war?

    Danach hat man sich einfach nicht mehr gefangen und mit jedem Fehlwurf ist natürlich auch der Torhüter immer mehr in den Köpfen drin. Ja, am Ende hat der 'ne super Quote, aber die haben ihm die Deutschen geschenkt.

    Die Spieler scheinen nicht so abgeklärt, sonst wären sie anders aufgetreten. Und das macht Sorgen für das nächste Spiel. Der Argumentation "Da kommt Dänemark, da gewinnen wir keinen Blumentopf", die einige hier vertreten, schließe ich mich überhaupt nicht an. Ich erwarte, dass man in so einem Spiel bis zum Umfallen kämpft, denn niemand kann vorhersagen, was passieren wird. Auch die Dänen haben in den letzten 4 Europameisterschaften jeweils den Sprung ins Finale verpasst, sind als Weltmeister 21 bei der EM 22 sogar in der Vorrunde ausgeschieden. Die Situation auf dem Papier ist eine Sache, aber das Spiel wird auf dem Feld entschieden und da gibt es keinen zählbaren Bonus für vorherige Leistungen. Gleichwohl kann die Leistung der einzelnen Spieler sehr wohl noch in den Köpfen rumspuken. Und schon alleine deshalb hätte ich mir gewünscht, dass man das Kroatien-Spiel ernster angeht und das gute Gefühl mit ins Halbfinale nimmt.

    Unser Schwachpunkt ist einfach der Innenblock.

    Insbesondere Köster erzielt einfach keinen Effekt

    :irony:

    Naja, in Halbzeit 1 war wenig von der Abwehr zu sehen (allerdings jetzt nicht speziell auf Köster beschränkt). Gegenspieler auf 9 m antippen, 3 Schritte rückwärts machen und ihn unbedrängt werfen lassen. Da wurden die Torhüter doch etwas zu sehr im Stich gelassen.

    Wenn man (so wie es hier Frankreich unterstellt wird) volles Vertrauen in seine Stärken hat und sich sicher ist, dass Ding über die Zeit zu gewinnen, dann kann man ruhig über diese Nachlässigkeiten hinwegsehen. Nur mal ehrlich: Wer hatte, angesichts der bisherigen Spiele, dieses Vertrauen?

    Übers gesamte Spiel betrachtet war Köster gestern der Glanzpunkt.

    Weber darf mal kurz rein und es läuft sofort gar nicht mehr.

    Weber hat 1 Minute und 42 Sekunden gespielt. Und zwar als Knorr wegen einer Zeitstrafe auf die Bank musste. Das darf man ruhig in die Betrachtung einbeziehen.

    Ich fand sein Kante zeigen gegen den Abwehrspieler jetzt nicht so schlecht. Der hatte danach sicher Kopfschmerzen. Die Aktion nahm auch Zeit von der Uhr und hat zumindest dafür gesorgt, dass Dt. den Ball nicht unnötig schnell verliert.

    Oha, jetzt wird mir alles claar. Wenn du in ihn einen Weltklassekreisläufer siehst, dann erklären sich deine Einschätzungen zu Binder und Weber von selbst.

    Selbst wenn man zugibt, dass Kohlbacher keine Weltklasse ist, bleibt immer noch der berechtigte Einwand, dass man eine im Verein funktionierende Achse über weite Strecken der Spiele nicht nutzt.

    In der Forderung nach Maximalbestrafung für derartiges unsportliches Verhalten gehe ich mit, auch wenn ich nicht weiß, ob es Rot und Blau in dem Fall rein regeltechnisch überhaupt geben kann.

    Genau das sind die Situationen, wegen denen Knorr für mich kein ganz Großer werden wird.

    Hab' ich doch weiter oben geschrieben. Diese Art des Vergehens ist in den Regeln glasklar beschrieben und die Bestrafung auch: progressiv. D.h. Gelb oder halt 2 min, wenn Gelb aufgebraucht ist oder der Spieler schon 2 min hatte. Eine direkte Disqualifikation ist nicht möglich.

    An die Regelkundigen: gibt es die Möglichkeit Schauspieleinlagen zu betrafen?

    Ich persönlich würde dafür Rot + blaue Karte geben , da es bewusstes Täuschen ist.

    Wenn man bei einer Klausur bewusst getäuscht hat , musste man auch seine Zettel abgeben.

    U.a. wegen sowas bin ich großer Befürworter vom VB .

    Die Handballregeln sind da recht eindeutig. Es handelt sich um unsportliches Verhalten, das progressiv zu bestrafen ist (also beginnend mit Gelb, dann 2 min):

    8.7 d) "der Versuch, durch Schauspielerei ein Vergehen vorzutäuschen oder die Wirkung eines Vergehens zu übertreiben um eine Spielzeitunterbrechung oder eine unverdiente Strafe eines gegnerischen Spielers zu provozieren;"

    Nun, super erfolgreich sind wir seit 2016 nicht mehr.

    Du hattest ja weiter vorn (RE: Neuausrichtung Nationalmannschaft Männer) ausführlich herausgearbeitet, was deiner Ansicht nach die Faktoren des Erfolgs waren.

    Was mir da jedoch fehlt, ist die Einordnung in die damaligen Möglichkeiten. Konnte Sigurðsson gar nicht anders als genau diese Spieler zu nominieren bzw. nachzunominieren? Waren es also lediglich die Spieler oder war es vielleicht doch das Gespür des Trainers?

    Natürlich kann niemand voraussagen, dass ein neuer Trainer gleichbedeutend mit Erfolg ist. Hier greift man jedoch gern auf vergleichbare Situationen in der Vergangenheit zurück. Und dass Trainerwechsel etwas bewirken können, ist unbestritten.

    Ich favorisiere eine Risiken-Chancen-Betrachtung. Also: Welche Risiken sind mit einem Trainerwechsel verbunden, welche mit dem Festhalten am Trainer? Und welche Chancen ergeben sich bei einem Trainerwechsel bzw. welche Chancen räumt man der Mannschaft ein, wenn der Trainer bleibt?

    Ein mögliches Risiko wäre, dass es ein neuer Trainer noch schlechter macht. Hier darf jeder gern seine Meinung äußern. Meine ist: Es ist schwer vorstellbar, dass es mit einem neuen Trainer noch schlimmer wird.

    Welche Chancen räumt man dem bisherigen Trainer ein? Hier geben mir die letzten Jahre keinen Anlass auf Hoffnung, dass es zur zwingend notwendigen Weiterentwicklung kommt. Dagegen steht das Risiko der weiteren Stagnation bzw. sogar negativen Entwicklung, da die anderen Nationen sichtbar Fortschritte machen. Wir haben den weltgrößten Handballverband und schon allein deshalb müssen die Ansprüche andere sein als ein Unentschieden gegen Österreich zu erreichen. Natürlich spielen hier auch andere Faktoren eine Rolle. Trotzdem gilt die Risikobetrachtung explizit auch für den Trainer und seine Handlungen.

    Bleiben die Chancen mit einem neuen Trainer: Und hier kann man es kurz machen: Es kann besser werden.

    Wer es noch ausführlicher will, betrachtet nicht nur Chancen und Risiken, sondern auch noch Stärken und Schwächen (SWOT-Analyse).

    Auf der einen Seite forderst du die Entlastung der Stammspieler, auf der anderen Seite kritisierst du den Wechsel von Mertens auf Weber als unnötig. Für irgendetwas musst du dich schon entscheiden. das widerspricht sich nämlich.

    Der von dir angesprochene Mertens war gestern übrigens auch unterirdisch schwach. Hier hätte ein früherer Wechsel auf Dahmke durchaus etwas bewirken können, da Dahmke es geschafft hat, der deutschen Abwehr Galligkeit und Motivation gegeben hat - und vorne nicht gepatzt hat.

    Mertens auf Weber? Bitte sammle dich :)

    Ich halte es für richtig, mit einer Stammsieben zu starten und dieser im Laufe des Spiels die nötige Entlastung zu geben. Keine unnötigen Experimente zu Spielbeginn.

    Ich warte schon auf die Antworten, die uns erklären, dass die Spieler das auch ohne Trainer hinbekommen müssen.

    Ein Knorr mit 80-90 Prozent ist allerdings leider immer noch gefährlicher und besser als bspw. ein Weber mit 120 Prozent.

    Und deshalb hat Weber gegen Island genau 0,0 Minuten gespielt? Obwohl klar war, dass man zwei Tage später schon das nächste Spiel hat? Obwohl Weber bis dahin in seinen Kurzeinsätzen nicht sonderlich negativ aufgefallen ist (im Gegenteil, die Wurfquote lag bei 100 %)?

    Das ist rückblickend das Spiel, in dem Gislason die Fehler gemacht hat, die sich dann aufs Österreich-Spiel auswirkten. Kein Mut, die Stammspieler zu entlasten. Golla 53 Minuten, Knorr 50 Minuten, Köster 48 Minuten, Kastening 52 Minuten. Nur bei Dahmke - Mertens gab es einen völlig unnötigen Wechsel bei der Startsieben. Und dann viel zu lange an Dahmke festgehalten.

    Sorry, aber was soll der Trainer da machen?

    EInen Ersatz im Team haben. Warum ist da kein zweiter Rechtsaußen? Zu Zeiten, als nur 14 Spieler auf dem Bogen stehen durften, hat das ja noch bedingt Sinn gemacht, nur 3 Außen mitzunehmen. Aber nun haben wir 16 Spieler, von denen wie viele nur homöopathische Einsatzzeiten bekommen? Da hätte man ohne Not einen echten Rechtsaußen mitnehmen können, statt auf so eine halbgare Lösung mit Steinert zu setzen.